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Morsetelegrafieseite DK5KE
Die Morsetelegrafie ist der Urknall des Internets
 
Morsezeichen ohne Funk
Ein besonderes Stilmittel in der Musik

Noten Das berühmteste Morse-Motiv der Musikgeschichte!

Bereits im Jahre 1808 - lange vor den ersten Morsezeichen - vollendete Ludwig van Beethoven seine berühmte V. Sinfonie mit dem bekannten "di di di dah - Motiv". Morse entwickelte mit seinem Mitarbeiter Vail den Zeichenkode jedoch erst später, vermutlich erst ab 1832. Die Ähnlichkeit des Buchstabens V mit der römischen Zahl  V ist bekannt und auffällig. War den Erfindern der Telegrafie die Sinfonie bekannt?

Ein Zufall, eine Ehrung - oder nur eine nette Spekulation? Vielleicht könnte Ludwig van Beethoven als der Ur-Stammvater des bekanntesten Morsezeichens der Welt gelten?!

Eine besondere Bedeutung erlangte das "di di di dah" auch während des Zweiten Weltkrieges als eindringliche Radiokennung der BBC London. Eine Vertonung des handgeformten Zeichen Victory? Auch dürfte das V als das am häufigsten getastete Morsezeichen gelten. Dieser Buchstabe wurde und wird als "Einstellzeichen" in Stand-By-Schleifen (VVV-Schleifen) und bei Funkverbindungen (QSV) verwendet.

Die Morsezeichen sind aus der modernen Musik nicht mehr wegzudenken. Viele Künstler verwenden sie in unterschiedlichen Formen und Verwendungen als ein besonderes Stilmittel. Unterschieden werden hierbei:

- Titel, die originale Kurzwellen-Morseübertragungen beinhalten,
- Musik mit einer reinen Instrumenten- Morsezeichenabgabe,
- Morseähnliche Rhythmen, die Telegrafie nur vortäuschen.


Beispielhafte Morse-Anwendungen sind:

VLADIMIR USSACHEVSKY (1911 - 1990, USA)
"WIRELESS FANTASY" (4:35, 1960) - Elektronische (experimentelle) Musik CD: "OHM : the early gurus of electronic music : 1948 - 1980" CD1/Track 14 (ISBN1-55961-574-5)

"Vladimir Ussachevsky was asked by the president of Broadcast Musik to produce an electronic work using some wireless code signals as the basic sound material. Ussachevsky was introduced to Ed G. Raser, at his W2ZI Historical Wireless Museum in Trenton, New Jersey, where he recorded such seldom-heard sounds as code signals produced on the old spark generators. Other signals used in the piece come from more modern commercial shortwave broadcasts. The insertion of a fragment from [Wagner's] Parsifal, electronically treated to resemble shortwave transmission, came about because Ussachevsky learned that inventor and radio pioneer Lee De Forest had used this work as the first ever to be broadcast anywhere.
- The Columbia-Princeton Electronic Music Center archives"
 
Es handelt es sich um ein aussergewöhnliches Musikstück, welches nahezu nur aus Morsezeichen besteht. Die Musik beginnt mit mehrmaligem "QST" in Telegrafie und endet mit dem "ar gn" eines Funkensenders. Langsame und schnelle Morsezeichen, ein A1B-Fernschreiber und historische Funkensender- Signale begleiten das Stück. Eine mehrfache Morsetastung mit dem Namen des Pioniers "Lee De Forest" ist einem kurzen Musikausschnitt von Parsifal unterlegt. Eine große Ehrung der Telegrafie!


KARLHEINZ STOCKHAUSEN (1928 - 2007)
"KURZWELLEN" (CD 13, Stockhausen-Stiftung für Musik)

Karlheinz Stockhausen gilt als einer der bedeutendsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Im Jahre 1968 komponierte er "Kurzwellen" für sechs Spieler und Kurzwellenempfänger. Daneben schuf er im gleichen Jahr "Spiral" (CD 15) für einen Solisten mit beliebigem Instrument und Kurzwellenempfänger.

