Home
 
Morsetelegrafieseite DK5KE
Die Morsetelegrafie ist der Urknall des Internets
 
Kleine Morse-Betriebslehre für Anfänger und Fortgeschrittene


- Die 10 Gebote des Telegrafisten
- CQ, Anrufe, Antworten und Skeds
- Versuchs- oder Abstimmzeichen
- Formen des Frequenzwechsels
- Durchgabe von Abkürzungen
- Durchgabe von Klartext
- Gruppenwiederholungszeichen
- Durchführung von Morserunden
- Teilnahme an Rundsprüchen
- Wiederholungen bei Störungen
- Telegrafie-Duplexverkehr
- Telegrafie-Splitverkehr
- Inoffizielle Q-Gruppen


So wie im Straßenverkehr, gibt es auch im praktischen Morsebetrieb bewährte Regeln und ungeschriebene Gesetze. Sie erleichtern den Funkbetrieb und begründen eine einheitliche Funkersprache! Mögliche Unklarheiten werden minimiert - der Funkverkehr wird zum Genuss!

Puzzle
"Viele Wege führen nach Rom!"

Nachfolgend eine bunte Mischung hilfreicher Hinweise für den direkten Weg zum perfekten Morsebetrieb!


Die 10 Betriebsgebote des Telegrafisten

Diese Betriebsgebote dienen dem guten Miteinander (Hamspirit).
Sie vermeiden Störungen und dienen dem perfekten Funkbetrieb.
 
Wichtig
Höre immer, bevor du sendest!
Rufe nur, wenn du auch hörst!
Beachte fremdgerichtete Rufe!
Sende immer kurze CQ-Anrufe!
Nenne häufig dein Rufzeichen!
  Gebe das Tempo des Partners!
  Gebe mit sauberer Handschrift!
  Gebe immer ein ehrliches RST!
  Achte auf den QSO-Textinhalt!
  Seit untereinander freundlich!!


CQ-Rufe, Anrufe, Anrufantworten und Skeds

Die "Einer- oder Dreier-Regel" ist im weltweiten Morsefunk ein Standard. Sei es bei Anrufen, Anrufantworten, CQ-Rufen oder VVV-Schleifen - meist erfolgen diese Durchgaben einfach oder dreifach. Typisch sind:

"CQ (3x) de (3x Call) pse k" bei allgemeinen Anrufen (Kontaktsuche),
"(1x Call) de (1x eigenes Call) pse k" bei guter/erfolgter Verbindung,
"(3x Call) de (3x eigenes Call) pse k" bei gesuchter Verbindung und
"VVV (1x/3x) de (1x/3x Call)" zum Test oder nach einer QSV-Bitte.

Es ist immer besser kurz und effektiv 1 x 1 oder 3 x 3 zu rufen! Der Hörer ist orientiert und zu keiner Geduldsprobe gezwungen!

Wer kennt nicht als erfahrener Morsist den "minutenlangen" CQ-Ruf bis zum endlich erlösenden Rufzeichen? Oft wird gelangweilt die nächste Station gesucht. Der allgemeine Anruf - obwohl gehört - verhallt ins Leere!

Möchte der Funker ausschließlich Stationen aus Übersee (DX), aus bestimmten Ländern oder Mitglieder bestimmter Klubs kontaktieren, so gibt er die geeignete Bezeichnung nach dem dritten CQ hinzu, z.B. "CQ CQ CQ HSC de DK5KE DK5KE DK5KE HSC pse k". Zum Abschluss kann der Hinweis wiederholt werden. Gezielte Klubanrufe sind auf den entsprechenden Treffpunktfrequenzen zu empfehlen.

Auch bei verabredeten Verbindungen sind überlange Anrufe zu beobachten. Empfehlenswert ist hier die Nutzung der Abkürzung "SKED", z.B.: "DF4KV DF4KV DF4KV DE DK5KE DK5KE DK5KE SKED PSE KN". Das abschließende Amateurfunk- Kürzel "KN" (= Komme nur!) zeigt den Wunsch nach einer ausschließlichen Verbindung mit der angerufenen Station.

