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Die Morse-Schnelltelegrafie
- Schnelltelegrafie im Funkbetrieb
- Tipps und Tricks zum Erlernen
- Kürzelschrift für Wettbewerbe
- Schnelltelegrafie als Wettkampfsport
- Morse-Hochgeschwindigkeitsklubs
- Morsehandschriften bei hohem Tempo
Die Schnelltelegrafie im praktischen Funkbetrieb
Die funkbetriebliche Schnelltelegrafie (QRQ-Betrieb) ist Morsen auf höchstem Niveau. Sie gilt als Krönung der
Morsekunst. Ihr Schwerpunkt liegt nicht nur in der perfekten Beherrschung hoher Geschwindigkeiten, sondern auch in der
korrekten Anwendung aller Sonderzeichen und Interpunktionen.
Eine festgelegte Minimalgeschwindigkeit für das Schnellmorsen gibt es nicht, jedoch hat sich als untere Grenze 200
Buchstaben pro Minute (BpM) verfestigt, vergleichbar mit der Mindestanforderung des Very- High- Speed- Clubs (VHSC).
Die allgemeinen Verkehrsgeschwindigkeiten liegen zwischen 200 BpM und 300 BpM. Wenige hochtalentierte Telegrafisten morsen -
je nach Tagesform - auch (erheblich) oberhalb von 300 BpM. Als Morsetasten werden gute Squeeze-
oder Sensortasten genutzt. Empfangen wird nur über das Gehör. Weitere (Computer-)
Hilfsmittel sind verpönt.
Zur Verdeutlichung:
200 BpM = 3,3 BpS (Buchstaben pro
250 BpM = 4,2 BpS Sekunde!)
300 BpM = 5,0 BpS
350 BpM = 5,8 BpS |

