Infos und Modifikationen rund um den kleinen DK1HE-TRX. DF2OK 7/99
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Zusammenfassung meiner Files aus dem QRP-Server DL0QRP @ DB0GR

Ich habe bei meinem DK1HE-TRX zuerst das 20m Modul bestckt, da ich
ein kleines Gert fr dieses Band benutzen wollte. Sofern nicht
anders vermerkt, beziehe ich mich auf das 20m Band.


Aufbauhinweise:
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Glimmerscheibe fr T4: Die Isolierung des PA-Transistors ist notwendig,
sonst liegt +Ub ber die Drosseln DR1 und DR3 an Masse.

Khlkrper fr PA-Transistor: Den halte ich fr notwendig. Ohne diesen
wird T4 dann doch sehr schnell hei. Selbst bei einwandfrei angepasster 
Antenne entstehen beim Betrieb im Sommer in der Sonne schon Probleme mit 
der max. Sperrschichttemperatur. Also einen Khlkrper montieren, selbst
wenn es nur ein Alu-U-Winkel ist. Mit passendem Khlkrper UND Isolier-
scheibe wird T4 erst nach ca. 1 Min. Dauertrger sprbar warm.

Einbau BF981: Der Farbpunkt auf dem FET (T1) bestimmt das lange Bein.
Wenn das Gert so vor einem liegt, da das Modul vom Bauch weg zeigt und 
die Sicherung unten rechts zu liegen kommt, dann muss das lange Bein nach 
rechts zeigen. Die Beschriftung von MEINEM T1 ist dann lesbar.

Diode 1N5402: Sie ist bei Verpolung der Stromableiter und soll die Fein-
sicherung auslsen. Also ist jede andere Hochstromdiode geeignet, 
z.B. BY 255.

Die kleinen Dioden mit dem gelben Strich sind die Varicaps.

Drahtstrken: 0.1 und 0.5 CuL reichen in allen Fllen aus. Die Spulen-
gten verndern sich ein wenig, aber funktionieren wird es allemal. Wer 
allerdings von jeder Drahtsorte irgendwo 5m ergattern kann, ist im grnen 
Bereich.

DR1 und DR3: Die Kerne sind vom Typ FT 37-43. (Beschrieben im QRP-
Report 3.98, Heft 5, Seite 5.) Bewickeln mit 14 Wdg. 0.5 CuL.


"COG" entspricht dem TK-Wert NP0.
Nach Auskunft von DK1HE sind die TK-Werte nicht allzu kritisch, da die
Frequenzkonstanz hauptschlich vom Quarz bestimmt wird. Wenn keine TK0 oder 
N 750 Kondensatoren griffbereit oder zu kaufen sind, so macht das nicht 
besonders viel aus. 


Frequenzerweiterungen, hier 20m und 15m:
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Fr den 1. Versuch hatte ich nur einen FA Quarz mit der Frequenz 14.060 MHz
in der Bastelkiste. Damit habe ich nach dem Abgleich rund 6 KHz Ziehbereich. 

Jetzt sind 2 gleiche Quarze parallel geschaltet und flach bereinander mit 
beidseitigen Halte-Massedrhten (Bauteildrahtreste) auf dem Modul 
festgeltet. Kurze Ltzeiten mit heissem Kolben am oberen Gehuseteil des 
Quarzes schtzen ihn vor Beschdigungen. Vor dem nchsten Ltvorgang ab-
khlen lassen. 

Durch Versuche ermittelt, wurde C13 auf 10 pF und C14 auf 12pF reduziert. 
Nach dem kompletten Austausch der Spule L6 durch eine Reihenschaltung zweier 
Festinduktivitaeten von 10 yH und 2,2 yH, die hochkant nebeneinander montiert 
wurden, erreichte ich einen Ziehbereich von 22,5 Khz. Die Eckfrequenzen: 
14.061,0 MHz / 14.038,5 MHz.

Wenn auf das Erreichen der Frequenz 14.060 MHz verzichtet werden kann,
ist es moeglich, durch Austausch von L6 durch EINE 10 yH Festinduktivitaet
40 KHz zu ueberstreichen. Nun, da ich Gleichgesinnte treffen wollte,
habe ich die 14.061 mit drin. 

Das 15m Modul wird nach den Angaben im QRP-Report 1.99, Heft 7, Seite 34 
aufgebaut und ausprobiert. Nach Einbau von 2 FA Quarzen 21.060 MHz parallel
wurde folgendes gendert: C14 = 10 pF, C13 = 6,8 pF. Spule L6 bleibt er- 
halten, sie wird lediglich passend abgeglichen. Der Ziehbereich betrgt 
hier 36 Khz, obere Bandgrenze 21.061 Mhz. Beim Abgleich des Sendertiefpass-
filters ergab sich ein etwas anderes Verhalten als bei dem 20m Modul. Ich 
habe daher L1 und L3 von 12 auf 10 Wdg. reduziert. Die Kerne von L1-L3 (bei
beiden Moduln) werden, wie in der Anleitung beschrieben, mit einem scharfen 
Seitenschneider passender Gre halbiert. Bitte beachten: Die Kerne vorher 
herausschrauben! Der Abgleichschlitz ist sonst nach dem Krzen weg und die 
Spulenkrper mssen umstndlich wieder ausgeltet werden. Spulenabgleich
wiederholen.