Innerhalb der - für viele Ohren sicher gewöhnungsbedürftigen - musikalischen Komposition "Kurzwellen" wird dem Hörer das reale HF-Funkband in Form unterschiedlicher Funkdienste und Betriebsarten vorgespielt. Zu hören sind Morsezeichen einer Küstenfunkstelle, Militärmorsen, Zahlensender, unstabile Träger, Chirpsignale, Fernschreib- und Bildimpulse, Musik- und Sprachelemente von Rundfunksendern und einiges mehr.


Morsemusik


LADY GAGA
YouTube-Musikvideo

"Lady Gaga Telephone Parody (ft Beyonce): Key of Awesome #17"


Ein attraktives Videobeispiel mit vielen optischen Reizen! Hier wird zur Zeitmarke 1:20 bei einer Telefonwahl der Name der berühmten Sängerin Lady Gaga, getrennt mit einem Schrägstrich, als Morsepunkte und -striche eingeblendet. Dabei sind die Morsezeichen mit gesanglichem "Bip Bip Bip Bibibipbipbip" unterlegt.


SOFTWARE
YouTube-Musikvideo
"ELECTRONIC UNIVERSE / POWER OF GALAXY"

Elektronische Musik zum träumen! Zur vierten Minute erscheint eine Morsecode-Grafik mit Erläuterungen (A-Z, 1-0). Diese ist unterlegt mit einem kommerziell scheinenden Handtasten-QSA-Verkehr:
- "ERDE DE SOFTWARE QSA? K
- "SOFTWARE DE ERDE QSA5 K
- "R K"
- "R"


GORILLAZ
CD: PLASTIC BEACH
Titel: GLITTER FREEZE (Parlophone/Virgin 2010)

Der Song beginnt mit sauber gegebenen Morsezeichen "PLASTIC BEACH".


SIGUR ROS
CD: HVARF-HEIM
Titel: STARALFUR (2007)

Nahe der Zeitmarke 04:00 und zum Ende des Lieds sind mehrfach die Buchstaben "GF" zu hören. Was es wohl zu bedeuten hat?


UNHEILIG
CD: GROSSE FREIHEIT (Vertigo Records, Universal, 2010)

Im zweiten Titel "Seenot" ist bei der Zeitmarke 02:45 ein "SOS" zu hören.


DEPECHE MODE
Titel: AGENT ORANGE (Mute Records, 1987/Re-Release 2006)

In diesem Instrumentaltitel werden ab der Zeitmarke 04:02 bis kurz vor dem Titelende Morsestriche, mit zusätzlichen leisen, sich ständig wiederholenden Morsezeichen "LAX I", getastet. Möglicherweise ist hier ein Zusammenhang zwischen dem Gift AGENT ORANGE und einer zu "LAXen" Anwendung zu sehen, wobei die Bedeutung des nachgehängten "i" jedoch unklar ist.


WELLE ERDBALL
Titel: DER TELEGRAPH (SPV GmbH, 2006)

Dieser Song handelt thematisch von geheimcodierten Nachrichten wie bei einem Telegrafen. Der Morsecode wird im gesungenen Text benant: "... ich schick die Lösung im Morsecode ...".

Die handgetasteten Morsezeichen des Songs bedeuten:
00:00-00:18: "S WIRD ENDLICH ZEIT DEM SCHEISS MONSTER"
01:10-01:21: "IN DEN DRECKSARSCH 23" 
02:02-02:13: [nur Einzelzeichen lesbar - Gesang überdeckt]
02:25-02:27: "23"
02:52-03:16: "MACHEN DAS ICH ETWAS 23" [2x]
03:53-04:34: "... 23 ... ICH ... IN DEN DRECKSARSCH 23 ... 23"
[Ende schwer lesbar - Gesang überdeckt]


IQ
Titel: FREQUENCY (InsideOut Music, 2009)

Im ersten Stück "FREQUENCY" wird unmittelbar zu Beginn "CQ CQ OH CRAP WHO IS CALLING ME NOW" (="An Alle, an Alle! Oh Scheiße, wer ruft mich jetzt?") in flotter Geschwindigkeit telegrafiert. Zur Zeitmarke 06:46 wird der Satz in verkürzter Form wiederholt: "CQ CQ OH CRAP WHO IS CALLING". Im nachfolgenden Titel "LIFE SUPPORT" wird zur Zeitmarke 02:09 lediglich "CQ CQ" (="An Alle, an Alle!") telegrafiert.

