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Hilfen für den Einstieg in die ersten Funkverbindungen
- Morsetastengewöhnung
- Tastaussetzer oder Kratzen
- Praktische Trockenübungen
- Die ersten Funkverbindungen
- Standardverbindung und Textvorlage
- Die Regeln der Standardverbindung
- Contestverkehre zum leichten Einstieg
"Hören - Hören - Hören!"

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Vor und während der ersten Trockenübungen sollte sich der Funkamateur in die
Morsebänder einhören. Es ist viel leichter als man denkt! Die Abläufe geben
Vertrautheit. Abkürzungen werden verfestigt oder neu gelernt.
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1. Schritt - Tastengewöhnung und -training
"Aller Anfang ist leicht!"
| Viele neue Funkamateure wollen gerne die
Telegrafiekunst pflegen! |
| Viele alte Funkamateure wollen die Telegrafiekunst
wieder pflegen! |
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Folgende Vorgehensweise hat sich bewährt:
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| - Einstellung eines geringen Hubes und einer
leichten Federspannung. |
| - Tastung von "Punkt" und
"Strich" im Wechsel über eine längere Zeit. |
| - Dann längere, wechselseitige Tastung des
Buchstabens "B" und "V". |
| - Einschub des Satzzeichens "Punkt"
zwischen den beiden Zeichen. |
| - Mischung der drei Morsezeichen in einer
unregelmäßigen Form. |
- mp3-Hörbeispiel der Gebeübung (64KB = 28 Sek.
CW)
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Der jeweils nächste Schritt der Übung folgt jedoch erst, wenn das Klangbild des vorhergehenden Schrittes
zufriedenstellend ist. Nachdem die Übungen weitgehend "musikalisch" erfolgen, kann mit dem Training der
weiteren Buchstaben begonnen werden.
Ein sauberes Geben der schwierigen Morseworte "entgegengegangen" oder "Gegengewichtspfahl" dokumentiert
den Erfolg, wie auch der sauber gegebene Stolpersatz "555 Hessen wollen in Essen Eis essen".
Alte oder verstaubte Tasten - Tastaussetzer und Kratzgeräusche?

Setzen bei der Tastung manchmal Zeichen aus oder entstehen plötzliche Kratzgeräusche, sind mögliche
Kontaktverunreinigungen die Ursache. Sie werden durch öfteres Hindurchziehen eines sauberen Streifens Papier bei
leichtem Kontaktdruck beseitigt. Sandpapier oder Feilen sind wegen der veredelten Oberflächen der Tastkontakte unbedingt
zu vermeiden. Treten die Kratzgeräusche nach der Reinigung weiterhin auf, ist die Wirksamkeit der LC-Entstörung der Morsetaste zu überprüfen oder zu verbessern.
Rutscht die Taste beim Geben - insbesondere bei seitlicher Elbug-Gebeweise - sind
eventuell vorhandene Gummifüße mit Schmirgelpapier aufzurauhen. Dies erhöht die Haftung und unterstützt
eine saubere Gebeweise.
Schritt 2 - Praktische Trockenübungen
| - Vorbereitende Gebe- und Hörübungen mit
Klar- und Amateurfunktexten. |
| - Schriftliche Vorbereitung eines persönlichen
Standardverbindungstextes. |
| - Vertrautmachen mit den speziellen
Telegrafie-Gerätefunktionen. |
| - Kontrolle der Tasteneinstellungen und des Ausgangssignals. |
Schritt 3 - Erste Funkverbindungen
| - Die ersten Verbindungen sollten mit einem
erfahrenen Funker erfolgen. |
| - Sie können zusätzlich durch eine
VHF/UHF-Verbindung begleitet werden. |
| - Die Frequenzen sollten im abgelegenen Teil eines
ruhigen Bandes liegen. |
| - Für die ersten Verbindungen ist ein klares,
lautstarkes Signal sehr sinnvoll. |
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| - Für die ersten "Alleingänge"
sollte zu Anfang selber "CQ" gerufen werden. |
| - Anlehnung an den vorbereiteten QSO-Standardtext
ersten Unsicherheiten. |
| - Die Verbindungen sollen alle erst in langsamer
Geschwindigkeit erfolgen. |
| - Die eigene Geschwindigkeit muss der eigenen
Hörleistung entsprechen. |
| - Wird ein Partner zu schnell, muss "QRS"
gegeben werden. Keine Scheu! |
| - Versteht man den Partner teilweise nicht, um
Wiederholung "rpt" bitten! |
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| - Zu Beginn mutig alle Verbindungen als erste
Verbindungen kennzeichnen. |
| - Verbindungen mit einem Newcomer erfüllen
sogar alte Hasen mit Stolz. |
| - Verständnisvolle Rücksichtsnahme ist
hier ein ungeschriebenes Gesetz! |
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| - Zu Anfang sollten regelmäßig
CW-Funkverbindungen durchgeführt werden. |
- Bis zur sicheren Routine sollten täglich
wenigstens drei Kontakte erfolgen.
