
|
| |
Gebeweisen mit Handtaste und elektronischer Taste
- Mechanische Mindestanforderung einer Taste
- Die Handtaste - Handführung und Gebehinweise
- Ermüdungserscheinungen und deren Alternative
- Die elektronische Taste - Praktische Gebehinweise
- Computer-Möglichkeiten zur Gebe-Perfektionierung
Folgende Anforderungen sind an jede Taste zu stellen:
| - Kontakthub und Federspannung müssen
feinfühlig einstellbar sein. |
| - Die Hebel-Lagerung muss leichtgängig und
möglichst korrigierbar sein. |
| - Tasthebel dürfen zu den jeweiligen Querseiten
hin kein Spiel besitzen. |
| - Kontakte müssen aus harten, glatten und
sauberen Oberflächen bestehen. |
| - Die Mechanik sollte auf einer schweren,
rutschfesten Platte befestigt sein. |
Die Handtaste
| Tastennamen: |
Handtaste, Hubtaste, Klopftaste, Junker,
... |
| Gebeprinzip: |
Vertikale Tastung
|
Arbeisweise:
|
Die Morse-Punkte und Morse-Striche werden durch Senken und Heben des
Tasthebels einzeln von Hand geformt.
|
| Frequenzen: |
Für die langsame Handtelegrafie (QRSs) werden die Frequenzen 3555
kHz, 14055 kHz 21055 kHz und 28055 kHz empfohlen.
|

- Erst Geben, wenn das Klangbild der Morsezeichen wirklich erfasst ist.
- Die Taste nur mit geringem Hub und lockerer Federspannung einstellen.
- In den ersten Gebestunden unbedingt auf die richtige Tasthaltung achten.
Handführung
- Der Daumen liegt seitlich und muss gut anliegen. - Der Zeigefinger berührt den
rechten oberen Rand. - Dieser drückt mit dem Daumen den Tasthebel nach
unten. - Der Mittelfinger zieht mit dem Daumen den Teller nach oben.

| - Besonders zu Anfang der Übungen sollte der
Ellenbogen nicht aufliegen. |
| - Die Morsezeichen werden aus dem Handwurzelgelenk
heraus gegeben. |
| - Der Unterarm muss weitgehend einen rechten Winkel
zum Oberarm bilden. |
| - Hand- und Armlockerungsübungen sind
zwischendurch zu empfehlen. |
| - Zeichen von Beginn an unbedingt musikalisch
zusammenhängend geben. |
| - Einzelne Wörter o. Begriffe müssen in
sich geschlossen gegeben werden. |
| - Erst wenn Zeichen sauber gegeben werden, ist das
Tempo zu steigern. |
| - Keine Gebemethoden mit weniger als 3 Fingern oder
sogar ohne Führung. |
Ermüdungserscheinungen
Ermüdungserscheinungen treten besonders bei ungünstigen, d.h. unnatürlichen Haltungen der Hand und des Armes
auf. Daher ist eine entspannte und korrekte Gebehaltung und -weise elementar. Verkrampfungen entstehen leicht bei zu
anstrengendem und zu lang anhaltendem Gebetempo. Bei überhöhter und untrainierter Geschwindigkeit steigt
darüber hinaus die Wahrscheinlichkeit von unnötigen Gebefehlern.
Eine Alternative ist die Nutzung eines anderen Gebeprinzips (BUG, Wabbler).
Die elektronische Morsetaste
| Tastennamen: |
Elbug, Wabbler, ETM,
...
[non-iambic oder iambic (squeeze) paddles] |
| Gebeprinzip: |
Elektronische, horizontale bzw. seitliche Tastung |
Arbeisweise:
|
Die Morse-Punkte werden automatisch durch Drücken nach rechts, die
Morse-Striche automatisch durch Drücken nach links, mit Hilfe einer separaten Elektronik erzeugt. Bei gleichzeitigem
Drücken einer Zweihebeltaste werden die Punkte und Striche im Wechsel (squeezen) gegeben.
Die einzelnen Morsezeichen werden dabei - je nach Bauart mit einem oder zwei Hebel (Paddles) - individuell von Hand
geformt.
|
| Frequenzen: |
Für die Schnelltelegrafie werden gerne die Frequenzen 3556 kHz, 3569
kHz, 3572 kHz, 3574 kHz, 7024 kHz oder 7025 kHz genutzt.
|
Elekronische Squeezetaste
- Die Taste wird mit wenig Hub und lockerer Federspannung eingestellt.
- Der Ellenbogen liegt auf, der ganze Arm zeigt einen offenen Halbkreis.
- Die Hand bildet eine lockere Faust und liegt auf dem kleinen Finger auf.
- Zwischen dem geöffneten Daumen und Zeigefinger liegen die Paddles.
- Die Taste steht dabei in der geraden Verlängerung der geöffneten Finger.
- Ohne Tastenberührung werden beide Finger in geringer Distanz gehalten.
- Im Tastvorgang selber berühren die Fingerspitzen die Paddles nur leicht.
- Der Daumen betätigt die "Punkteseite", der Zeigefinger die "Strichseite".
- Die Finger müssen dabei locker und möglichst entspannt bewegt werden.
- Sie sollten den Geber symmetrisch, in gleichen Positionen berühren.
- Der beidseitige Fingerhub sollte so gering wie möglich gehalten werden.
- Nur Daumen und Zeigefinger dürfen tasten - alle anderen Finger ruhen.
- Zur perfekten, schnellen Tastung ist die SQUEEZE-Technik anzustreben.
- Die Zeichen werden hier durch Zusammendrücken der Paddles gebildet.
- Dadurch erfolgt eine wechselseitige Punkt- / Strich-Tastung ("Iambic").
- Dabei werden die Zeichen mit einem Minimum an Bewegungen geformt.