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Vergleich: 50 Bd-Fernschreiber senden mit 400 Zeichen/min.
Die Schnelltelegrafie erfolgt nahezu ausschließlich in Form von gehörlesenden Klartextunterhaltungen. Ein
Mitschreiben beschränkt sich höchstens auf kleine Bemerkungen. Die Morsezeichen gehen ohne Umweg direkt ins
Verstehen - vergleichbar der Muttersprache.
mp3-Hörbeispiel (55KB) 250 Buchstaben pro Minute
Tastentipp mit wmv-Video-QRQ-Gebebeispiel (408KB)
Auch ist die Schnelltelegrafie nicht zu kaufen. Computerprogramme können die individuellen Schnelltastungen nur sehr
fehlerhaft umsetzen. Die Fähigkeit zur Schnelltelegrafie gründet daher nur auf der eigenen persönlichen
Leistung. Und genau daraus ergibt sich die besondere Faszination!
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Das Ziel der Liebhaber schneller Telegrafie ist der Beitritt zu allen High-Speed-Clubs
(HSC bis EHSC).
Die Herausforderungen sind ein besonderer Morse- Anreiz. Die HSC-Mitgliedschaften ergeben das Gefühl, der Gruppe der
Schnelltelegrafisten anzugehören. Schnellmorsen ist mehr als nur telegrafieren!
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Es ist jedoch wie im Leistungssport - ohne ein Training oder eine ausreichende Praxis sind Spitzenleistungen nur schwierig zu
halten. Daher gelten die weiteren Hinweise nicht nur für den Anfänger...
Tipps und Tricks zum Erlernen und zum Training der Schnelltelegrafie
| - Schnelle Funkverbindungen mithören,
mithören und nochmals mithören! |
| - Alle Texte nur gehörlesen! - Bitte keine
Funkverbindungen mitschreiben. |
| - Suche schnellere Funkverbindungen mit Mut zur
geringen Fehlerquote. |
| - Gestalte alle Funkverbindungen so schnell, dass du
"gerade" mitkommst. |
| - Beim Nichtverstehen nachfragen und nicht sehr viel
langsamer werden. |
| - Benutze eine Sensortaste
oder verkleinere oder entferne große Paddles. |
| - Stelle deine Taste auf Leichgängigkeit und
möglichst geringen Hub ein. |
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| - Führe öfters schnelle, stille Gebeübungen mit Zeitungsauschnitten durch. |
| - Suche einen "inneren musikalischen
Taktschlag" und morse dann damit. |
| - Keine Nervosität!!! Sie ist der Tod jeder
sauberen Morse - Handschrift. |
| - Nehme dein schnelles Morsen auf Kassette auf und
höre es zur Kontrolle. |
| - Suche bei Funkverbindungen
"Geschwindigkeitsspiele"! Keine Angst!!! |
| - Versuche regelmäßig aktiv zu sein!
Ständige Übung macht den Meister. |
| - Keinen Stress entwickeln! Hier ist die Freude der
Schlüssel zum Erfolg! |
Geeignete Computerprogramme erleichtern hierbei das QRQ-Training!
Kürzelschrift für High-Speed-Wettbewerbe
Trainingsschrift und Beschreibung
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High Speed Telegraphie (HST) als Wettkampfsport
Die funkbetriebliche Schnelltelegrafie (QRQ) findet auf den Amateurfrequenzen statt. Hier wird - eingebettet in alle
Unwägbarkeiten der Kurzwelle (QRM, QRN und QSB) - ohne hohen Leistungsdruck in lockerer Gesprächsform nach Lust und
Laune schnelltelegrafiert.
Im Gegensatz dazu finden die sportlichen Schnelltelegrafie- Wettbewerbe (HST-Sport) in einer ungestörten
Hörumgebung nach festgelegten Regeln statt. Hierbei steht die Leistung im Vordergrund. Das oberste Ziel ist ein
fehlerfreies Geben und Hören.
Die nationale Meisterschaft in Schnelltelegrafie wird dabei als Deutscher Telegraphie Pokal (DTP), der internationale
IARU-Wettbewerb als High Speed Telegraphy Championship ausgetragen.
Unterschiedliche Altersklassen und einzelne Teilwettkämpfe wie Hör-, Gebe- und Amateurfunkwettkampf unterstreichen
den anspruchsvollen Sportcharakter. Der Gesamtsieger ist der Teilnehmer mit den höchsten addierten Teilpunktzahlen.
Eine erfolgreiche Teilnahme bedingt zwangsläufig ein gezieltes und regelmäßiges Training. Eine wirkungsvolle
Vorbereitung ist nur mit einer entsprechenden Morse- Software als Trockentraining möglich. Die erreichten Ergebnisse
liegen daher auch oberhalb der auf Kurzwelle üblichen schnellen Geschwindigkeiten.
Zurecht spricht man im HST-Sport von Ultra-QRQ. Die maximalen Hörleistungen liegen bei 800-1000 Buchstaben pro Minute.
Ein „Dauerton“ - auch für einen gut trainierten Morsisten!
Nähere Informationen zu den Wettbewerben sowie Hinweise zu den Trainings- Programmen finden sich auf den Seiten des
DARC DX und HF-Funksportreferates.
Schnellmorsen = Leidenschaft + Leistung!
High-Speed-Clubs für die Schnelltelegrafie
Zur Mitgliedschaft in den verschiedenen High- Speed- Clubs (HSCs) ist eine unterschiedliche Anzahl von "Vorschlags-
Funkverbindungen" notwendig. Ein Funkpartner, der jeweils ein Klub- Mitglied sein muss, vermerkt bei seiner Zustimmung
auf der QSL-Karte einen Vorschlag, sowie die QSO-Dauer und Geschwindigkeit. Die Zeitdauer einer Funkverbindung muss dabei
jeweils mindestens 30 Minuten betragen.
Ein großes Schnelltelegrafie-Vorbild ist der Amerikaner Ted R. McElroy. Er erreichte am 2. Juli 1939 über
den Zeitraum von drei Minuten ein Weltrekordtempo von 375,5 Buchstaben pro Minute (75,1 WpM). Zur Niederschrift benutzte er
eine geräuscharme Schreibmaschine. Als Vergleich ein mp3-Hörbeispiel 375,5 BpM
(13KB).
Weitere Klub-Einzelheiten sind auf den HSC-Homepages zu finden.
Morsehandschriften bei hohen Schnelltelegrafie-Geschwindigkeiten
Das Punkt-Strich-Pausen-Verhältnis ist als Norm festgelegt. Bei elektronisch handgetasteter Schnelltelegrafie wird diese
Norm häufig aus Gründen einer höheren Gebeleistung oder einer besseren
Lesbarkeit individuell verändert.
- Zeichen werden bei gleichem Buchstabendurchsatz oft kürzer gegeben.
- Buchstaben- oder Wortabstände werden unterschiedlich vergrößert.
- Punkte werden bei einer gleichbleibenden Strichlänge vielfach verkürzt.
Hier spricht man von der sogenannten "harten" Tastung.
Zum Vergleich:
mp3-Hörbeispiel 200 BpM (25KB), Normtastung 1:3
mp3-Hörbeispiel 200 BpM (23KB), harte Tastung 1:5

Weiche Tastungen, die durch eine Verringerung der Pausen oder des Strich-Punkt- Verhältnisses entstehen, sind für
hohe Geschwindigkeiten dagegen nicht sonderlich geeignet. In diesen Unterschieden liegen die Gründe, warum die
automatischen Morsedecoder bei der individuellen Schnelltelegrafietastung oftmals überfordert sind!
Besonders auffällige Morse-Handschriften liegen bei den halbautomatischen BUG-Tasten vor. Oft
sind die Punkt- Federgewichte bei geringer Geschwindigkeit viel zu weit vorne fest geschraubt.
Geschwindigkeitsänderungen erfolgen dann meist nur über die Strichlänge - wir hören den typisch
"harten" BUG-Sound!

Der seltene DASD - NOVOPLEX
Charlottenburger Motoren und Gerätebau K. G.
H. W. Paul Berlin W35
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