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Textvorlage für erste Standardverbindungen
Standardverbindungen bestehen fast nur aus Abkürzungen. Sie ermöglichen einen weltweiten Morseverkehr ohne fremde
Sprachkenntnisse. Ausgetauscht werden der Rapport, der Standort (QTH), der Name und oft Hinweise über das Wetter (wx) und die
Station (rig). Der nahezu formale Inhalt wird durch die eingeschränkten Kürzel
bestimmt. Zusätzliche englische Sprachkenntnisse erweitern die Möglichkeiten.
Die bekannten Amateurfunkabkürzungen in den Klammern haben ähnliche Bedeutungen und können jeweils wahlweise
einzeln entnommen werden.
(gm gd gt ge ga gn) (dr lbr) (om op frd ham) es (mni vy) (tnx tks gld) (fer
fr 4) (call qso ans contact) = (ere hr i) (mni vy) (psed gld) to meet (u ur) = ur rst ... es (my mi) qth ... nr ... = (my mi)
name ... = nw (pse hw / hpe ok / hwsat) ?
(all agn) (hrd fb ufb cpy cpi solid ok) (dr lbr) (om op frd ham) (tnx tks gld) (fer fr 4) (rprt all info msg ans) = (my hr
ere) (rig stn tx/rx) ... es (inpt pwr) abt ... (w wtts) es (ant aer) is ... = wx (ufb fb gud bad) es (t temp) abt ... c =
(pse btte wl) (qsl qsll) via (club bureau) (dr lbr) (om op frd ham) = (hw ok hwsat) ?
(r rcd cfm) (tnx tu tks) (dr lbr) (om op frd ham) nw qru (mni vy) (tnx tks gld) (fer fr 4) (nice ufb fb) (qso contact) = vy
(73 55) es best dx = hpe (cul cuagn awdh awh) sn es (gb gl) = tu |
Zusätzliche bekannte Abkürzungen sind natürlich zulässig. Durch die Wahl der passenden Kürzel ist
ein zusätzlicher Lerneffekt gegeben. Die Sicherheit im Funkbetrieb wird dadurch verbessert.
Beispiel einer Standardverbindung in Morsetelegrafie

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Diese besondere Form wird meist bei unbekannten Funkpartnern genutzt. Der formale
Charakter erlaubt Verbindungen ohne weitere Sprachkenntnisse.
mp3-Hörbeispiel Standardverbindung
Tempo 60 BpM (1,5MB = 10:58 Min. CW)
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Die Morsezeichen werden hierbei ohne persönliche Eigenarten klar und rhythmisch getastet. Die Durchgabegeschwindigkeit
ist dem Aufnahmevermögen des Partners anzupassen. Es gilt immer der Grundsatz: "Verständlichkeit vor
Schnelligkeit!"
| CQ CQ CQ de DK5KE DK5KE DK5KE pse k |
Allgemeiner Anruf
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| DK5KE de LU9XYZ pse k |
Anrufantwort aus Argentinien |
LU9XYZ de DK5KE
ge dr om es tnx fr call =
ur rst 589 589 qsb es
qth 25 km west bonn bonn =
name ludwig ludwig = hw?
LU9XYZ de DK5KE pse k |
1.Durchgang von DK5KE
Begrüßung und Dank
Empfangsbericht
Standortangaben
Name des Funkers
Bitte um Antwort |
DK5KE de LU9XYZ
ge dr ludwig es tnx fr call es rprt =
ur rst 579 579 fb sigs =
my qth rio grande rio grande es
my name antonio antonio =
hr rig frm collins = pwr 100 w
es ant is 3el beam = wx vy rain
hpe ok? hw?
