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Morsetelegrafieseite DK5KE
Die Morsetelegrafie ist der Urknall des Internets
 
Hinweis: Nach übereinstimmenden Meldungen finden bei der BNetzA keine Prüfungen zum amtlichen Nachweis der Morsekenntnisse (Eintrag in die HAREC-Bescheinigung) mehr statt. Diese Seite hat somit einen historischen Charakter!


Die freiwillige Telegrafie-Zusatzprüfung im Amateurfunkdienst


- Wegfall der Morsetelegrafie-Prüfungspflicht
- BNetzA-Regelung zur freiwilligen Morseprüfung
- Farnsworth-Methode (Abstands-/Pausenmethode)
- Praktische Tipps zur anstehenden Morseprüfung


Wegfall der Morsetelegrafie-Prüfungspflicht

Die grundsätzliche Pflicht zur Morseprüfung ist entfallen.


Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst Am 5. Juli 2003 trat der neue Artikel 25 der Radio Regulations (RR) in Kraft.

"25.5. Administrations shall determine whether or not a person seeking a licence to operate an amateur station shall demonstrate the ability to send and receive texts in Morse code signals. (WRC-03)"

Mit Wirkung vom 15.08.2003 gestattete das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) den Genehmigungsinhabern der Klasse 2 den Funkbetrieb auf Kurzwelle. Somit entfiel auch die nationale Prüfungspflicht. Das Morsen war somit zur wunderbaren Kür geworden!

Aber: Obwohl die internationale Verpflichtung zur Telegrafieprüfung nicht mehr gilt, besteht in einigen Ländern weiterhin die Verpflichtung zur Morseprüfung. Für die Erteilung einer Gastlizenz in diesen Ländern ist daher ein behördlicher Nachweis der entsprechenden Morsekenntnisse - und somit eine Prüfung - erforderlich. Um welche Länder es sich hierbei handelt, ist auf Grund möglicher Veränderungen zeitnah bei Behörden oder Klubs zu erfragen.

Neben dieser objektiven Notwendigkeit zur Prüfung besteht jedoch auch ein subjektiver Grund. Funkamateure, die auf ihre Morsefähigkeiten stolz sind und vielleicht eine offizielle Bestätigung aus persönlicher Neigung wünschen, steht der Weg zur freiwilligen Zusatzprüfung ebenfalls offen - frei nach dem Motto: Es geht zwar auch ohne, aber es ist trotzdem schön...

Folgende Regelungen gelten für die freiwillige Morse-Zusatzprüfung:

3. Freiwillige Zusatzprüfung (Zusatzprüfung Morsen)

Die Prüfung besteht aus der Höraufnahme und der Handabgabe von Morsezeichen. Die Höraufnahme und Handabgabe von Morsezeichen beschränkt sich auf folgende Zeichen:

Buchstaben des Alphabets: A - Z ohne Umlaute
Zahlen: 0 - 9
Verkehrszeichen: Spruchanfang "ka"; Spruchende "ar" oder "+"; Verkehrsende "sk"
Sonstige Zeichen Trennung "="; Fragezeichen "?"; Bruchstrich "/"; Punkt "."; Komma ","

Ein Prüfungsteilnehmer muss seine Fertigkeiten nachweisen, Texte in offener Sprache sowie Gruppen von Buchstaben, Ziffern und Zeichen nach dem internationalen Morsealphabet abzugeben und aufzunehmen. Der Prüfungstext besteht aus simuliertem Amateurfunkbetrieb, darin enthalten sind Rufzeichen, Q-Schlüssel, amateurfunkübliche Abkürzungen, Ziffern, deutscher Klartext und Satzzeichen.

Bei der Höraufnahme der Morsezeichen wird ein gleichzeitiges Niederschreiben des Klartextes in gut lesbarer Handschrift gefordert. Das Mitschreiben der Punkte und Striche des Morsecodes mit anschließender Übersetzung in Klartext kann bei der Prüfung nicht akzeptiert werden. Bei der Höraufnahme gelten die folgenden Bedingungen:

- Morsegeschwindigkeit von mindestens 5 Wörtern (zu je 5 Zeichen) pro Minute,
- Dauer mindestens 3 Minuten,
- höchstens 4 Fehler.

Bei der Handabgabe eines Prüfungstextes in Morsezeichen ist die Verwendung einer Morsetaste, mit der mechanisch oder elektronisch die Morsezeichen per Handabgabe erzeugt werden, zulässig. Nicht zulässig sind Einrichtungen, die das Erzeugen von Morsezeichen ohne aktive Kenntnis des Morsecodes zulassen. Bei der Morseabgabe ist die Benutzung von Mithöreinrichtungen erlaubt. Für die Handabgabe gelten folgende Bedingungen:

- Morsegeschwindigkeit mit mindestens 5 Wörtern (zu je 5 Zeichen) pro Minute,
- Dauer längstens 3 Minuten,
- höchstens 4 nichtkorrigierte Fehler.