Die linke Innenseite der CD besteht aus den Morsestrichen "IQ", die rechte innere Seite aus den Morsestrichen "FREQUENCY" - eine echte Morse-CD!


THE ALAN PARSONS PROJECT
Titel: "LUCIFER" (Arista Records 1979)

Hier hört man zu Beginn drei überlagernde Morsesendungen, wobei in zwei Fällen - mit unterschiedlichen Tonhöhen - " VVV de 6WW " als wiederkehrende Schleife gesendet wird. "6WW" ist das internationale Rufzeichen einer Küstenfunkstelle aus dem Senegal. Dazu hört man gleichzeitig Bruchstücke eines englischen Klartextes mit dem Inhalt: " ~european ~ and marches by millions in ~ gyptian ~ ". Danach hört man über eine geraume Zeit den Keyboard-Rhythmus "dit didididah dit". Die Zeichen entsprechen dem CD-Titel dieses Musikalbums - "EVE". Dieses Stück ist der erste Titel des Albums!


ROGER WATERS
Titel: "RADIO WAVES" (EMI, 1987)

In diesem ersten Song der CD "Radio K.A.O.S" sind die Morsezeichen in der Musik stellenweise unleserlich unterlegt. Lesbare Fragmente der raschen, manuellen Morsetastung ergeben sich jedoch bei den Zeitmarken:

00:00-00:08: "~ ARE NOT ARE ONE ~"
01:52-02:01: "~ ONE WE WONT HE PULLED DO ~"
03:45-03:58: "~ OK ARE NOT ARE ONE TOGETHER WILL ~".

Auch im letzten CD-Song "The Tide Is Turning" sind Morsezeichen zu hören. Unter en.wikipedia - Radio K.A.O.S (Facts) sind dazu eingehende Informationen zu finden.


BARCLAY JAMES HARVEST
Titel: "RING OF CHANGES" (PolyStar, 1991)

In diesem Song wird der Titel des Liedes zu Anfang mehrmals in einer langsamen Geschwindigkeit klar und deutlich vom Keyboard gemorst.


MANFRED MANN´S EARTH BAND
Titel: "STRANDED" (Petbrook Ltd., 1980)
 
Während des Songs hört man abschnittsweise einen "SOS"-Rhythmus. Zu Anfang und zu Ende des Liedes ist ein Telegrafiegemisch originaler Küstenfunkstellen zu hören. Lesbar ist hier eine langsame Schleife aus London mit "de GYA QSX". Weiterhin ist eine schnelle CQ- Hörbereitschaftsschleife mit "~fz QSX 8cg 12cg 16~" zu verstehen. Zusätzlich werden Stationsmeldungen aus einer Wettervorhersage des Seefunkdienstes gesprochen. Der weitere Gesang beinhaltet u.a. einen "Notfunkverkehr" mit drei Funkstellen.

(Zitat)
"Mayday, This is Echo Hotel
Mayday, This is Echo Hotel
Mayday, This is Echo Hotel
Hotel Echo, This is Mike November
I can hear your call
Mayday, This is Echo Hotel
Hotel Echo, This is Charly Delta
I can feel the fear"


ROGER HODGSON (Ex-Supertramp)
CD: "OPEN THE DOOR"

Der CD-Titel wird direkt zu Anfang als "Intro" 3x in gutem Tempo telegrafiert.


CHRIS DE BURGH
Titel: "SHIP TO SHORE"

Hier wird direkt zu Beginn der Teil des Titels " SHIP TO S" mit ein wenig QSD getastet. Innerhalb der Zeitmarke 2:37 - 2:52 ist der Titel ebenfalls, zusätzlich mit nicht zuzuordnenden Morsezeichen, zu hören. Diesen Song kann man ebenfalls als einen "(See-)Funkersong" bezeichnen.

(Zitat)
"Ship to shore, do you read me anymore,
This line is bad, and fading,
Ship to shore, answer my call,
Send me a signal, a beacon to bring me home;
Moving fast, all systems go,
You and I had time to grow,
Before there was a breakedown in transmission"


MIKE OLDFIELD
Titel: "AMAROK" (Virgin Records Ltd., 1990)

Auf dieser CD kommt Frust zum Ausdruck! Zur Zeitmarke 15:09 und 23:17 hört man je zweimal das Morsezeichen "SOS". Zwischen den Zeitmarken 48:05 bis 48:42 hört man in einem synthetischen Sound klar und deutlich die Zeichen " FUCK OFF R B ". Diese Morsenachricht ist vermutlich - als kleiner Seitenhieb - an Mike's ehemaligen Plattenboss R. Branson gerichtet!


