weltweite Verbindungen auf der Kurzwelle

Dies ist die altbewährte Art einer Funkverbindung. Durch die Wellenausbreitung im Bereich von 1,8 bis 30 MHz sind weltweite Verbindungen auch mit kleinerer Sendeleistung möglich. Die Hauptbetriebsarten sind dabei die Einseitenbandmodulation (SSB) und die Morsetelegrafie (CW). Ferner sind Betriebsarten wie Fernschreiben (RTTY) und Standbildübertragungen (SSTV) möglich.



Das Stationsgerät FT1000 Mark V von Yaesu
ist der Traum eines jeden Kurzwellenamateurs.



lokale Verbindungen auf den UKW-Bändern

Auf den Frequenzbändern zwischen 144 und 440 MHz hört man sehr viele Funkamateure aus der näheren Umgebung (bis 200km). Dort treffen sich benachbarte Funkamateure um über Gott und die Welt zu reden, man hört jemanden, der mit einem Handfunkgerät unterwegs ist oder eine Mobilstation fragt nach dem Weg. Für letzteres gemacht sind die Relaisfunkstellen, die ein schwaches Signal auf einer Eingabefrequenz aufnehmen und verstärkt auf der Ausgabefrequenz wieder ausstrahlen. Die Relaisfunkstelle DBØKX, welche von unserem Ortsverband unterhalten wird, sendet übrigens auf 438,925 MHz und nimmt die Signale 7,6 MHz tiefer auf. Alle lokalen Verbindungen werden im FM-Betrieb abgehalten, SSB und CW sind aber natürlich auch möglich. Wir aus Viersen treffen uns übrigens immer auf 144,600 MHz.



Das Mobilfunkgerät TM-D700 von Kenwood sendet im 2m- und 70cm-Bereich
in der Modulationsart FM mit einer Ausgangsleistung von maximal 50 Watt.



Experimentalfunk auf ungewöhnlich hohen/tiefen Frequenzen

Diese besonderen (und nicht immer ungefährlichen) Versuche mit besonders hohen (optischer Bereich oder höher, bis 650THz) oder tiefen (z.B. 137kHz) Frequenzen bzw. Frequenzen, auf der man nur mit Sonderzulassung senden darf (50 MHz), verleihen dem Amateurfunk wieder den alten Experimentalfunkcharakter. Wer in diesen Frequenzbereichen senden will, muss eine Sondergenehmigung beantragen und darf eine bestimmte Sendeleistung nicht überschreiten.




Packet Radio (AMPR)

Das Amateur-PacketRadio-Netz bietet dem Funkamateur in Deutschland einige Annehmlichkeiten. Man benötigt lediglich einen PC mit Terminalprogramm, ein Modem (oder Terminal Node Controller) und ein herkömmliches Funkgerät, welches idealerweise im Frequenzbereich von 430 bis 440MHz arbeiten sollte. Diesen stellt man dann nur noch auf die Frequenz des nächsten Netzknoten (Digipeater) ein kann sich nun zum Digipeater verbinden. Von diesem Digipeater kann man sich weiterverbinden lassen, über Umwege sogar bis nach Übersee oder Fernost. Und dabei geht die "eigentliche" Verbindung nur von der eigenen Station zum Digipeater - also vielleicht grade mal 20km oder noch weniger. In solch einem Netzknoten kann man sich mit jedem anderen Funkamateur verbinden lassen, der diesem Netzknoten ebenfalls angeschlossen ist - weltweit. Außerdem kann man jede Art von Daten übertragen. In speziell eingerichteten Mailboxen liegen zum Beispiel kleinere Programme, Hilfsmittel, HTML-Dateien oder Fotos. Auch eine Art Chat gibt es, den Convers. Terminalprogramme erhält man meistens kostenlos (bzw. gegen eine kleine Spende) im Internet. Eine gute Übersicht dieser Programme und anderer AMPR-Infos findet man unter packetzone.de.
Unser Ortsverband unterhält den Digipeater DBØII, welcher am weltweiten AMPR-Netz angeschlossen ist. Funkamateure aus dem Kreis Viersen haben also eine sehr gute Anbindung an das AMPR-Netz, selbst wenn DBØII einmal ausfällt, gibt es genügend Alternativen im westlichen Ruhrgebiet, im Bergischen Land oder auf niederländischer Seite.
Packet Radio lässt sich auch zur Not anhand des Telnet-Protokolls übers Internet betreiben. Dazu muss jedoch eine Registrierung vorliegen, die in den meisten Fällen nur über's "normale" AMPR-Netz zu vollziehen ist.