Jede neue Kontaktsuche hat auf einer ungenutzten, freien Frequenz zu erfolgen. Aufgrund einer vielleicht vorhandenen Toten Zone oder eines möglichen Frequenzversatzes einer bereits aktiven Verbindung, kann eine Nachfrage zur Frequenzbelegung sinnvoll sein. Dies geschieht mit der Q-Gruppe "QRL?" (hier: Ist die Frequenz belegt?) oder einem schlichten (ggf. mehrmaligen) Fragezeichen. War die Frequenz belegt, wird meist mit einem "QRL", einer Bestätigung wie "R" oder "C" oder einer anderen Bemerkung geantwortet.

Hört der Telegrafist eine für ihn bestimmte Anrufantwort und ist er im Zweifel wer gerufen hat, so kann er antworten: "QRZ? DE [Rufzeichen]" (= Von wem werde ich gerufen?). Die Nutzung der Q-Gruppe QRZ (= Sie werden ... gerufen) in der Bedeutung eines allgemeinen Anrufs (CQ) ist dagegen falsch.


Versuchs- und Abstimmzeichen

Das Morsezeichen für V (  . . . -   ) ist ein besonderes Morsezeichen. Der Rhythmus wurde berühmt durch das bekannte Motiv aus Beethovens V. Symphonie und der ehemaligen Stationskennung der BBC London.

In der aktiven Morsetelegrafie wird es gemäß internationaler Vorschrift (VO-Funk) für Versuche, Abstimmungen oder Erprobungen verwendet. Es gilt hier die Regel, dass Versuchs- oder Abstimmzeichen nicht mit einem Zeichen anderer Bedeutung verwechselt werden dürfen.

Für den kommerziellen Funk wurde bestimmt, dass zur Abstimmung des Senders oder des Empfängers Versuchszeichen ausgestrahlt werden dürfen. Diese Zeichen müssen aus einer Reihe VVV bestehen, deren das Rufzeichen der Funkstelle folgt, die die Zeichen aussendet. Die Dauer wurde auf maximal 10 Sekunden beschränkt. Andere Funkstellen dürfen nicht gestört werden.

Auch im Amateurfunkdienst erfolgen Abstimmungen und Versuche. Die Q-Gruppe QSV ("Senden Sie eine Reihe V zum Abstimmen auf dieser Frequenz.") dient dabei zur korrekten Verkehrsabwicklung.

Besonders in kritischen Verbindungen können bei einer erbetene Durchgabe von "Vs" Empfängereinstellungen verbessert werden. Daneben werden "Vs" auch bei Senderabstimmungen oder Versuchsreihen getastet. Typisch sind (automatisch) getastete Testsendungen zur lokalen Prüfung von Fernseh- oder Rundfunkstörungen (TVI/BCI),  z.B.: "... VVV BCI TEST DE  DK5KE  VVV BCI TEST DE DK5KE ..."

Die gekonnte Verwendung dieses Versuchs- und Abstimmzeichens ist somit ein geeignetes Hilfsmittel zur Verbesserung des Funkbetriebs.


Der Frequenzwechsel

Bei gestörten oder bei zu schwachen Verbindungen sind Frequenzwechsel ein gutes Mittel. Gerade hier sind kurze und eindeutige Angaben notwendig. Umständliche und lange Erklärungen lassen die Verbindung schnell "absterben"!

Soll ein Wechsel nur über wenige kHz hinweg erfolgen, genügt die Angabe "QSY (kHz-Wert) up" oder "QSY (kHz-Wert) dwn". Wiederholungen haben in gleicher Form zu erfolgen, da bei Störungen fehlende Inhalte leichter ergänzt werden können. Würde jedes Mal etwas anderes telegrafiert, wäre die Verwirrung komplett.

Erfolgt der Wechsel über einen großen Frequenzabschnitt hinweg oder in ein anderes Band hinein, sollte "QSY (Frequenz in kHz)" telegrafiert werden. Ein mehrmaliges "QSY 7024" zeigt kurz und eindeutig die gewünschte Frequenz. Nach einer kurzen Bestätigung des Partners erfolgt mit Nennung des eigenen Rufzeiches unmittelbar der Frequenzwechsel.

Wichtig ist: Vorab ist immer die letzte genaue Sendefrequenz zu vermerken, da bei einem missglücktem Frequenzwechsel immer genau auf die Frequenz des letzten erfolgreichen Kontakts zurück geschaltet wird. Auf der neuen Frequenz darf auch nicht "stundenlang" erfolglos gerufen werden! Kurze Umschaltungen sichern die Funkverbindung!

Daher immer: Eindeutige Abkürzungen mit nur wenigen Zeichen!