KRAFTWERK
Titel: "RADIOACTIVITY"
 
Dies ist wohl die populärste Musik mit Morsezeichen. Hier sind zwei Einspielungen, die sich leicht unterscheiden. Die Veränderungen im Morsetext sind sicher nicht zufällig. Sie können zum Denken anregen...

CD "RADIO-ACTIVITY" (1975) - Zeitmarken/Morseinhalt :
00:12: "Radioactivity"
02:09: "Radioactivity is in the air for you and me"
03:53: "Radioactivity discovered by Madame Curie Radioactivity tune
into the [Pause] Kraftwerk"

CD "THE MIX" (1991)
00:00: "Radioactivity"
02:19: "Radioactivity is in the air for you and me Radioactivity is in"
03:06: "SOS" je 8x
05:55: "SOS" je 20x


SILVER CONVENTION
Titel: "TELEGRAMM" (Grand Prix Beitrag Deutschland 1977)

Das Lied beginnt mit einem langsamen und fehlerbehafteten Telegrafietext. Ein Keyboard tastet: "LOVE NMOIM STOEG" (= "LOVE YOU STOP"). Im weiteren Liedverlauf erfolgt dann zweimal der Morsetext "LOVE P". Wer mag wohl "P" sein?


REINHARD MEY
Titel: "DAS NARRENSCHIFF" - CD: "FLASCHENPOST"

Ein gutes Lied zum Nachdenken über unsere Zeit!

(Zitat)
"Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken.
Die Mannschaft lauter meineidige Hallunken,
der Funker zu feig' um SOS zu funken.
Klaubautamann führt das Narenschiff -
Volle Fahrt vorraus - und Kurs auf's Riff!"
 
In diesem Lied wird ganz zum Schluss - zur Zeitmarke 6:21, vor dem großen Knall - etwas langsamer werdend, der Morse-Satz: "IN DER KOMBÜSE IST DIE HÖLLE LOS" mit Umlauten getastet.


FREDDY QUINN
LP: "WEIHNACHTEN AUF HOHER SEE"

Der mehrsprachige Wunsch: "Allen Seeleuten eine frohe Weihnacht und immer gute Fahrt!", wird mit zwei verschiedenen Morsesignalen überlagert. In schneller Tastung, mit einem hellen Ton, wird ständig " ~ CQ CQ CQ ~ " telegrafiert. Der tiefere dunkle Ton, der in in langsamer Tastung erfolgt, funkt " ~ CQ CQ ka FROEHLICHE WEIHNACHTEN ar CQ ka FR ~ ".


MICHAEL CRETU
Titel: "LE ROI EST MORT, VIVE LE ROI!" und "ODYSSEY OF THE MIND"
CD: "ENIGMA 3" (Virgin Schallplatten GmbH, 1996)

Zu Beginn des ersten Liedes hört man morseähnliche Phantasiezeichen in langsamer Geschwindigkeit. Es folgen mehrmals die Funksätze: "X-Ray number one, this is Mission Control", gefolgt von "Roger, here one niner three zero". Im Abschlusslied der CD werden dann zum Ende die Morse- Phantasiezeichen wiederholt.


MICHAEL CRETU
Titel: "AGE OF LONELINESS" - Enicmatic Club Mix (128 BPM)
CD: "ENIGMA - The Remix Collection" (Virgin Schallplatten GmbH, 2001)

Hier werden - im Gegensatz zur ersten Einspielung in "ENIGMA 2 - the CROSS of changes" (1993) - nun morseähnliche Zeichen verwendet. Sie weisen in Teilen zwar den Morsecharakter auf, lassen jedoch für den Hörer keinen sinnvollen Text erkennen. Sie werden hier scheinbar nur als rhythmisches Stilmittel verwendet. Typische Elemente sind hier - neben anderen Zeichen - regelmäßige Folgen wie: "SEE" oder "EL".


