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Empfangsbeurteilungen im praktischen Funkbetrieb
- RST-System im Amateurfunk
- Beurteilungen mit Q-Gruppen
- Beurteilung aus dem Seefunk
Das RST-System
Das RST-System ist die klassische Form der Empfangsbeurteilung im Amateurfunk. Im Telegrafiebetrieb werden hierzu Angaben
über die Qualität der Lesbarkeit (R), der Signalstärke (S) und der Telegrafie- Tonqualität (T)
übermittelt.
Die Bewertungen erfolgen subjektiv. Die Signalstärke (S) kann dabei an einer vorhandenen Feldstärkeanzeige
(S-Meter) des Empfängers abgelesen werden.
S-Meter
Telegrafiert ein Funker 'RST 579', bedeutet es: Du bist einwandfrei lesbar und hast ein mäßig starkes Signal mit
einem reinen Gleichstromton. Sendet er 'RST 335', bedeutet es: Dein Funksignal ist mit Schwierigkeiten lesbar und du hast ein
schwaches Signal mit einem musikalisch modulierten Ton.
Die Beurteilung des Tones ist - besonders beim Selbstbau - von großer Wichtigkeit. Werte <T9 deuten meist auf einen
Gerätefehler hin.
Readability (Lesbarkeit)
R 1 = nicht lesbar
R 2 = zeitweise lesbar
R 3 = mit Schwierigkeiten lesbar
R 4 = ohne Schwierigkeiten lesbar
R 5 = einwandfrei lesbar
Signal strength (Lautstärke)
S 1 = kaum hörbares Signal
S 2 = sehr schwaches Signal
S 3 = schwaches Signal
S 4 = mittelmäßiges Signal
S 5 = ausreichendes Signal
S 6 = gut hörbares Signal
S 7 = mäßig starkes Signal
S 8 = starkes Signal
S 9 = äußerst starkes Signal
Der Wert S 9 entspricht unterhalb von 30 MHz einer Empfängereingangsspannung von 50 µV an 50 Ohm. Die
Pegeldifferenz pro S-Stufe beträgt 6 dB.
Tone (Tonqualität)
T 1 = äußerst roher Wechselstromton
T 2 = sehr roher, unmusikalischer Wechselstromton
T 3 = roher Wechselstromton, leicht musikalisch
T 4 = leicht roher Wechselstromton, mittelmäßig musikalisch
T 5 = musikalisch modulierter Ton
T 6 = modulierter Ton, leichter Triller
T 7 = unstabiler Gleichstromton
T 8 = gefilteter Gleichstromton, etwas Brummodulation
T 9 = reiner Gleichstromton
"a" = durch Aurora [Nordlicht] verzerrter Ton
Mögliche Zusatzwerte (z. B. 'RST 599c' ):
"x" = kristallreiner, stabiler Ton
"c" = Chirp
"k" = Klicks
Das RST-System ist mit den Q-Gruppen QRK, QSA und QRH/QRI verwandt.
Empfangsbeurteilungen mit Q-Gruppen
- QRK, QSA, QRH, QRI, QRM, QRN, QSB -
In den Funkdiensten außerhalb des Amateurfunks werden Q-Gruppen zur Empfangsbewertung verwendet. Diese werden auch im
Amateurfunk genutzt.
QRK
Die QRK-Gruppe ist mit dem RST-'R'-Wert zu vergleichen.
Frage: QRK?
Wie ist die Verständlichkeit meiner Übermittlung (oder der Übermittlung von .... (Name und/oder
Rufzeichen))?
Antwort: QRK [1 - 5]
Die Verständlichkeit Ihrer Übermittlung (oder der Übermittlung von .... (Name und/oder Rufzeichen)) ist
....
1. schlecht
2. mangelhaft
3. ausreichend
4. gut
5. ausgezeichnet
QSA
Die QSA-Gruppe ist mit dem RST-'S'-Wert zu vergleichen, wobei die QSA- Stufen im Gegensatz zum RST-System lediglich fünf
Lautstärke- Stufen aufweisen. Daher gilt eine QSA-Stufe grob für zwei S-Stufen.
Frage: QSA?
Wie ist die Stärke meiner Zeichen (oder der Zeichen von .... (Name und/oder Rufzeichen))?
Antwort: QSA [1 - 5]
Ihre Zeichen (oder die Zeichen von .... (Name und/oder Rufzeichen)) sind ....