Conversverbindung von Daniel (DC6EB) im AMPR-Netz - hier findet man besonders viele
junge Funkamateure aus aller Welt, die sich für Computertechnik interessieren.



Slow Scan Television (SSTV)

Eine interessante Möglichkeit der Datenkommunikation ohne großen Aufwand ist die Standbildübertragung. Zeile für Zeile werden hierbei Bilder übermittelt, die zum Beispiel die eigene Station oder den Funkamateur selbst zeigen. Vor dem Computerzeitalter übermittelten auch die Presseagenturen ihre Bilder in genau dieser Betriebsart. Die SSTV-Technik ist denkbar einfach: Hierzu benötigt man einen PC mit Audioanschluss und eine Verbindung vom Audioausgang des PCs zum Input des Funkgerätes (Mikrofon- oder Datenbuchse). SSTV-Betrieb ist auf allen Bändern in allen Betriebsarten möglich.
Auf Empfangsbasis beruht der Wetterfaxbetrieb. Mit speziell ausgerichteten Antennen kann man im Bereich von 137MHz Wetterbilder von kommerziellen Satelliten empfangen. Das Empfangsprinzip ist hierbei das selbe wie SSTV, jedoch sind die Faxilder meistens größer als SSTV-Bilder.



Auszug aus einer SSTV-Verbindung zwischen Olaf (DO1EP) und Daniel (DO6EB).



Amateurfunkfernsehen (ATV)

Diese Betriebsart erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Mit ATV ist es möglich, ein eigenes Fernsehprogramm auszustrahlen. Und mit DATV (Digitales Amateurfunkfernsehen) sind die Funkamateure auf dem neuesten Stand der Technik. Es ist quasi alles möglich, was man auch von den kommerziellen Sendern gewohnt ist, mit entsprechender Technik sind sogar komfortable Annehmlichkeiten wie Videotext möglich. ATV und DATV sind jedoch wegen der erforderlichen hohen Frequenz (mindestens 430MHz, normal 10GHz) nur über kurze Entfernungen übertragbar (maximal 300km).



Testbild des ATV-Senders DBØHEX auf dem Brocken (Schierke).



Betrieb über Satelliten

Mit relativ kleinen Stationen und Sendeleistungen kann man ab 28 MHz aufwärts über Amateurfunksatelliten arbeiten. Sie eignen sich wunderbar als Relaisstation für große Entfernungen (je nach Position des Satteliten über viele tausend Kilometer). Eine weitere Variation ist der Sprechfunkverkehr mit Raumstationen bzw. den darin befindlichen Kosmonauten, was ohne Probleme möglich ist, da viele der an Bord befindlichen Personen eine Amateurfunklizenz besitzen. Amateurfunksatelliten sowieo Amateurfunk im Weltraum wird von der Amsat verwaltet.



Dies ist der Amateurfunksatellit AMSAT-Phase 3-D, welcher zur Zeit um die Erde kreist und
Funkamateuren Gespräche ermöglicht sowie Bilder und Daten zur Erde sendet.



Erde-Mond-Erde

Bei dieser Betriebsart (hauptsächlich 2m SSB) wird der Mond als Reflektor für elektromagnetische Wellen benutzt. So lassen sich sehr große Reichweiten erzielen. Allerdings werden dafür sehr aufwendige Antennenanlagen und hohe Sendeleistungen benötigt.



Die EME-Station von Dave Blaschke (W5UN) aus Amerika ist
wahrscheinlich die erfolgreichste der ganzen Welt.

 



Informationen als Audiodatei:

Im Welle Niederrhein-Bürgerfunk vom 5.7.2000 hat Alexander Barz (DL4EEC) vom Ortsverband Krefeld den Zuhörern das Hobby Amateurfunk nähergebracht. Die Datei wurde aufgrund der großen Datenmenge auf das kleinstmöglichste Format konvertiert und ist bei einer Länge von 28 Minuten und 12 Sekunden 3097KB groß. Zum Download bitte hier klicken. Zum Abspielen benötigen Sie ein Programm, welches MP3-Dateien abspielen kann, wie zum Beispiel WinAMP.



Wenn Sie sich näher für Amateurfunk oder die einzelnen Betriebsarten interessieren sollten, kontaktieren Sie uns bitte. Wir versorgen Sie gerne mit weiterem Informationsmaterial oder führen Ihnen Amateurfunk "live" vor.

letztes Update: 14.04.2002