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Morsetelegrafieseite DK5KE
Die Morsetelegrafie ist der Urknall des Internets
 
Die Drahtbetriebsweisen in der Landtelegrafie oder
warum bestimmte Tasten einen Schiebeschalter besitzen


Bug Alte Morsetasten (Hand- und halbautomatische Tasten) besitzen oft einen seitlichen Schiebeschalter. Obwohl mit diesem in der Funktelegrafie ein Abstimmton oder auch ein Dauerton geschaltet werden kann, war seine ursprüngliche Funktion eine andere. Sie liegt in der historischen Drahttelegrafie begründet.


Die elektrische Telegrafie mit Drahtleitungen erfolgte in unterschiedlichen Betriebsweisen. Eine dieser Arten, die Betriebsweise des amerikanischen Ruhestroms, erforderte einen separaten Schalter.


Morsetasten


Unterschieden werden die Draht-Betriebsweisen Arbeitsstrom, deutscher Ruhestrom und amerikanischer Ruhestrom. Hiervon abhängig unterscheiden sich die einzelnen Tasten-Bauformen.


Arbeitsstrom-Betrieb

Arbeitsstrom_Tastung
Im Ruhezustand ist die Leitung stromlos.

Ein Stromfluss erfolgt erst durch die getasteten Morsezeichen. Dadurch wird im Morseschreiber des Empfängers eine Spule magnetisiert, die dann ein Eisenstück (Anker) mit einem Schreibstift anzieht. Gleichzeitig wird durch die Mechanik ein Papierstreifen gleichförmig bewegt. Morsezeichen werden damit lesbar!


Deutscher Ruhestrom-Betrieb

Deutscher Ruhestrom Im Ruhezustand ist die Leitung stromführend.

Der Morseschreiber zeichnet erst dann einen Strich, nachdem ein ständig(!) angezogener Anker durch die Tastunterbrechung abfällt. Die Tastung erfolgt hierbei mit dem heute unüblichen, hinteren Ruheschienen-Kontakt, der beim Dücken des Tasthebels den Strom in der Leitung unterbricht.


Amerikanischer Ruhestrom-Betrieb

Amerikanischer Ruhestrom Im Ruhezustand ist die Leitung stromführend.

Im rechten Bild ist die Funktion des Schalters deutlich zu erkennen.


Der amerikanische Ruhestrom unterscheidet sich in der Kontaktgabe. Hier schaltet die Arbeitsschiene (im Bild Knopfrundung) die Leitung. Im linken Beispiel ist die Feder so angebracht, dass sie im Ruhezustand den Tasthebel auf der Arbeitskontakt herunterzieht. Für eine Morsetastung muss sie jeweils angehoben werden. Übliche Tasten mit normaler Federanordnung besitzen dagegen einen kleinen Schalthebel, der vor dem Morsen geöffnet - und danach wieder eingelegt wird.

[Quelle: Die elektrische Telegraphie mit Drahtleitung, 1926]

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