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Morsetelegrafieseite DK5KE
Die Morsetelegrafie ist der Urknall des Internets
 
Wahre Geschichten zum Thema Telegrafie


- (Morse-)Hilfe bei schwerster Behinderung!
- Der perfekte Mogeltrick mit Morsezeichen
- Die Geschichte über das falsche "Morse-de"


Morsehilfe bei schwerster Behinderung

Die nachstehende Meldung zeigt in eindrucksvoller Weise Chancen und Möglichkeiten in der Kommunikation mit schwerstbehinderten Menschen:

Gelähmte Frau verständigt sich durch Morsezeichen

Eine 79-jährige Frau aus der britischen Ortschaft Swansea kann sich nur durch Morsezeichen mit der Umwelt verständigen.

Die Frau ist durch einen Hirnschaden nahezu vollständig gelähmt. Sie nimmt ihre Umgebung bei vollem Bewusstsein wahr, kann jedoch aufgrund ihrer Behinderung nicht sprechen und sich auch sonst nicht artikulieren. Lediglich den rechten Daumen kann die alte Dame kontrolliert bewegen.

Ihr Sohn, ein ehemaliger BBC-Techniker, baute daraufhin eine Art Morsetaste, die genau an die Hand seiner Mutter angepasst ist. Die Frau hatte noch aus ihrer Jugendzeit Grundkenntnisse in Morsetelegrafie und kann sich jetzt auf diesem Wege mit ihrem Sohn verständigen. Der Sohn plant, die Morsezeichen auch auf einem Bildschirm in Klarschrift sichtbar zu machen, damit seine Mutter künftig auch mit anderen Personen kommunizieren kann.

Die BBC hat zu diesem Fall einen TV-Beitrag gedreht, der im Internet unter http://news.bbc.co.uk/1/hi/wales/7843705.stm abgerufen werden kann.

[Quelle: - wolf - © FM-FUNKMAGAZIN, 22.02.09]

Hinweis zum Weitersagen: Das freie(!) Programm Minimal-Mobilitäts-Kommunikator für Schwerstkranke ermöglicht die Kommunikation mit einfachstem Mausklicken! Kleinste Bewegungen(!) machen eine Kommunikation möglich! Der Denkanstoß zu diesem Programm erfolgte aufgrund dieser Geschichte, der Arbeit mit Menschen aus dem Hospiz und dem Wissen um die große Macht der simplen (Morse-) Impulse.


Das perfekte Mogeltrick mit Morsezeichen

Es geschah vor langer Zeit. Die Familie saß in netter Runde mit Freunden zusammen. Der kleine Sohn war anwesend und langweilte sich. Einer der Besucher – es war ein "funkender Leutnant" – bemerkte die Unzufriedenheit des Jungen. Er sprach ihn an:

„Du bist doch in der Schule! Weist du, wie man so richtig mogeln kann?“

„Nein!“, sagte der Kleine und schaute dabei verwundert auf das fremde Gesicht.

„Möchtest du denn das perfekte Mogeln lernen?“

Der kleine Junge lächelte verlegen und schwieg. Natürlich wollte er es lernen, denn welcher Schüler möchte nicht um die Geheimnisse besserer Noten wissen?

„Du hast doch bestimmt schon etwas vom Morsen gehört? Schau mal genau auf meine Hand: Wenn ich sie zur Faust forme, bedeutet es einen Morsepunkt. Lege ich meine Hand flach auf den Tisch, bedeutet es einen Morsestrich.“

Der Junge sah ungläubig auf die Hand.

„Und wenn ich mogeln möchte,“ fuhr er fort, „forme ich mit der Hand die einzelnen Punkte und Striche der Morsezeichen zu Buchstaben und teile damit den anderen etwas mit und – niemand merkt es!“

Dabei bewegte er die Hand in langsamen und ruhigen Rhythmen.

„Und wenn du es langsam machst, sieht es so aus, als würdest du mit deiner Hand nur spielen!"

Fasziniert schaute der Junge auf die Bewegungen. Dabei dachte er an seine Schulnoten und daran, wie schön und geheimnisvoll doch das Mogeln bei den Klassenarbeiten wäre. Er dachte an eine geheime Sprache, die niemand verstehen kann. – Er wollte es mit seinen Freunden lernen.

Und so ging der kleine Junge am folgenden Tag in die Schule und motivierte seine Freunde zum Morselernen. Einige Jungens lernten tatsächlich alle Morsezeichen auswendig, aber – das Geben ist anders als das Nehmen!