Bei der freiwilligen Zusatzprüfung sind folgende Geschwindigkeits- und Pausenmodi möglich:

- 5 WpM (Tempo 25) mit Farnsworth-Methode (Zeichengeschwindigkeit 9 WpM mit verlängerten Pausen) oder
- 5 WpM (Tempo 25) Standard (Zeichengeschwindigkeit und Pausen gemäß ITU-T Empfehlung F.1) oder
- 12 WpM (Tempo 60) Standard (Zeichengeschwindigkeit und Pausen gemäß ITU-T Empfehlung F.1).

"WpM" sind "Wörter pro Minute" mit je 5 Zeichen pro Wort; 5 WpM sind 25 Zeichen pro Minute.

225-9  [Zitiert aus: Vfg. Nr. 4/2007, http://www.bundesnetzagentur.de]


Farnsworth-Methode (Abstands- bzw. Pausenmethode)
Bei Morsegeschwindigkeiten nach der Farnsworth-Methode werden die Abstände zwischen den einzelnen Morsezeichen entgegen des Normabstandes vergrößert. Die absolute Buchstabenanzahl/ -geschwindigkeit pro Minute (BpM) wird dadurch verringert. Dies entspricht einem langsameren Morsen bei gleichbleibend hoher Einzelzeichengeschwindigkeit. Zum effektiven Erlernen der Morsezeichen sollen die jeweiligen Einzelabstände nach und nach bis zur Normlänge reduziert werden, wodurch der Lerneffekt beschleunigt wird. Auch bleibt bei einer Morseprüfung mit geringer Geschwindigkeit - wie oben - ein gut lesbares Klangbild erhalten.

Die Tempo-60-Prüfung soll weiterhin als Option angeboten werden, weil es einige Länder gibt, die die langsamere 25-BpM-Regelung als Zugang zur Kurzwelle nicht anerkennen und damit keine Gastlizenzen vergeben. [Rundsprüche, März 2001]

Eine 60-Buchstaben-pro-Minute-Prüfung bleibt somit wertvoll. Sie darf als eine sportliche Herausforderung für den werdenden Vollblut- Telegrafisten betrachtet werden.


Praktische Hinweise und Tipps für eine anstehende Telegrafieprüfung:

- Am Abend vor der Prüfung unbedingt entspannen - nicht mehr trainieren.
- Stattdessen einen alten Funkertrick anwenden - ein großes Bier trinken! ;-)

- Der Prüfungstext wird mit einem Computer gegeben - Tonhöhe ca. 500 Hz.
- Bei der Prüfung jeden Buchstaben bewusst hören - Es sind nur 3 Minuten!
- Höre genau was gegeben wird - nicht das, was Du gerne hören möchtest!

- Grundsätzliche Form eines Telegrafie-Prüfungstextes (Beispiel):
     vvv <ka> DF6SU de DK5KE = danke fuer den anruf
     lieber om stefan = ur rst 579 qrn = qth nr koeln <sk>

- Bei Nichtverstehen sofort einen "Punkt" schreiben, Korrektur evtl. später.
- Der Prüfungstext birgt Chancen. Fehlendes ist teilweise reproduzierbar.
- Die Abkürzungen sind daher gut zu lernen! Sie sind dann sofort präsent.
- Test am Ende überfliegen, klare Fehler korrigieren und "spät" abgeben.

- Die gewünschte Prüfungslautstärke ist ggf. an den Kopfhörern einstellbar.
- Zum Test mögliche Tonhöhenänderung erfragen! Nette Prüfer boten es an.
- In der Übungsendphase mit verschiedenen Tonhöhen und -qualitäten üben.
- Der häusliche Übungston unterscheidet sich leider meist vom Test-PC-Ton.

- Weiterhin stören oft Prüfungs-Hintergrundgeräusche, wie z.B. Husten, o.ä.
- Daher zusätzliches "Stresshören" mit Musik/Lärm zur Prüfungssicherheit.

- Vor der Gebeprüfung ist die Taste auf beste Einstellung hin zu überprüfen.
- Hierbei ist das kurze Geben von einigen "Problemzeichen" sehr sinnvoll.
- Lockerungsschütteln des Arms und der Hand vermeidet Verkrampfungen.
- Die Gebetexte haben ähnliche Strukturen wie die der Prüfungs-Hörtexte.
- Ruhig auf die Gebe-Textvorlage konzentrieren - nicht sofort wild loslegen.

Und bitte nicht vergessen:
Die Prüfer wollen uns gerne helfen!!!
Aber Hören und Geben müssen wir leider immer selbst...

Nach erfolgreichem Morsen wird eine eigene Prüfungsbescheinigung ausgestellt. Eine vorhandene Genehmigung wird um den entsprechenden Eintrag ergänzt.


Morseeintrag


Mit diesem Tempo-60-Eintrag fallen die letzten Gastlizenz-Beschränkungen!

Viel Glück bei der Morseprüfung und -
Herzlichen Glückwunsch!

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