Durchgabe von Abkürzungen

Oft schon wurde über die korrekte Anwendung von Abkürzungen in Verbindungen geschrieben. Zwingende Verfahrensregeln bestehen nicht. Innerhalb abgesteckter Grenzen bietet der Amateurfunkdienst alle Freiheiten!

Andererseits erleichtert eine korrekte Anwendung den wirkungsvollen Funkbetrieb. Bei richtiger Nutzung der Kürzel verbessert sich der Informationsdurchsatz. Übliche Standard(pflicht)informationen werden in kürzerer Zeit übermittelt. Der Funkverkehr ist lebendiger, unnötige Langatmigkeiten werden vermieden! Er wirkt gekonnt!

Was scheint attraktiver?

"guten tag dr old man und tks fuer den Anruf = ihr rst ist 599 599 599 und mein qth ist in der naehe von koeln nr koeln = der name ist ludwig ludwig = hoffe ok?"

oder

"gd dr om es tks fr call = rst 599 599 qth nr koeln nr koeln name ludwig ludwig = hwsat?"

Für den einen sind es "Peanuts", für den anderen ist es die ultimative Telegrafie. Einen perfekten Telegrafieverkehr erkennt man an der redundanzlosen Anwendung der Abkürzungen. Dies gilt auch in der genussvollen Morse- Klartextunterhaltung.


Durchgabe von Klartext

Telegrafieverkehre in einer perfekten Klartext- Unterhaltung können zu Recht als die Morsekrönung angesehen werden. Sind die Standardverbindungen wegen ihrer klaren Form noch recht einfach zu beherrschen, sind Klartextverbindungen weit anspruchsvoller. Sie erfordern ein hohes Maß an betrieblicher Sicherheit und Konzentration. Stimmungs- und Gefühlszustände können deutlich werden - es ist ein genussvolles Morsen in und auch zwischen den Zeilen! 

Empfehlenswert ist hierbei die Beherrschung aller Interpunktionen und Umlaute! Dies stellt oft auch eine Herausforderung für den bereits aktiven Telegrafisten dar, da diese besonderen Zeichen selten Bestandteil einer Amateurfunk- Morseausbildung waren. Die zusätzlichen Zeichen sind somit die "Morse- Kürzeichen" der Amateurfunk- Telegrafie. Gute Übungsprogramme dienen auch hier dem Training!

Dann kann auch verstanden werden:

mp3-Hörbeispiel Tempo 60 BpM (55KB = 27 Sek. CW)

Morsezeichen

Die nachfolgenden vier "Knobelgruppen" beinhalten die - im Amateurfunkdienst nicht prüfungsrelevanten - deutsche Umlaute, Interpunktionen sowie das @.  Diese Zeichen zu beherrschen, machen die Klartext-Telegrafie zu einem Vergnügen.
mp3-Knobelgruppen Tempo 60 BpM (105KB = 51 Sek. CW)


Das Gruppenwiederholungszeichen

Eine universelle Telegrafieabkürzung ist das doppelte "i" (didit didit) als Wiederholungszeichen. Es wird in mehreren Bedeutungen verwendet.

Die unmittelbar nachfolgende Wiederholung eines bestimmten Inhalts wird durch das "Doppel-i" (=Ich wiederhole) eingeleitet. Beispiel: "Ich habe das Gerät Xyz2000 ii Xyz2000 gekauft." Die Übertragung wichtiger Teilinhalte erfolgt damit sicherer, Hörfehler sind minimiert.

Im Gegensatz zu dieser unmittelbaren Wiederholung werden wichtige Inhalte bei Funksprüchen im Amateurfunk- Netzverkehr erst nach deren Beendigung mit "col" (=Vergleichen Sie (oder Ich vergleiche)) überprüft.

Zusätzlich können mit dem Gruppenwiederholungszeichen auch einzelne Wörter in Telegrafiegesprächen rhetorisch verdeutlicht, als besonders wichtig hervorgehoben werden.

Auch wird das Wiederholungszeichen als Irrungs-Ersatzzeichen genutzt. Immerhin klingt es kürzer und edler (=unauffälliger) als die langen acht Dits einer korrekten Morseirrung. Alternativ wird jedoch auch das Betriebszeichen "ve" verwendet.

"Ich hoffe dich bald in SSB ii [ve] Telegrafie zu hören."


