Allgemeine Betriebstipps zur Verbesserung des Funkbetriebs
- Hilfen zur Morsetelegrafie bei Problem-Feldstärken
- CW-Kanalspeicher-Durchlaufbetrieb
- Flüssiger Funkverkehr durch einen FULL-BK-Betrieb
- Fachgerechte Anwendung aller Bedienelemente
- Besondere Z-Gruppen für die Morsetelegrafie
- Besondere Aufwärmübung für den Telegrafisten
- Spezielle "Quarz"-Q-Gruppen
- Tönende Telegrafie auf UKW (F2A)
Hilfen zur Morsetelegrafie bei Problem-Feldstärken
Häufig ergeben sich im Funkbetrieb sehr schwache, bzw. durch schlechte atmosphärische Bedingungen (QRN),
gestörte Signale an der Hörgrenze. Unabhängig von den Tricks bei
Störungen (QRM) ergeben sich auch hier funkbetriebliche Möglichkeiten.
Problem: Wie sind diese Verbindungen betrieblich zu retten?
Lösung: Durch Nutzung/Umsetzung geeigneter Q-Gruppen.
QRS - Um QRS bitten und/oder selbst langsamer geben.
Langsameres Geben verbessert die Lesbarkeit bei schlechten Verbindungen erheblich. Bedenke dabei: Es ist immer(!) der
Empfänger das Ziel - nicht die (eigene) Morse-Eitelkeit!
QRO - Um QRO bitten und/oder selbst Leistung erhöhen.
Manche Stationen arbeiten - trotz leistungsfähiger Station - oft mit (viel) kleineren Leistungen. Dies ergibt sich durch
einen sportlichen Reiz (QRP) oder einer Notwendigkeit zur Leistungsreduzierung (bci/tvi). Eine (kurze) Leistungserhöhung
- sei es auch nur um wenige Dezibel - kann die Lesbarkeit erheblich verbessern.
QSZ - Um QSZ bitten und/oder selbst doppelt geben.
Liegen sehr geringe Feldstärken bei gleichzeitigen Schwundbedingungen (QSB) vor, ist das doppelte (oder mehrfache) Geben
jedes Wortes oder jeder Abkürzung ein gutes Hilfsmittel. Auch wenn dies ungewohnt ist - in den Schwundbergen kann es
vielleicht verstanden werden.
QSY - Um Frequenzwechsel bitten oder nachfragen.
Frequenzwechsel auf das nächst tiefere oder höhere Amateurfunkband. Liegen geeignete ionosphärische
Bedingungen vor, kann ein Funkverkehr auf mehreren Amateurfunkbändern möglich sein. Hieraus ergeben sich
gleichzeitig veränderte Signal-/ Rauschverhältnisse. Die Qualität einer Funkverbindung kann sich damit
verbessern.
Wichtig ist: Ergibt sich nach einem Frequenzwechsel kein Funkkontakt, wird nach einigen längeren Anrufversuchen auf die
vorhergehende (zuletzt funktionierende) Frequenz geschaltet.
In allen Fällen sollten langatmige Erklärungen vermieden werden. Bei betrieblich schwierigen Verbindungen sind
kurze Durchgänge und korrekte Abkürzungen das wichtigste Mittel. Ein gekonnter Zwischenhörverkehr (QSK) ist
dabei sehr hilfreich.
CW-Kanalspeicher-Durchlaufbetrieb
Problem: Suche nach guten Bekannten Treffpunktfrequenzen.
Wer hat es nicht schon einmal erlebt? Man sitzt im Check und bastelt, möchte aber gleichzeitig für gute Freunde
empfangsbereit sein. Viele typische Treff-Frequenzen sind bekannt, aber der Transceiver steht leider nur auf einer
Frequenz.
Viele moderne Geräte bieten heute die Möglichkeit des "Memory Scrolls". Besteht bei einer anderen Tätigkeit
gleichzeitig die Lust auf eine Funkverbindung, ist ein automatisches Abscannen der bekannten oder bevorzugten
Treff-Frequenzen geradezu ideal.