DK5KE de LU9XYZ pse k |
1. Durchgang von LU9XYZ
Begrüßung und Dank
Empfangsbericht
Standortangaben
Name des Funkers
Stationsbeschreibung
Antenne und Wetter
Frage nach Empfang
Bitte um Antwort |
LU9XYZ de DK5KE
ufb dr frd antonio all ok = tnx fr rprt es info =
hr rig ts 820 pwr abt 100 w es ant lw =
wx sunny temp abt 20 celsius
nw qru = pse ur qsl via bureau =
tnx fr qso = hpe cuagn 73 es gn
LU9XYZ de DK5KE sk |
2. Durchgang von DK5KE
Bestätigung und Dank
Stationsbeschreibung
Wetterbericht
QSL-Karten-Austausch
Dank und Verabschiedung
Abschluss
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DK5KE de LU9XYZ
all fb ok ludwig = tnx fr contact
73/55 es gn frm rio grande to nr bonn
dr om = tu es gb
DK5KE de LU9XYZ sk . . |
2.Durchgang von LU9XYZ
Bestätigung und Dank
Verabschiedung und
Dank
Verkehrsschluss |
Die Regeln der Standardverbindung
Aus dem Verkehrsbeispiel sind gewachsene Regeln für Standardverbindungen abzuleiten. Ihre Beachtung erleichtert die
Abwicklung und macht den Verkehr sicherer.
1. Reihenfolgen einhalten!
Die Inhalte werden wechselseitig in der Folge "Begrüßung, Empfangsbericht, Standortangaben - Name des
Funkers, Stationsbeschreibung, Wetterbericht - Kartenaustausch, Dank und Verabschiedung" übertragen. Der Klarheit
wegen werden einzelne Themen auch mit einer Trennung (=) abgegrenzt. Nachrangige, weniger wichtige Inhalte können
weggelassen werden. Durch die Regelstruktur bleibt bei schwierigen Verbindungen der Überblick gesichert, der Funker
bleibt orientiert.
2. Mehrfachdurchgaben meiden!
Wiederholt wird nur der Empfangsbericht, Name und Standort. Dies gilt bei Bedarf auch für verwechselbare oder wichtige
Begriffe. Weitere, darüber hinaus gehende Wiederholungen sind zu vermeiden, da sie den Funkverkehr unnötig
verlängern.
3. Redundanzen ausschließen!
Standardverbindungen bestehen aus Abkürzungen. Diese werden oftmals überladen angewendet. Beispiel: QTH bedeutet
"Mein Standort ist...". Gegeben wird "my QTH is...". Überflüssiges sollte
vermieden werden, eine sachgerechte Nutzung der Begriffe verkürzt den Verkehr. Siehe auch 'Durchgabe von Abkürzungen'.
4. Abkürzungen verwenden!

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Die Morse-Standardverbindungen dienen - durch Anwendung des
beschränkten Abkürzungs-Funkwortschatzes - einem Funkbetrieb ohne jede Sprachgrenze. Daher
ist zur sicheren Verständlichkeit eine sinnvolle und genaue Anwendung aller Kürzel notwendig. Es muss - soweit
möglich - abgekürzt werden. Langatmigkeit wird vermieden, Kurzweil begründet.
Diese Regeln sind kein Gesetz, Abweichungen sind immer möglich. Jedoch haben sie sich über Jahrzehnte hinweg
bewährt und werden von den Funkern erwartet!
Es geht auch einfach: Selbstbauwabbler von DO4TC
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Contestbetrieb als Chance zum (Wieder-)Einstieg in die Telegrafie
Die sehr kurzen Funkverkehre bei den Funkwettbewerben bieten eine große Chance, Ängste und Hemmungen zu
überwinden. Was kann schon falsch gemacht werden? Hier einige Tipps und Anregungen für die ersten
Schritte.
Grundprinzip der Conteste:
* Innerhalb eines festgelegten Zeitraumes (Stunden bis Tage) muss mit
* möglichst vielen Stationen (meist pro Amateurfunk-Frequenzbereich)
* aus den unterschiedlichsten Regionen oder Ländern gefunkt werden.
Sieger ist die Funkstation mit der höchsten Punktzahl.
