Costa Rica 2001
Expeditionsbericht von Alan - KI7WO

Dies ist die Geschichte zweier OMs namens
Bill ( AK0A ) und Alan ( KI7WO)

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Die Reise beginnt mit ruhigem Abflug vom Kansas City International Airport über Atlanta und Endziel San Jose, Costa Rica, Central America.
 
Wir wurden von Henry (TI2HMG), unserem Gastgeber am Flughafen erwartet und zur Radiokontrollbehörde nach San Jose gebracht. Die Taxis fahren "verrückt". Es gibt Stopschilder an den meisten Kreuzungen als Zusatz zu den Ampeln. Als ich nach dem Grund fragte erfuhr ich dass die Ampeln bei Stromausfall nicht funktionieren ( auch wir hatten 3 Stromausfälle in der Zeit des Aufenthaltes ). Kommentar von Henry: das Problem wurde inzwischen durch umfangreiche Arbeiten am Stromnetz gelöst...
 
Ich sah merkwürdige Fahrgewohnheiten. Linien teilen die Strassen, Autos fahren dazwischen und Mopeds auf den Linien. Dafür wurden sie sicher nicht angebracht, aber ich sah es so. Auch die Kreisverkehre waren seltsam mit 2 Spuren im Zirkel, 2 Spuren die münden und 2 die ihn verlassen, was vorsichtige Fahrweise erfordert.
 
Ich sah keine U.S. Fahrzeuge, nur Japanische, was vielleicht nicht schlecht ist wegen der engen Strassen und der vielen Motorräder. Motoradhelme sind Pflicht, obwohl eine KFZ-Versicherung nicht zwingend vorgeschrieben ist.

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Wir kamen gut bei Henry an, begaben uns sofort an die Station und begannen zu rufen. Eine unheimliche Nachfrage für Costa Rica. Ich rief einige Male CQ, wurde auf dem DX Cluster gepostet und das Rennen begann. Unglaublicher Ansturm von JA's und Europäern mit oft mehr als 120 QSOs in der Stunde. Ein wirkliches Lehrerlebnis für mich. Niemals vorher wollten so viele Stationen mit mir reden. Normalerweise versuche ich durchs Pile-Up zu kommen, aber diesmal versuchte ich es zu managen. Das muss etwas mit der Lage zu tun haben.
 
Da die Temperaturen ganzjährig um die 25 Grad betragen, bedarf es keiner Klimaanlage. Sogar in der Regenzeit im September und Oktober war es sehr komfortabel in Shorts und T-shirt. Eine erfrischende Brise wehte.

Die 5-Band Quad auf dem nur 12 Meter hohen Mast arbeitete super aus den Bergen auf 930 Meter Höhe. Es gab Drahtantennen für die unteren Bänder, die nicht sehr gut arbeiteten, aber irgend eine Bandöffnung fanden wir immer.

Viele Gegenstationen haben nicht einmal die Bedeutung von QRZ, QRX, QSY und QRT verstanden. Dies sollte in den USA zum Teil der Grundausbildung gemacht werden.

Das Essen war wundervoll. Nichts übertrifft frisches Obst - Bananen, Ananas, Papaya, Kokosnuss, usw. Dies war wirkliches Essen, nicht der Mist den man zuhause in den Läden bekommt. Aber auch für die Liebhaber von Fast Food ist im Zentraltal gut gesorgt mit Burger King, Pizza Hut, Taco Bell, usw.......
 
Die Wasserheizung ist einzigartig. Sie ist im Duschkopf integriert, ein Durchlauferhitzer, der sich einschält, wenn das laufende Wasser einen Druckschalter auslöst. Je weniger Wasser durchläuft, umso wärmer wird es. Sicher ein einmaliges Erlebnis für einen Elektriker, die Art der Kabelanschlüsse zu sehen, die aus der Wand kommend im Duschkopf verschwinden. In Italian hergestellt, aber sicher in Deutschland nicht zugelassen.
 
Man braucht in Costa Rica keine Genehmigung zum Aufstellen von Masten. Man baut einfach wie man will. Würden wir uns das nicht auch wünschen?
 