Durchführung von Morserunden

Sind Morse-Standardverbindungen mit ihren Abkürzungen der erste Schritt und flüssige Klartextverbindungen der zweite Schritt zum perfekten Telegrafisten  - stellen unterhaltsame Morse- Gehörleserunden die Spitze des praktischen Telegrafiebetriebs dar.

Die hier beschriebene Rundendurchführung hat jedoch nichts gemein mit den - mitunter straff - geleiteten NET-Verkehren. Diese dienen einem übergeortneten Zweck, wie z. B. dem Weitempfang (DX), dem Katastrophenfunk oder einem geregelten Rundspruch- oder Trainingsverkehr. Hier regelt eine bestimmende Funkstelle ("Leitfunkstelle") die Verkehrsabwicklung. Die oft unterschiedlichen NET-Verfahrensabläufe erfordern zweckmäßigerweise eine Vorab-Beobachtung, damit der Verkehrsablauf nicht unnötig gestört wird.

Ein NET ist somit ein geleiteter Funkverkehrskreis mit gewissen Regeln - im Gegensatz zu der hier beschriebenen lockeren Gesprächskreisabwicklung.

CW-Runde Lockere und oft flotte Morsegespräche mit mehreren Stationen erfolgen meist im oberen ("ruhigen") Teil der Morsebereiche.

Sie erfordern eine ständige Orientierung WER gerade WIE mit WEM WAS telegrafiert. Es ist eine sehr anspruchsvolle Telegrafie!

Idealerweise erkennt der Funker nach kurzer Zeit seine Partner an der jeweiligen Signalstärke, Geschwindigkeit und Morsehandschrift. Die Zeichen können durch diese Nuancen, fast wie bei der gesprochenen Sprache, zugeordnet werden. So sind lebhafte Unterhaltungen ohne eine ständige (und manchmal auch störende) Rufzeichennennung möglich. Zugegeben: Es ist das Ziel!

Dennoch erfolgen natürlich regelmäßige Rufzeichenangaben.
In der Praxis erfolgen bei kurzen Abschnitten:

- oft keine Ruf- und/oder Betriebszeichen,
- zu Beginn "de [eigenes Call]" und/oder
- zum Ende "de [eigenes Call], und/oder
- auffordernd "[gewünschtes Partner-Call] k" oder
- nur "k".

Zwingende Regeln bestehen nicht! Möchte ein Funker an der Runde teilnehmen, sind vorab zur Orientierung Rufzeichen, Namen, Standorte, Gesprächselemente usw. zu vermerken. Dies erleichtert die späteren, eigenen Beiträge! Ist der funkerische Reiz, die Sympathie, zur Runde groß genug, sendet er - ohne weitere Angaben - nur kurz sein eigenes Rufzeichen.

Wird er gehört, antwortet - vielleicht nach einer kleinen Verzögerung - eine der teilnehmenden Stationen. Dabei sollte die eigene Geschwindigkeit dem Tempo der Gruppe angepasst sein.

Formalismen sind den Runden fremd! Wer wann sendet, unterliegt keiner festen Regel. Einerseits kann sich eine feste Reihenfolge ergeben, andererseits bestimmt die Gesprächsthematik die jeweilige Sendeaktivität. Längere Zuhörphasen sind daher normal. Es gibt kein muss - es gibt nur ein kann! Verabschiedungen erfolgen meist in kurzer Form. Die Telegrafierunden sind "Gespräche wie Zuhause" - allerdings ausschließlich mit den Fingern nach allen Regeln der Morsekunst!

Daher: Hören und mit ein wenig Mut melden! Das Abenteuer lohnt sich!


Teilnahme an Rundsprüchen

Vereinzelte Vereinigungen strahlen zu bekannten Zeiten auf ihren bevorzugten Frequenzen Amateurfunknachrichten an Alle (QST) aus. Diese als Rundsprüche gekennzeichneten Ausstrahlungen werden im Anschluss von teilnehmenden Funkamateuren bestätigt ("ZAP-Verkehre").

Rundspruch
Meist wird mit einem Vorloggen gestartet. Hierbei ruft die ausführende (Klub-)Station eine gewisse Zeit vor dem eigentlichen Rundspruch mit einem Zusatzhinweis CQ.

Anrufende Funker werden begrüßt und erhalten eine laufende Nummer für den abschließenden Bestätigungsverkehr.

Dabei kann auch die Q-Gruppe QRY verwendet werden:
QRY    Sie haben die Nummer ....
QRY?  Wann bin ich an der Reihe?