Auf der Seite 34 des Reports fehlt die Kappenangabe von L8: Kappe F40.

Die RIT mu nach Abschlu der Modifikationen abgeglichen werden, siehe unten.


Audio-Bereich:
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Die beiden NF-Filterkreise lassen sich sehr gut einstellen, selbst eine 
oder 2 Umdrehungen neben der Sollfrequenz der NF gibt es noch keine 
gravierenden Abweichungen in der Signalamplitude.

Der Mithrton klingt angenehm, liegt aber mit rund 1040 Hz weit ber der
Original-TX-Ablage von 750 Hz. Ich modifiziere die Mithrtne derart, das  
sie die gleiche Tonhhe wie die TX-Ablage haben. Ist der Empfang eines 
Signals einer CW-Station in der Tonhhe mit dem Sideton identisch, bin ich 
transceiv - Wenn der Rest (z.B. RIT) auch richtig abgeglichen wurde.

Wer 750 Hz hren mchte und den Originalabgelich belassen will, sollte einen 
kleinen Kondensator von 1,8 nF parallel zu C56 auf der Unterseite der 
Platine einlten.

Der Sideton lt sich jedoch nach Geschmack ndern. Meine Tonhhe und somit
auch die Ablage (RIT) habe ich von 750 Hz auf rund 660 Hz umgestimmt. Dazu
wurde der Anfangs parallel zu C56 gelteten Kondensator durch einen mit 
dem Wert 3.3 nF ersetzt. Warum ein tiefer CW-Ton? Der Mensch ist eher in der 
Lage, im tiefem Bereich Tnhhenabweichungen zu unterscheiden. Eine Differenz
von 30 Hz zwischen 2 Tnen ist bei einer tiefen Grundfrequenz prozentual
grer als bei hohen Grundtnen.

Zurck zum DK1HE-TRX. Die beiden Spindeltrimmer (P1 + P2) sind, wenn Sie 
nach Bestckunsplan eingebaut werden, so zu bedienen, das bei Drehung gegen 
den Uhrzeigersinn die Durchlafrequenz niedriger wird. Was bei der Laut-
strkeeinstellung des Sidetone-Trimmpoti leider genau andersherum ist.

NF-Rauschen, -Verstrkung: Wer mchte, kann die Operationsverstrker
TL061 mit TL071 und den TL062 durch TL072 ersetzen, letztgenannte Typen sind
rauschrmer. In diversen Publikationen zum LM386 gibt es folgende und sinn-
volle Tips: Zur Rauschminderung eine RC-Reihenschaltung von 10 nF (15 nF 
gehen auch) und 5,6 KOhm (4,7 K gehen auch) von Pin 5 nach Pin 1 auf der 
Unterseite der Platine anlten. Je nachdem, welchen Eingangspin fr die NF 
benutzt wird (hier Pin 3), einen 10nF Kondensator gegen Masse einlten. 
(Hier C49 derzeit 3,3 nF) Die Verstrkung einer LM386 - Schaltung kann mit 
einem Elko von Pin 1 (Pluspol des Elkos hier anlten) nach Pin 8 einge-
stellt werden. Bei 4,7 Mikrofarad ist die Verstrkung um 100-fach, ohne den 
Elko UND ohne die "Anti-Rausch"-RC-Kombi rund 200-fach.

Audiofilter: Aus dem RPB-Band 144, Amateurfunk-Morsetelegrafie CW von DJ6HP, 
HaJo Pietsch, fand ich haargenau das CW-Filter beschrieben, welche sich auch 
im DK1HE-TRX wiederfinden. Nun, ich habe die Formeln aus dem Buch mit den 
DK1HE-Werten durchgerechnet und Folgendes dabei herausbekommen:

(Achtung: Alle Werte fr 660 Hz Resonanzfrequenz!)

Einstellbereich von 583 Hz bis 1514 Hz. Gte 4,66. Bandbreite 141 Hz.
Vu 1,92-fach je Stufe. Mehr Verstrkung gibt es bei dieser Schaltung durch 
das Verndern von R28 bzw. R29. Eine Verringerung der Widerstandswerte erhht 
die Verstrkung. Ich habe unterschiedliche Verstrkungen je Filter gewhlt.

