Gebe einfach einen Text eine Minute lang. Zähle anschließend die Zeichen - wobei üblicherweise wegen der
größeren Zeichenlänge die Satzzeichen und die Ziffern doppelt gezählt werden. Der jeweilige Durchsatz
kurzer Zeichen, wie "e" oder "t", ist höher als die der längeren Zeichen, wie z.B.
"q" oder "y". Daher ergeben sich inhaltsabhängig - bei gleicher Anzahl von Zeichen pro Minute
- unterschiedliche Schrittlängen und somit unterschiedliche Element- Geschwindigkeiten. Diese Zählmethode hat im
Vergleich zur Geschwindigkeitsmessung nach dem Normwort "PARIS" meist niedrigere Geschwindigkeitswerte.
Messung nach dem Normwort PARIS
Das international festgelegte Normwort "PARIS" besteht mit Wortabstand aus genau 50 Schritten. Schreibe nun das
Wort "PARIS" mehrfach auf ein Blatt Papier. Telegrafiere dieses Wort jeweils mit einem Wortabstand, bis eine Minute
verstrichen ist. Dann zähle die gemorsten Buchstaben. Das Ergebnis ist das Tempo auf der Grundlage der genormten
Schrittzahl. "PARIS" bezieht sich auf die durchschnittliche Klartext-Zeichenlänge (=Schrittlänge 10)!
Messung nach dem Normwort CODEX
Das Normwort "CODEX" besteht mit Wortabstand aus genau 60 Schritten. Die Geschwindigkeit ist daher schneller als
die der PARIS- Messung. Das Normwort "CODEX" bezieht sich hierbei - im Gegensatz zu "PARIS" - auf eine
Gleichverteilung der Buchstaben, z.B. 5er-Gruppen (=Schrittlänge 12). Verschiedene Morse- Programme beinhalten eine
Wahlmöglichkeit zwischen diesen beiden Normworten.
Messung nach DF8ZH
Speicher mit Hilfe des Memory-Keyers - das Strichpaddel festhaltend - genau 60 Striche (QRS). Verstelle die Speed. Stoppe
dann die Zeit, in der der Speicher abläuft. Dividiere danach die Zahl der benötigten Sekunden durch die Konstante
1440. Die Gleichung ist variabel und ergibt sich aus: Konstante = Strichzahl x 24.
Beispiel: 1440 / 12 (Sekunden) = 120 Buchstaben pro Minute (BpM).
Basis: PARIS-Methode
Messung nach DJ6HP
Hierfür benötigt man allerdings für höhere Geschwindigkeiten einen Zähler. Zur Messung wird eine
Serie von Punkten gegeben und deren Anzahl über den festen Zeitraum von 12 Sekunden gezählt.
Beispiel: 100 Punkte in 12 Sekunden = 100 Buchstaben pro Minute (BpM).
Basis: PARIS-Methode
Messung mit dem Oszilloskop
Die Länge eines Morsepunktes wird mit dem Oszilloskop gemessen. Dann wird die Zahl 6000 durch den gemessenen Wert (in
ms) geteilt (=Schrittlänge 10).
Beispiel: 6000 / 50 ms = 120 Buchstaben pro Minute (BpM).
Basis: PARIS-Methode
Praktische Gebemessung
Telegrafiere die nachstehenden 40 Buchstaben ohne Zwischenraum und stoppe die Durchgabezeit in Sekunden. Das erreichte
Gebetempo (40 BpM - 150 BpM) kann als Grobanhalt in der Tabelle abgelesen werden.
Basis: Absolute Methode (=Schrittlänge 10,9)
40 Buchstaben - Durchgabe ohne Zwischenraum!
Q O J N U
W P K M I
E A L Q
O
R S Y W P
T D X E A
Z F C R S
U G V T
D
I H B Z F
Zeit (Sek.) =
Tempo (BpM)
Zeit (Sek.) =
Tempo (BpM)
Zeit (Sek.) =
Tempo (BpM)
60
40
58
41
57
42
53
45
52
46
51
47
50
48
49
49
48
50
47
51
46
52
45
53
43
55
42
57
40
60
38
63
37
65
32
75
30
80
27
89
26
92
25
96
24
100
22
109
20
120
19
126
18
133
17
141
16
150
Hinweis: 5 BpM ergeben jeweils 1 Wort pro Minute (WpM).
Umrechnung von Baud in Buchstaben pro Minute
In der Fachliteratur werden Morsegeschwindigkeiten auch in Baud (Beispiel: 8 bis 24 Baud) angegeben. Ein Rückschluss von
Buchstaben pro Minute (BpM) auf Baud (Bd) ist mit dem Durchschnittswert der Morsezeichen- Schrittlänge möglich. Für "PARIS" gilt die
Schrittlänge 10, für "CODEX" die Schrittlänge 12.
Daher kann als Abschätzung gelten:
BpM = 60 x Bd / 10 oder BpM = 60 x Bd / 12