Planmäßige Rundsprüche erfolgen meist in angenehmer Verkehrsgeschwindigkeit. Die jeweiligen Inhalte werden nach einer klubtypischen Struktur ausgestrahlt. Eine Unterbrechung der laufenden Sendung ist nicht gewünscht. Nachfragen können bei der Bestätigung erfolgen.

Die Nummer bestimmt die Reihenfolge des Aufrufs innerhalb des abschließenden Bestätigungsverkehrs. Nach dem Prinzip "First in - First out" werden die Funker von der Rundspruchstation einzeln zur Bestätigung aufgerufen. Hierbei werden meist Rapporte, Namen und persönliche Bemerkungen ausgetauscht. Die Bestätigungen werden kurz gehalten, da oft viele Stationen anstehen.

Möchte ein Funkamateur jedoch nur seine Anwesenheit signalisieren und keinen Bestätigungsverkehr durchführen, fügt er beim Vorloggen seinem Rufzeichen ein schlichtes "ohne ZAP" hinzu. Die Rundspruchstation wird daraufhin diese Station nicht für eine nachfolgende Bestätigung aufrufen.

Die Rundsprüche bereiten Mühen - jeder noch so kurze Anruf ist eine Anerkenung! Daher ist auch ein "ohne ZAP" eine wertvolle Hier-bin-ich-Bestätigung!


Fragen und Wiederholungen bei Störungen

Ist im Amateurfunkdienst eher das unterhaltsame Gehörlesen üblich, muss im berufsorientierten Morsen alles niedergeschrieben werden. Es dürfen keine Fehler geschehen! Zur Korrektur werden bekannte "Frage- Abkürzungen" genutzt.

Aber auch im Amateurfunk gibt es Nachfragen. Nicht alles ist immer gut verständlich. Die nachstehenden Kürzel sind international gebräuchlich und einfach zu merken. Sie werden unter erfahrenen Telegrafisten gerne genutzt.

aa alles nach ... rpt Wiederholen sie (oder Ich wiederhole)
ab alles vor ... cfm Bestätigen Sie (oder Ich bestätige)
wa Wort nach ... c Ja!
wb Wort vor ... cor Berichtigen Sie ...
bn alles zwischen ... und ... col Vergleichen Sie (oder Ich vergleiche)
txt Text cs Rufzeichen

Ein kurzes "rpt aa TS802" signalisiert dem Partner, er möge alles nach seiner Durchgabe "TS820" wiederholen. Ein "rpt bn rst name" lässt die Wiederholung des Rapports und des Standortes erwarten.

Umständliche Nachfragen entfallen. Der Morseverkehr ist gekonnt und flott!


Telegrafie-Duplexverkehr

Der Duplexverkehr (Zweiwege-Verkehr) ist im Amateurfunk selten. Dennoch ist diese Form als vereinzelte "Crossband- Verbindung" (Verbindung innerhalb verschiedener Frequenzbänder) zu hören.

Vollduplex
Voll-Duplex
("Gegensprechen")
Semiduplex
Semi-Duplex
("Bedingtes Gegensprechen")

Typische Anlässe sind hierbei betriebliche Versuche, technische oder rechtliche Beschränkungen, zugelassener funkdienstübergreifender Bestätigungsverkehr (selten!),  Morseübungen mit UKW-Stationen, u.a.

Für den typischen Duplexverkehr sind folgende Q-Gruppen vorgesehen:

QSX Ich höre .... (Name und/oder Rufzeichen) auf .... kHz (oder MHz) oder in den Frequenzbereichen .... / auf den Kanälen ....
QSU Senden oder antworten Sie auf der augenblicklich benutzten Frequenz (oder auf .... kHz (oder MHz)) (mit Sendeart ....).
QSW Ich werde auf der augenblicklich benutzten Frequenz (oder auf .... kHz (oder MHz)) (mit Sendeart ....) senden.

Merkhilfe: QSX(X=unbekannt/irgendwo) - QSyoU/dU - QSWe/Wir

Die seltene Spielart des Amateurfunk-Duplexverkehrs hat ihren besonderen Reiz! Hierbei ist im Voll-Duplex ein perfekter Telegrafie-BK-Verkehr (Zwischenhörverkehr) möglich! Zu erkennen sind die Stationen meist anhand einer QSX- Frequenzangabe. Dabei können sie oft auf ihrer eigenen Sendefrequenz nicht angerufen werden.