(Gesamtpunkte = Verbindungszahl x Länder pro Frequenzband)
Innerhalb der Wettbewerbe gibt es eine hohe Anzahl von Telegrafie- Contesten. Daten,
Zeiträume und nähere Besonderheiten zu den einzelnen Wettbewerben sind jeweils in den vorab veröffentlichten
Ausschreibungen (Amateurfunk- Zeitschriften oder Internet (Clubs)) zu finden.

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Netzunabhängiger
Telegrafie-Fieldday
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Alle Funkverkehre sind sehr kurz gehalten, damit innerhalb des begrenzten Wettbewerbs- Zeitraums möglichst viele
Kontakte durchgeführt werden können. Grundsätzlich wird nur ein Empfangsbericht (RST)
mit der jeweils hochgezählten Verbindungsnummer (QSO-Nr.) übermittelt. Zusätzlich sind, je nach Wettbewerb,
weitere Angaben, wie Regions- oder Klubangaben notwendig. Näheres regeln die einzelnen Contest-Ausschreibungen.
mp3-Hörbeispiele mit je 2 kurzen Contestverbindungen:
Tempo 100 BpM (Morse-Runner-Simulation 128KB = 56 Sek. CW)
Tempo 150 BpM (Morse-Runner-Simulation 102KB = 44 Sek. CW)
Verbindungsbeispiel für den Wettbewerbsverkehr
(Verkehrsabwicklung mit vier Stationen in Folge)
CQ test de DK5KE k
DL4MD
DL4MD 599033 k
r 599065
r tu test de DK5KE k
DF6SU
DF6SU 599034
5nntnt
r DK5KE
DK5KE de DH4PB k
DH4PB 599035 k
ok ur 5nn101 k
tu
de DL9CM
DL9CM 599036 k
gd 599079 k
fb tnx DK5KE test k |
Erläuterung des ersten Verkehrs:
- Contestanruf "CQ test" von DK5KE
- Antwort von DL4MD (Nur Rufzeichen!)
- Antwort von DK5KE und Angabe
Partner-Rufzeichen,
eigener Empfangsrapport RST 599 und
laufender Verbindungsnummer ´033´
- Bestätigung "r" durch DL4MD,
Empfangsrapport RST 599 und seine
laufende Verbindungsnummer ´065´
- Bestätigung "r", Dank "tu" und
erneuter Contestanruf "test de DK5KE"
(...mit weiteren Verkehren.)
Typisch:
* Meist kurze, flotte Verkehre
* nach einem geregeltem Ablauf
* mit geringfügigen Unterschieden. |
Die besonderen Vorteile eines Wettbewerbs sind:
- Gute und einfache Gelegenheit zum Stationstest.
- Gutes Hörtraining durch den "hektischen" Contestbetrieb.
- Bandverteidigung durch Bandbelegung in sonst "ruhigen" Bändern.
- Diplomerarbeitung durch den intensiveren QSL-Kartenaustausch.
- Seltene oder entfernte Stationen können leichter erreicht werden.
Allgemeine Hilfen
- Zu Empfehlen ist ein Vorabtraining mit Hilfe der bekannten
Morse-Trainingsprogramme, wie z. B.: RufzXP (DL4MM)
oder Morse Runner (VE3NEA).
- Frühes Vertrautmachen mit den jeweiligen Contest-Ausschreibungen.
- Planung der Bandnutzung gemäß den Ausbreitungsbedingungen.
- Erstellung eines Multi- und/oder Kontroll-Logs für die Übersicht,
oder Einrichtung eines entsprechenden Contest-Computerprogramms.
- Contestverkehre kurz wie möglich gestalten - keine unnötigen Zeichen!
- Viel Verkehr > so viele QSO´s wie möglich - Wenig Verkehr > Multisuche!
- Die Empfänger-Filterbandbeite darf nicht zu eng gewählt werden! Anrufe
oder Multiplikatoren knapp neben der Frequenz werden leicht überhört.
- Die linke Hand tastet den Keyer (vorher gut trainieren) - die rechte Hand
schreibt oder liegt ständig am VFO.
Zusätzliche Informationen über den allgemeinen Contestbetrieb sind über das empfehlenswerte Wiki des Bavarian-Contest-Clubs (Contest-FAQ)
erhältlich. |
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© DK5KE
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