Beispielhaft können folgende Frequenzen gescannt werden:
Frequenz
|
Nutzung 3,5 MHz
|
Frequenz
|
Nutzung 7,0 MHz
|
3525 kHz
|
HSC-International
|
7025 kHz
|
HSC-International
|
3547 kHz
|
Bug-Aktivität
|
7017 kHz
|
Bug-Aktivität
|
3555 kHz
|
QRS-Aktivität
|
|
|
3556 kHz
|
QRQ-DL
|
7024 kHz
|
QRQ-DL
|
| 3560 kHz |
QRP-Anruf |
7030 kHz |
QRP-Anruf |
| 3573 kHz |
AGCW-Club |
|
|
3569 kHz
|
QRQ-DL
|
|
|
3574 kHz
|
QRQ-DL
|
|
|
BUG-, QRP- und/oder QRQ-Fans können auf
diese einfache Weise im Hintergrund ihre Lieblingsfrequenzen - je nach Vorliebe - beobachten! Ungehörte CQ-Rufe
verringern sich - der größeren Aktivität ist Genüge getan!
Flüssiger Funkverkehr durch einen FULL-BK-Betrieb
Problem: Wunsch nach Unterbrechungsmöglichkeiten
Morseverkehre finden grundsätzlich im SIMPLEX-Betrieb (Wechselsprechen) statt. Hierbei wird eine einzige Frequenz im
Wechsel genutzt.

In der klassischen Variante sind keine Unterbrechungen des Partners möglich. Es muss bis zum Ende der jeweiligen
Aussendung gewartet werden.
Beim amateurfunktypischen VOX-Betrieb (Tastgesteuerter Betrieb) wird der Sender automatisch mit Beginn des ersten
Morsezeichens aktiviert. In längeren Tastpausen schaltet das Gerät – in Abhängigkeit der eingestellten
Verzögerung – automatisch auf Empfang. Bei flüssiger Morse-Gebeweise ist jedoch auch hier keine Unterbrechung
des Funkverkehrs möglich. Ein Zwischenhören erfolgt nur bei kurzen Verzögerungen in der laufenden
Durchgabe.
Die perfekte Lösung ergibt sich im Zwischenhörverkehr (QSK- oder FULL-BK- Verkehr), bei dem durch eine spezielle
Sende-/ Empfangsumschaltung, ein reales zwischen den Zeichen hören möglich wird.
Dem Partner kann dies durch die Abkürzung "QSK" mitgeteilt werden.
QSK: „Ich kann Sie zwischen meinen Zeichen hören;
Sie können mich während meiner Übermittlung unterbrechen.“
Der Vorteil des QSK- oder FULL-BK-Betriebs liegt in der unmittelbaren Reaktion hinsichtlich eines Fremdstörers (QRM)
oder einer Unterbrechung des Partners, die ein flüssiges, lebhaftes Gespräch erst perfekt macht. Das häufige
und unabsichtliche „Doppelsenden“ entfällt.

QSK ist jedoch nicht immer QSK! Qualitätsunterschiede in den Geräten können den Telegrafiegenuss
beeinträchtigen. Eine schlechte QSK-Geräteeigenschaft kann zum Teil durch eine gute Tast- Elektronik kompensiert
werden. Ein verzerrtes Punkt-/ Strichverhältnis kann damit nachgeregelt werden. Wichtig ist hierbei: Nicht jedes
Gerät ist für den perfekten Telegrafiebetrieb gleich gut geeignet!
Fachgerechte Anwendung aller Bedienelemente
Problem: OMs quälen sich mit schlechter CW-Hörqualität.

|
Oft liegt es an der mangelnden Nutzung hilfreicher Einstellelemente. Gerade diese
begründen den besonderen Morsegenuss!
Das Ziel ist die Beherrschung und der Gebrauch aller Bedienelemente. |
Quarzfilter - Quarzfilterregelungen
Bei der Partnersuche ruhig breitbandig - im Funkbetrieb aber immer schmalbandig.
NF- und HF-Lautstärke
Die ausgeglichene Balance zwischen dem NF- und HF-Signal begründet ein ruhiges und ablenkungsfreies Signal.
NOTCH-Filter
Sollte bei (längeren) Fremdstörungen auch tatsächlich genutzt werden.
Störaustastung(en)
Abhängig vom "Grundprasseln" der elektronischen Umweltverschmutzung. Oft sehr sinnvoll bei lokal breitbandigen
Störsignalen und nicht immer genutzt..
Rauschsperre
Für die Kurzwelle eher ungewöhnlich. Sie kann jedoch gut auf den Stand-by- Frequenzen eingesetzt werden.
Automatische Lautstärkeregelung
Sie sollte grundsätzlich auf einen Wert eingestellt sein, bei dem das SIgnal angenehm ruhig und ohne starke
Regelungseffekte zu hören ist.