Telegrafie-Splitverkehr

Eine Amateurfunk-Variante des Semi-Duplex ist der Splitverkehr. Hierbei besteht nur ein geringer Abstand (wenige kHz) zwischen der Empfangs- und Sendefrequenz.

Splitbetrieb

Angewendet wird dieses Verfahren überwiegend bei Funkverkehren mit seltenen Stationen (z.B. DXpeditionen). Durch die Trennung der Hör- und Sendefrequenz werden Anrufstörungen der raren Station minimiert.

Pileup
Beispielsweise gibt die seltene Station zur Kennzeichnung die Aufforderung "up",  "up5", "dwn4" oder einfach "dwn". Manchmal muss die Anruffrequenz der seltenen Station auch in ihrer Nähe gesucht werden.

Damit ist ein weitgehend störungsfreier Betrieb gewährleistet. Das Pile-Up (sehr großer Andrang) wird entzerrt!
Pile-Up

mp3-Hörbeispiel "Pile- Up"
(Morse-Runner-Simulation 31KB = 15 Sek. CW)



Inoffizielle Funker-Bedeutungen von Q-Gruppen

Q-Gruppen dienen einer beschleunigten Telegrafie-Verkehrsabwicklung. Sie sind dreistellig und haben jeweils eine fest zugeortnete Bedeutung. Der erste Buchstabe "Q" wurde hierbei wegen seines raren Auftretens gewählt. Verwechslungen wurden somit weitgehend ausgeschlossen.

Erste verbindliche Q-Gruppen wurden auf der internationalen Konferenz für Radiotelegrafie in Berlin (1906) festgelegt. Sie dienen zur Verständigung, Regelung, Information, Meteorologie und der Notfallhilfe. Die Reihen QAA bis QNZ sind international dem Flugfunkdienst vorbehalten. Dem Seefunkdienst sind dagegen die Gruppen QOA bis QQZ zugewiesen. QRA bis QUZ dürfen gem. den Regeln von allen Funkdiensten benutzt werden.

Für die Praxis werden im Amateurfunk - mit Ausnahmen - ca. 30 Q-Gruppen genutzt. Die "ARRL"- QN-Gruppen in Amateurfunknetzen sind zu speziell und daher kaum hörbar.

Neben den offiziellen Q-Gruppen bestehen jedoch inoffizielle Funker- Q-Gruppen, die wegen ihrer besonderen und manchmal netten Bedeutung von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Kuh-Gruppe "Kuh-Gruppen"
Scherz mit Funkertradition



Die Q-Gruppe QSD bedeutet offiziell: "Ihre Zeichen sind verstümmelt". Eine andere Bedeutung lautet weniger neutral: "Ihre Zeichen sind fehlerhaft." Der Telegrafist kann sich ein schlechtes, ein fehlerhaftes Morsen gut mit der Gedankenbrücke "Sau-Drücker!" merken. Möchte er es etwas "netter" verpacken, telegrafiert er QLF. In der Telegrafiewelt bedeutet es: "Sie geben mit dem linken Fuß"!

Nahezu alle Telegrafisten sind Männer. So wie die Männer halt sind, sau... trinken sie auch gerne einen. Da im kommerziellen Funk das persönliche Morsegespräch zwischen Funkern verboten ist, gab ihnen ihre Kreativität die Idee zum QKB. Es bedeutet ganz einfach "Kasten Bier". Nach der Durchgabe von QKB wusste der Funkpartner oft seufzenderweise um das aktuelle Morsedoping seines Partners.

Und wie ist die Bequemlichkeit mit einer Q-Gruppe zu beschreiben? Besteht kein Interesse zu einer Tätigkeit, wird die Gruppe QLZ [LaZy] gegeben. Der Partner wusste dann sofort Bescheid!

Auch wurde die Bedeutung der Q-Gruppe QTP: "Ich bin im Begriff, in das Hafenbecken (oder in den Hafen) einzulaufen oder Ich bin im Begriff, zu wassern (oder zu landen)." von den Telegrafisten umgedeutet. Unschwer ist zu erkennen, dass es sich hier um eine Kurzinformation hinsichtlich eines sehr dringenden menschlichen Bedürfnisses handelt. Telegrafisten sind halt auch Menschen...

QMorsen mit Q-Gruppen ist mehr als nur simples funken!

© DK5KE