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Mehrband-Peiler

Will man einen Amateur-Doppler-Peiler sowohl auf dem 2-m-Band als auch auf dem 70-cm-Band betreiben, dann benötigt man dazu idealerweise zwei komplett getrennte Antennenfelder (inklusive 2 x Antennenumschalter mit 2 x Koax-Kabel und 2 x Antennensteuerkabel). Der Vorteil von getrennten Antennenfeldern ist, daß sie fürs jeweilige Band optimiert werden können. Das heißt, alle Antennenstäbe sind auf beste HF-Empfindlichkeit getrimmt (Länge: λ/4 bzw. λ/2) und der Antennenkreisdurchmesser ist „bestmöglich groß“, was den Doppler-Hub bzw. die Resistenz gegenüber Mehrwelleneinfall/Reflexionen deutlich erhöht.
Zum Bandwechsel muß man allerdings das Antennensteuerkabel und das Koax-Kabel umschalten/umstecken sowie die Frequenz am Empfänger ändern.

Damit die einfallenden Funkwellen möglichst verzerrungsfrei an den jeweiligen Antennen ankommen, macht es Sinn, die beiden Antennenfelder nicht auf einem Antennenträger zu plazieren, sondern übereinander aufzubauen:


Beispiel aus der Praxis

Peiler auf der Hornisgrinde mit 2 Antennensystemen übereinander: Ein Antennenfeld mit Dipolen für die niedrigen Bänder (20 MHz bis 200 MHz) und eines in einem Radom für die höheren Bänder (200 MHz bis 1,3 GHz):
Hornisgrinde (Bild: © DL5IAF)
Abstand der beiden Antennenträger
Wie man im Zoom-Bild gut erkennen kann: Die Abmessungen der Dipole für das untere Antennenfeld sind für die höchste Frequenz (200 MHz) ausgelegt. Der Abstand der beiden Antennensysteme beträgt ca. zwei Dipol-Längen.

Die Dimensionierung der Antennen für einen Mehrbereichspeiler ist immer ein Kompromiß.


Kompromiß
Man kann auch nur ein Antennenfeld für beide Bänder nutzen:

Bedingung
Wegen Doppeldeutigkeiten ab a ≥ λ/2 muß der Antennenkreisdurchmesser D für das Band mit der höchsten Frequenz ausgelegt werden: hier das 70-cm-Band (siehe Beispiel aus der Praxis.)

Bei den Antennenstäben hat man die Wahl: Entweder optimiert man diese fürs 70-cm-Band oder fürs 2-m-Band, mit HF-Empfindlichkeitsverlusten fürs jeweils andere Band.
Es gilt:
  

Wählt man fürs 70-cm-Band einen „großen“ Antennenabstand von a70cm = λ/3 (siehe Tabelle), dann entspricht dies fürs 2-m-Band einem Abstand von a2m = λ/(3x3) = λ/9! Die Antennen sind für den Betrieb auf dem 2-m-Band also weitaus dichter nebeneinander, als es z. B. mit a2m = λ/4 nötig wäre. Erweitert man den Abstand auf a70cm = λ/2,5, dann ergibt sich a2m = λ/7,5.
Wie auch immer, irgendeinen Kompromiß muß man eingehen...
Vorteile
- Schneller Bandwechsel: kein Umschalten der Kabel nötig!
- Antennenfeld bestmöglich optimierbar fürs 70-cm-Band!
- Nur ein Antennenausleger für 2 Systeme, deshalb weniger Materialaufwand
- Nur ein Antennenumschalter (inklusive Verkabelung) nötig
- Kleinere Abmessungen, somit weniger Windlast

Nachteile
- Weniger HF-Empfindlichkeit bei nicht-resonanten Antennenstäben!
- 3-fach weniger Doppler-Hub bzw. Resistenz gegenüber Mehrwelleneinfall/Reflexionen auf dem 2-m-Band wegen kleinerem Antennenkreisdurchmesser.

Fazit
Einen fürs 70-cm-Band optimierten Amateur-Doppler-Peiler kann man auch auf dem 2-m-Band betreiben. Umgekehrt kann man aber einen fürs 2-m-Band optimierten Peiler (wegen der Bedingung Antennenabstand a < λ/2) NICHT auf dem 70-cm-Band betreiben, siehe Beispiel aus der Praxis.

Erstausgabe: Dez. 2000 - Neuauflage: Sept. 2022
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