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Telegrafiebetrieb mit kleinen Sendeleistungen
(QRP-Betrieb)
- Grundlagen
- Betriebstechnik
- Bakenbeobachtung
- Funkwetteranalyse
Grundlagen

Verglichen mit einer Standard-Ausgangsleistung von 100 Watt ergeben sich im QRP-Betrieb auf der Empfängerseite bei einem
Output von 5 Watt, bzw. 1 Watt folgende Signalunterschiede (S-Stufen):
- 13 dB = ~ 2 S-Stufen bei 5 Watt
- 20 dB = ~ 3 S-Stufen bei 1 Watt.
Sind die Funkbedingungen ideal, d. h. hat der Funkweg nur geringe Beeinflussungen oder Dämpfungen, ist das QRP- Signal
im Verhältnis zu den 100 Watt- Stationen noch gut zu empfangen. Sind jedoch auch diese schwach (z.B. S4-5), können
Sender mit geringer Sendeleistung nur schwierig oder überhaupt nicht empfangen werden.
Wesentliche QRP-Vorteile:
- Geringer Stromverbrauch
- Kleine Gerätegrößen
- Keine Radio- oder TV-Störungen
- Keine Selbsterklärungspflicht
- Sportlichkeit durch Minimalfunk
- Hoher Spassfaktor
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Nachteile:
- "Konkurrenz" durch stärkere Stationen
- Erschwernis durch schwächeres Signal
- Erhöhte Störungswahrscheinlichkeit |
Folgende Hilfen verbessern den QRP-Funkbetrieb:
Betriebstechnik
Besonders ausgewiesene Aktivitätsfrequenzen für den Betrieb mit kleinen Leistungen erhöhen die Chancen zur
Kontaktaufnahme. Hier sind Anrufe - gerade an schwache Stationen - besonders erwünscht. Wer hier antwortet, ist zum
QRP-Funk bereit.

Der perfekte FULL-BK-Betrieb (QSK) ist anzustreben. Er ermöglicht schnelle Reaktionen
bei schwierigen Bedingungen. Im Störungsfall sind geeignete funkbetriebliche
Maßnahmen der Schlüssel zum Erfolg.
Bakenbeobachtung
Mag der Betrieb noch so perfekt sein - die Ionosphäre ist immer der Boss!
Gerade hier sind offene Funkwege besonders wichtig. Die besondere Kunst liegt in der Nutzung der Funktrassen mit den
geringsten Dämpfungen. Ideal ist der Betrieb im Bereich der optimalen Frequenz (FOT).
Die Beobachtung geeigneter Funkbaken ist daher ein erprobtes Mittel.
Baken sind automatisch sendende Amateurfunkstellen zur Ermittlung offener Funkwege. Durch Vergleich der Güte der
empfangenen Feldstärken können Rückschlüsse auf die Qualität der Funkstrecke gezogen werden.
Folgende Baken helfen beim Funkbetrieb mit kleinen Sendeleistungen:
DKØWCY (JO44VQ) sendet auf 3579 kHz von 07.20 - 09.00 und von
16.00 - 19.00 Uhr Ortszeit. Auf der Frequenz 10144 kHz sendet diese Bake im 24h-Betrieb. Es werden Informationen zur
Sonnenaktivität, zum Erdmagnetfeld und Aurorawarnungen ausgestrahlt. Diese lassen Rückschlüsse auf den Erfolg
eigener Verbindungen zu.
OK0EU (JO70) - Auf 3594,5 kHz senden fünf 1 Watt-Baken aus verteilten
Standorten mit einem Frequenzabstand von 4 Hz(!) für Mehrpunkt- Messungen. Auffällig ist der etwas andere
Höreindruck.

Langzeitbeobachtung OK0EU - Bandbreite 1,5 Hertz!
OK0EN (JO70AC) sendet auf 3600 kHz im 24h-Betrieb mit
einer QRPp- Sendeleistung von 150mW! Der Empfang zeigt auf diesem Band gute Bedingungen an! Leider ist diese Frequenz
häufig belegt. Dann ist ein wenig Geduld angebracht.
OK0EU (JO70GM) sendet auf 7038,5 kHz mit einer Sendeleistung von 1 Watt
- mp3-Beispiel der Bake, QRB 545 km.
OKØEF (JO70BC) sendet auf 10134 kHz mit wechselnden
QRPp-Leistungen von 500 mW, 200 mW oder 100 mW(!) aus der Nähe von Prag.
NCDXF/IARU Das berühmte International Beacon Network ist
für die oberen Bänder sehr empfehlenswert. Auf den Frequenzen 14.10, 18.11, 21.15, 24.93 und 28.20 MHz senden
weltweite Stationen im 24h-Betrieb mit Sendeleistungen von 100, 10, 1 und 0.1 Watt. Hier ist ein direkter Vergleich mit der
eigenen QRP-Station möglich - mp3-Hörbeispiel der Bake OH2B (23KB).
Viele weitere Baken helfen dem QRP-Freund zur Beurteilung geeigneter Funktrassen. Die umfangreiche G3USF HF Beacon List ist eine gute Hilfe!
Allgemeine Funkwetteranalyse
Die ionosphärische Wellenausbreitung unterliegt starken Wandlungen. Geben Funkbaken nur ungenügende oder keine
Hinweise, ist die Analyse der aktuellen Internet- Ionosphärendaten ein probates Mittel. Die physikalischen
Veränderungen werden von Instituten erfasst und zeitnah veröffentlicht. Daraus ergeben sich gute Anhaltspunkte
für den erfolgreichen Betrieb. Hier hat der Funkamateur eine hervorragende Quelle zur Beurteilung des Funkwetters.
Aktuelles Funkwetter
Die nachfolgenden Quellen zeigen Warnungen, Hinweise auf geomagnetische Störungen oder ionosphärische Stürme,
Polkappen- Absorptionen, Mögel- Dellinger- Effekte, Aurora und anderes.
Aktuelle Ionogramme
Weitergehende Hinweise ergeben sich aus den Ionogrammen, die Rückschlüsse auf Grenzfrequenzen, Sporadic-E,
Spread-F, ionosphärischen oder geomagnetischen Störungen erlauben. Eine faszinierende Welt für den an der
Funkwellenausbreitung interessierten QRP-Amateur.
Ionosonde Dourbes (Belgien) -
Ionosonde Juliusruh (Deutschland)
Nähere Hinweise und Erläuterungen zu den einzelnen Parametern sind meist auf den Hilfe- Seiten der Institute zu
finden.
Und was noch wichtig ist...
Eine unbekannte Quelle beschrieb den QRP-Reiz wie folgt:
Empfundener Spass = Entfernung (km) / Leistung (Watt)
8000 km / 750 Watt = nur geringer Spassfaktor von 10,7!
1000 km / 5 Watt = ein Super-Spassfaktor von 200! ;-) |
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© DK5KE
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