| - Für Schnelltelegrafie können Paddles verkleinert oder entfernt werden. |
| - Ein Geben auf den kleinen "Stumpen" kann
hierbei Weg und Kraft sparen. |
| - Dabei sollten die Abstände zwischen den
Paddles/Stumpen gering sein. |
Erfolg = wenig Kraft + wenig Weg + entspannte Haltung + squeezen!
Computer-Möglichkeiten zur Gebe-Perfektionierung
Zeichenkontrolle - Überprüfung eigener Zeichen mit dem Morsedecoder
Eine korrekte Gebeweise ist mit Hilfe eines (freien) Morsedecoders oder einer Computertaste hervorragend zu trainieren. Getastete Folgen sind durch die Programme unmittelbar zu
kontrollieren. Kleinste Zeichen- und Abstandsfehler werden unbarmherzig auf dem Bildschirm angezeigt. Ein Trockentraining -
nur mit dem internen Mithörton! Ein einfacher Weg zum guten Geben...
Gebeflüssigkeit - Parallelgeben über einen längeren Abschnitt
Ein zusätzlicher Weg, eine weitgehend unbekannte Ergänzung der Morse- Gebeausbildung oder des Trainings zur eigenen
Perfektionierung, ist die Paralleltastung mit einem Computer (früher Maschinengeber).
Hierbei erfolgt die zeitgleiche Tastung eines identischen Textes von Hand bei separater, automatischer Morseausgabe durch den
Computer. Dabei steht als Beispiel der Lautsprecher der eigenen Tastung auf der linken, der des Computers auf der rechten
Seite (oder verschiedene Kopfhörermuscheln).
Da der Rechner "kalt und unerbärmlich" den vorab eingegebenen Text in normgerechter Morseschrift abspult, kann
der Trainierende auf diese Weise das korrekte Rhythmus- und Tempogefühl durch die parallele Tastung verinnerlichen. Ziel
ist es hierbei, ein ganzheitliches Signal zu produzieren - ein Verschmelzen der beiden gleichen, jedoch voneinander
unabhängigen Textinhalte.
In früheren Jahren wurde dazu mit einem Maschinen- Streifenschreiber die
Handschrift zusätzlich kontrolliert. Das Ziel war eine perfekte und damit normgerechte Handtastung - ohne jede
"verräterische" Gebenote. |
|
|
|
© DK5KE
|
|
|