Zu R28 von Filter 1 habe ich 27K parallel geltet. Das ergibt eine 
rechnerische Vu von 4,6. Zu R29 habe ich 47k parallel geschaltet, das ergibt 
eine Vu von 3,5. Eine Vernderung dieser Werte verndert WEDER die Bandbreite 
noch die Resonanzfrequenz! So kann schon mal experimentiert werden. Ich habe 
leider vor der Modifikation die Verstrkungen nicht gemessen. Hinterher 
erreichte ich folgende Werte: Filter 1:  5-fach,  Filter 2:  4-fach. Das ist 
nah an den Berechnungen. In dieser Wiese um etwas mehr NF-Verstrkung erhht 
klingen die Signale schon besser. 

Wer die hohe NF-Bandbreite ndern mchte, kann das wie folgt durchfhren: 
Durch eine Wertvernderung von R26 und R27 zu hheren Werten hin wird die 
Bandbreite schmaler. Allerdings verndert sich auch die Resonanzfrequenz und 
die Verstrkung, sie werden hher.

Bei einem Wert von jeweils 220 KOhm fr R26 und R27 errechnet sich eine Band-
breite von rund 96 Hz. Der Resonanzfrequenzbereich verschiebt sich von 
min. 382Hz / max. 1245Hz nach unten. Eine Mittenfrequenz von 750 Hz bzw. 
660 Hz lassen sich noch immer bequem einstellen. Nach Austausch der beiden 
Widerstnde (Metallfilm ist empfohlen) habe ich eine 3dB Bandbreite von 90 Hz 
gemessen - klingt gut. Eine echte Verbesserung, finde ich. Laut Buch reichen 
96 Hz Bandbreite fuer eine Telegrafiegeschwindigkeit von rund 150 BPM. 


Abgleich der RIT:
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Alle Filterkreise sind, wie die Anleitung und der Bericht im Report
beschreiben, sicher und schnell einzustellen. Ich habe keine 2. Maxima beim
Abgleich feststellen koennen.

Nach der Modifikation mit Fremdquarzen bin ich nicht nach der eigentlichen
Anleitung ("Fremdquarze? Eine kleine..") vorgegangen. Nach dem Umbau
des Moduls fr das 20m Band habe ich den Abgleich der RIT wie folgt 
vorgenommen: RIT-Poti immer in der Mittelstellung gelassen, mit kalibriertem 
Stations-RX als Monitor und Gegenstation bzw. Mesender gerbeitet. Ich habe 
den Abgleich im oberen Frequenzbereich 4 KHz und im unteren 2 KHz von der
jeweiligen Bandgrenze vorgenommen. Das ergibt einen einigermassen Gleich-
lauf der RIT. Wenn der Abgleich genau an den Frequenzeckpunkten vorgenommen 
wird, driftet die Ablage im Mittenbereich der Hauptabstimmung zu sehr aus-
einander. Im unteren Frequenzbereich ist der Abgleich (Statt Festwert je ein
Trimmpoti von 50 KOhm mit 2 langen Beinen einlten und nach Abgleich vor-
sichtig auslten und ausmessen) nicht sehr kritisch, im oberen Frequenz-
bereich schon eher. R3 bestimmt den oberen frequnzmaessigen Abgleichpunkt, 
R9 den unteren.

Fr 20m mit 2 x FA-Quarz und 660 Hz Ablage sind dabei folgende Werte 
herausgekommen: R3 = 10,0 KOhm und R9 = 4,7 KOhm.

Fr 15m: R3 = 15,0 KOhm und R9 = 2,2 KOhm.


Sonstiges:
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Ich habe fr die beiden Leuchtdioden 2 vorhandene 3mm Typen eingesetzt. Die
Leuchtstrke war mir viel zu hoch, so da ich die Vorwiderstnde verndert
habe. Zu R48 habe ich 2,2 KOhm in Reihe geschaltet und R54 durch einen
3,3 KOhm Widerstand ersetzt. Der Stromverbrauch wird ebenfalls reduziert.
Der Abgleich des RX und des TX knnen, bis auf die beschriebenen nderungen,
aus der Baumappe entnommen werden.


Messwerte DK1HE-TRX (incl. Modifikationen):
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Mebedingungen:

Geraet im "kleinen" Eurokartengehuse aus Alu, zum Messen Deckel und 
Bodenplatte entfernt, 20m-Bandmodul mit 2 FA-Quarzen 14.060 MHz parallel,
eingestellte QRG um 14.060 MHz. Megerte: Digital-Multimeter > 1 MOhm,
Scope mit -4,7dB Bandbreite DC bis 150 MHz im 50 Ohm (+-1%) DC-Eingang
mit einem SWR von max 1:1,3. Netzteil, Ub= + 12V an Punkt 30 gegen Masse. 

Folgende Werte wurden gemessen:

TX-Out =  1,57 Watt.
I RX   =  42mA (NF leise)
I TX   = 350mA

Viel Spass beim Bau und beim Funkbetrieb,
73/72, Michael, DF2OK