Besondere Z-Gruppen für die Morsetelegrafie
Die mit den Q-Gruppen verwandten internationalen Z-Gruppen werden primär bei kommerziellen
(RTTY-)Funkdiensten genutzt. Sie sind im Amateurfunk - mit der Ausnahme "ZAP" - nahezu unbekannt. Die Gruppe "ZAP" ("Bitte
bestätigen") ist häufig in geleiteten (Klub-)Amateurfunknetzen (keine Notfunknetze) zu
hören.
Wird bei einer Netzanmeldung "ohne ZAP" gemorst, bedeutet es eine "offizielle" Netzteilnahme ohne den Wunsch zum
abschließenden Bestätigungsverkehr. Der Funker zeigt seine Anwesenheit - wünscht jedoch keine weiteren
Aktivitäten im Funkbetrieb.
Neben dieser Z-Gruppe gibt es für den Telegrafiefunk spezielle "Morsetasten- Gruppen". Sie sind im Amateurfunk
völlig ungebräuchlich, jedoch für den Morse(tasten)freund erwähnenswert.
ZTH Geben sie mit der Handtaste
ZTV Geben sie mit Bug
ZTW Geben sie mit Vibroplex
[Z-Gruppen: Kurzwellen-Betriebstechnik, Teichmann, 1964]
Besondere Aufwärmübung für den Telegrafisten
Problem: Mangelnde Übung oder kalte Finger.
Generationen von Telegrafisten trainierten mit den "Fingerbrechern":
Spezielle "Quarz"-Q-Gruppen
In den Anfängen des UKW-Amateurfunks konnten die Funkamateure aufgrund der Verwendung fester Sendequarze nur schwierig
in Verbindung treten. Obwohl die Empfänger in der Regel durchstimmbar waren, konnten nur Simplexverkehre
durchgeführt werden. Findige Funkamateure verwendeten daher zur erweiterten Betriebsmöglichkeit (Duplexbetrieb -
Funkverkehr auf zwei Frequenzen) spezielle Q-Gruppen. Diese Q-Gruppen kennzeichneten die jeweilige Methode des Abhörens.
Eine zusätzliche Kontaktaufnahme war somit möglich geworden.
Die Q-Gruppen lassen dabei eine Logik erkennen:
QHL
QHM
QLH
QLM
QMH
QML
|
Ich suche das Band, am oberen Ende beginnend ab.
Ich suche das Band, am oberen Ende beginnend zur Mitte ab.
Ich suche das Band, am unteren Ende beginnend ab.
Ich suche das Band, am unteren Ende beginnend zur Mitte ab.
Ich suche das Band, in der Mitte beginnend nach oben ab.
Ich suche das Band, in der Mitte beginnend nach unten ab. |
Diese Verfahrensweise ist allgemein in Vergessenheit geraten. Vielleicht sind diese Q-Gruppen auch heute noch für den
gemeinsamen (CW-QRP-Contest-) Betrieb mit quarzgesteuertem Sendern einfachster Bauart sinnvoll?
Tönende Telegrafie auf UKW (F2A)
Durch die große Verbreitung von kleinen V/UHF-FM- Handfunkgeräten ist der F2A- Morsebetrieb auf einem "OV-Kanal"
oder auf der F2A- Anruffrequenz 144,65 MHz eine gute und einfache Möglichkeit zum Morsebetrieb.
Hier können Kenntnisse und Fähigkeiten lokal, ohne große Reichweite verbessert werden. Auch eignet sich der
sehr geringe Antennen- und Geräteaufwand besonders für Interessierte und Einsteiger. Für die ersten Schritte
genügt gegebenenfalls auch nur eine aktive Morsestation.
Wird in der Folge während der Telegrafiepausen per Mikrofon (F3E) "telefoniert", vermindert sich der (Neu-) Stress - bei
gleichzeitig erhöhtem Spassfaktor. Das "Wohnzimmergefühl" bei den (sehr) geringen UKW- Reichweiten erleichtern
dabei den Mut zum (ersten) Morsen.
Der einfachste Weg ist die unmittelbare Mikrofon- Einkopplung via Lautsprecher (Tongenerator/ Audiosignal KW-Sender). Weitere
Hinweise finden sich im Internet. Besonders empfehlenswert ist hierbei der "CW-Assistent" (Universelle Schaltung mit
Mikrocontrollersteuerung zur Ansteuerung von FM-Handfunkgeräten oder anderen FM-Tranceivern im F2A-Mode) des
Arbeitskreises Amateurfunk und Telekommunikation in der Schule e.V. (AATiS). |