Das Erkennen war weit schwieriger als das eigene Geben mit der Hand. Weil es nicht recht funktionierte, wurden Zettelchen mit Punkten und Strichen geschrieben und mit Flummies, mit kleinen Gummis, quer durch die Klasse geflitscht.

Sie waren stolz, denn die Lehrer konnten die Zettelchen nicht lesen! Sie waren ja viel schlauer als die Lehrer! DIE konnten ja nicht morsen!

Nach vielen Wochen gerieten die Zettelchen jedoch in Vergessenheit. Das geheime Klassenmorsen wurde zu einer netten Anekdote!

Der kleine Junge vergaß diese Geschichte nie. Als er dann als junger Funker richtig morsen durfte – dachte er mit einem Lächeln an sein wunderbares drittes Schuljahr zurück!
[DK5KE]


Die wahre Geschichte über das falsche „Morse-de“

Wie Polizisten zu Seemännern wurden...

Es geschah vor langer Zeit, zur Zeit der aktiven Kurzwellentelegrafie im Polizeifunk. In den Abendstunden sendete eine gut ausgerüstete, mobile deutsche Polizei- Morsestation auf einer für sie zugelassenen Frequenz im 80m-Telegrafieband. Bekanntlich ist das 80m-Band nicht exklusiv. Dieser Bereich ist nicht nur für die Amateure, sondern auch für den maritimen Sprechfunk und den beweglichen Landfunkdienst zugelassen.

Die braven Polizisten benutzten selbstverständlich ein extra für sie zugewiesenes, internationales Landfunkrufzeichen, welches nach den weltweiten Regeln aus vier Buchstaben und vier Ziffern bestand. Es war das (hier fiktive!) mobile Rufzeichen "DEGY2345".

Kleine Seefunkstellen (Yachten), die damals keine Morsetelegrafie durchführten, erhielten ein internationales Rufzeichen mit zwei oder drei Buchstaben und ebenfalls vier Ziffern. Ein nur kleiner – aber dafür wesentlicher Unterschied.
 
So wurde fleißig Polizeifunktelegrafie abgewickelt, bis plötzlich - deutsche Funkamateure die Arbeitsfrequenz der Polizisten mit lauten Signalen besetzten und sich über den Funkverkehr der vermeintlichen Schwarzsender – damit waren die unschuldigen braven Polizisten gemeint – ganz böse beschwerten.

Die Gesetzeshüter, denen es leider wie den Funkamateuren verboten war, mit den nur wenige hundert Kilometer entfernten Beschwerern in Kontakt zu treten, hörten natürlich jeden telegrafischen Kommentar. Immerhin hatte der telegrafierende Polizeifunk eine lange Tradition! Immerhin hatten auch sie Freude am flotten Morsen!

"Die sind ja wahnsinnig laut.", meinte der eine OM.
"599 +40 dB", telegrafierte der nächste...

Dabei ergaben sich für die pflichtbewussten Beamten starke Störungen.

"Die müssen bei mir in unmittelbarer Nähe sein." vernahmen sie und kurz darauf telegrafierte ein anderer OM: "Die haben ein englisches Schiffsrufzeichen."

Ein englisches Schiffsrufzeichen? So langsam kam der Gedankenblitz über einen der wissenden Polizisten. Also darum waren die sonst doch so netten und ruhigen Amateure plötzlich böse. Sie waren für sie ein "schwarz" funkendes Schiff!

Der Unterschied zwischen "DEGY2345" und "de GY2345" war den Funkamateuren im Eifer des Gefechts nicht aufgefallen. Das „dahdidit dit“ kann, nein, musste einfach nur das bekannte „von“ bedeuten! Es kann eben nicht sein – was nicht sein darf...

Und so wurde an diesem Abend eine seriöse deutsche Polizeifunkstelle zu einem illegalen englischen Schiff!
[DK5KE]


Es ist nicht wichtig, ob es ein englisches oder vielleicht ein französisches, dänisches, niederländisches oder sonst noch Schiff war – aber was lernen wir?

Segelschiff
Höre als Funker immer nur das,
was gegeben wird und nicht das,

was du gerade hören möchtest!
[Tipp: „Sparks what's going on?“ (Seefunker.de)
Ein Buch mit vielen netten Funkererlebnissen]

© DK5KE