1. kaum
2. schwach
3. ziemlich gut
4. gut
5. sehr gut
hörbar.
Ist ein Empfang unmöglich, wird oft 'QSA NO' , 'QSA NIL' oder 'QSA 0' telegrafiert. Wird der Partner nicht gehört,
ist in seltenen Fällen auch die Q-Gruppe 'QZY' zu hören. Diese alte deutsche Q-Gruppe bedeutet: Hier nichts
gehört!
QRH
Die QRH-Gruppe ist mit dem RST-'T'-Wert verwandt, wobei sie hier nur ein Schwanken der Frequenz (z. B. unstabiler
Gleichstromton T 7) kennzeichnet.
Frage: QRH?
Schwankt meine Frequenz?
Antwort: QRH
Ihre Frequenz schwankt.
QRI
Auch diese Gruppe ist mit dem RST-'T'-Wert verwandt. Ein stark verbrummter Ton würde mit 'QRI 3' gekennzeichnet.
Frage: QRI?
Wie ist der Ton meiner Aussendung?
Antwort: QRI [1 - 3]
Der Ton Ihrer Aussendung ist ....
1. gut
2. veränderlich
3. schlecht
Die folgenden Q-Gruppen werden nicht durch das RST-System abgedeckt. Sie können im Bedarfsfall hinzu gefügt werden.
Eine Verbindung mit 'RST 449 QRM QRN QSB' erfordert dabei alle funkerischen
Tricks!
QRM
Fremdstörungen durch andere Stationen werden mit QRM beschrieben. Diese entstehen durch die Verwendung gleicher
Frequenzen oder ungenügendem Frequenzabstand. Ein Frequenzwechsel (QSY) ist hierbei oft die letzte Chance.
Frage: QRM?
Wird meine Aussendung gestört?
Antwort: QRM oder QRM [1-5]
Ihre Aussendung wird gestört. (oder...)
Ihre Aussendung wird
1. nicht
2. schwach
3. mäßig
4. stark
5. sehr stark
gestört.
QRN
Atmosphärische Störungen äußern sich beim Empfang durch ein zischendes, knackendes oder prasselndes
Geräusch. Die Gruppe QRN ist daher eine typische Sommer-Q-Gruppe. Kommen Donner und Blitze näher, ist das
Ausschalten der Geräte und das Erden der Antenne sinnvoll. Ein 'QAZ' (Gewitter, ich schalte ab!) signalisiert dann die
Dringlichkeit zum Verkehrsschluss.
Frage: QRN?
Werden Sie durch atmosphärische Störungen beeinträchtigt?
Antwort: QRN oder QRN [1-5]

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Ich werde durch atmosphärische Störungen beeinträchtigt.
(oder...) |
Ich werde
1. nicht
2. schwach
3. mäßig
4. stark
5. sehr stark
durch atmosphärische Störungen beeinträchtigt.
QSB
Die QSB-Gruppe steht für die Beurteilung des Fadings. Dieser äußert sich als Interferenz-, Absorptions- oder
Polarisationsschwund. Gibt ein Funker 'QSB', ist möglicherweise als Rückfrage ein 'QSZ?' (Soll ich doppelt geben?)
sinnvoll. Die Stärke des Schwunds wird - entgegen der offiziellen Definition - vereinzelt auch mit der "1-bis-5-Skala"
angegeben. Ein doppeltes Geben (QSZ) überbrückt dabei tiefe, häufige oder lang anhaltende
Schwundtäler.
Frage: QSB?
Schwankt die Stärke meiner Zeichen?
Antwort: QSB
Die Stärke ihrer Zeichen schwankt.
QOF im Seefunk
Die nur für den Seefunkdienst vorgesehene Q-Gruppe QOF umfasst als universale Gütegruppe
alle Übertragungsparameter. Sie wurde in der Vergangenheit im Amateurfunk zur Vereinfachung vorgeschlagen und
diskutiert. Sie ist - obwohl von den Funkern nicht angenomen - noch in der Amateurfunkliteratur zu finden.
Frage: QOF?
Wie ist die Betriebsgüte meiner Zeichen?
Antwort: QOF [1 - 3]
Die Güte ihrer Zeichen ist ....
1. nicht brauchbar
2. noch brauchbar
3. voll brauchbar. |
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© DK5KE
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