WINGS
Titel: "MORSE MOOSE AND THE GREY GOOSE"
LP: "LONDON TOWN", erschienen am 31. März 1978

In diesem Song hört man nur unbestimmte, morseähnliche Rhythmen. Dennoch hat dieses Lied eine besondere Morsebedeutung! Zitat aus dem Buch "Paul McCartney und seine Songs" (1991):

"Eines Nachts spielten wir bloß ein bißchen rum und das elektrische Piano wurde aufgestellt. Plötzlich hatten wir dieses seltsame, unheimliche Geräusch drauf. Wie ein Morsecode. Denny ging rüber ans Piano und spielte darauf rum, so daß wir am Schluß 6 Minuten von diesem Geräusch, dieser Art elektrischen Morsecodelärm hatten. Wir machten dann diesen anderen kleinen Song, genannt "The Grey Goose" ....".  War ein EMV-Problem
für diesen Song verantwortlich?EMVU

Titel: "NOW'S THE TIME" von Charlie Parker
LP: "ANTHROPOLOGY" des polnischen Labels "POLJAZZ" (ca. 1980).
Live-Aufnahme von 1948, aufgenommen im Club "Royal Roost", New York, gespielt von Allan Eager und Wardell Gray (Tenorsxophon), Tadd Dameron (Piano), Curley Russell (Bass) und Kenny Clarke (Drums).

Im Hintergrund der LP-Aufnahme sind schwache Morsezeichen erkennbar. Hierbei sind Elemente von verschlüsselten Texten hörbar. Offensichtlich handelt es sich dabei um eine Amateur-Rundfunkaufnahme, bei der die Hintergrund- Morsezeichen als Kreuzmodulation "eingefangen" wurden.


DAS FUNKERLIED

Auch im gesungenen Liedgut finden sich Morsezeichen. Ein berühmtes Beispiel ist DAS FUNKERLIED von Bernd Wübbecke aus dem Jahre 1939. Vielen Seniorinnen liegt der Rhythmus noch heute im Ohr.

(Zitat)
[...]
Denn wir sind ja von der L-N-Kompanie,
und wir geben stets; "Ich liebe, liebe Sie."
Und alle Mädel hören mit:
Di-da-di-dit, di-da-di-dit."

Hier hatte der morsebewandte Komponist das Merkwort für "L" gekonnt in die musikalische Funkersprache umgesetzt. Das Soldatenlied wurde regelmäßig während des zweiten Weltkriegs in Radio- Wunschkonzerten gewünscht. Es war derart erfolgreich, dass viele Verleger, Schallplattenfirmen und Musikkapellen um Lizenzen anfragten. Auch hat das Lied die Entnazifizierung gut überstanden, denn ab 1956 wurde es Bestandteil des Liedbuchs der Bundeswehr. [Hoffmann: Geschichte der Luftnachrichtentruppe. Neckarsgemünd 1965, 182-184]


Bekannt ist auch, dass der weltberühmte Country-Sänger JONNY CASH die Morsetelegrafie perfekt und in ganz besonderer Weise beherrschte. "Cash was assigned to a U.S. Air Force Security Service unit, assigned as a code intercept operator for Soviet Army transmissions, at Landsberg, Germany." [en.wikipedia]

Schriftliche Morsezeichen sind auch auf oder in Covers zu finden, wie z.B. "Radio K.A.O.S." von Roger Waters oder "Secret Messages" von ELO.


Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Morsewelt der Musik. Viele andere Stücke bergen weitere "Geheimnisse". Ein faszinierendes Hobby für einen morsekundigen Musikfreund!




Note
Am 6.4.2004 wurde im Kultur-Hörfunkprogramm des Westdeutschen Rundfunks (WDR3) die Sendung Soundworld "ohne Worte" Talking Drums, Telegrafie und andere musikalische Kommunikationssysteme ausgestrahlt.
Hierbei wurden im Rahmen eines ausführlichen Interviews musikalische Hörbeispiele dieser Morseseite vorgestellt und übersetzt. Das Thema war die eigene Rhythmik und Musikalität der Telegrafie und der Reiz der verborgenen kompositorischen Botschaft, die nur dem kundigen Telegrafisten verständlich ist.

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