Einige Kontakte waren besonders einprägsam. Einer hatte seinen ersten HF Kontakt überhaupt. Arbeitete auch eine Station W1AW, wahrscheinlich ein Pirat und viele nett klingende YL Stationen. Eindrucksvoll, wie leicht diese durch die Pile Ups kommen, besonders die aus Texas. Ich rief nach einer YL wie ich vermutete und bekam zu hören: "Mein Name ist Elliot , ich bin ein 12 Jahre alter Junge". Ups...., diesmal falsch geraten. Ich arbeitete sogar Stationen, die nur einen Dipol im Dachboden hängen hatten und eine Vielzahl von Mobil und QRP Stationen.

Wir teilten uns die Quad Antenne. Wir hatten zwar 2 komplette Stationen dabei, konnten aber wegen Interferenz nur jeweils eine arbeiten. Nicht genügend Platz zwischen der Quad und der mitgebrachten G5RV. Es war ein schreckliches Gefühl, mitten in einem riesen Ansturm zum Essen gerufen zu werden oder zur Toilette gehen zu müssen.

NIE vorher fühlte ich mich so "speziell und begehrt". Ich bekam nicht nur wieder eine N.A. Station mehr, sondern viele bedankten sich für das neue Band und viele sogar für das neue Land. Ich freute mich, viele OMs aus Kansas City zu arbeiten und beachtete besonders die "0" im Rufzeichen.

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Wir gingen zur Bank, um Reiseschecks zu tauschen. Wenn ein anderer als der Inhaber diese einlösen will, dauert es 4 Wochen oder länger bis diese auf dem Konto gutgeschrieben sind. Der Inhaber erhält dafür sofort einheimische Währung (1 Colon=335 US$). Die Sicherheit in den Banken war beeindruckend. Man muss durch eine 2-türige Sicherheitsstufe gehen, in der man nach metallischen Objekten abgeleuchtet wird. Fast wie auf dem Flughafen. Es gab den Sender ESPN Sport am Fernsehen hinter dem Schalter, um die Zeit in der Schlange zu überbrücken.
 
Hauptfrustration waren für uns die PSK31 Operatore aus den Staaten. Bill war sehr genau beim CQ rufen und teilte allen mit, bitte KEINE "Quatsch files" zu senden. Er versuchte wiederholt mitzuteilen, dass es sich um eine seriöse Operation im DXpedition Stil handelt und doch sendeten viele langweilige und unerwünschte Informationen aus, die ihren PC, Rig, Antennen, Leistung und vieles mehr betrafen..... Wir wünschten sie würden auf unsere Anweisung hören.
 
Letztes Jahr in Belize war Bill immer der ruhige am Ende des Tisches, der kein Geräusch von sich gab, sondern nur aufs Keyboard hämmerte. Nachdem ich mit ihm viel "Gute Zeit" verbracht habe, entwickelte ich eine Art Dankbarkeit für RTTY als eine wertvolle Art der Kommunikation.

Es war eine sehr ruhige Arbeitsumgebung, ausser ein wenig lokalem QRM, entstanden durch einen verückten Hahn ohne Zeitgefühl und einen Hund in der Nachbarschaft, der alles und jeden anbellte.

Habe ich erwähnt, wie unglaublich stark die Pile Ups ware? Einfach Wahnsinn! Besonderen Dank an Duane KA0HAE für die Überlassung des Headset und des Fuss-Schalters, ohne die ich mit Sicherheit weniger QSOs im Log hätte. Herr Heil hat ein starkes Produkt.

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Danke an Bill für die Planung der Reise. Unvergesslich wird sie mir in Erinnerung bleiben. Die Reise hat mir sehr geholfen, die Arbeit aus der Sicht des DX Operators zu sehen und hilft mir bei der Vorbereitung für das nächste Abenteuer.
 
Besonderen Dank an Henry ( TI2HMG ), unseren Gastgeber. Es gab nichts, nach was wir fragten, dass er uns nicht besorgt hätte. Seine Kochkunst ist wunderbar. Ich würde seine Pension jedem wärmstens empfehlen, der einen genüsslichen Urlaub in Costa Rica verbringen will, egal ob Ham oder Nicht Ham. Auch seine Preise sind sehr vernünftig. Ob ich erneut gehen würde?? JA!!! KEINE FRAGE!

Seine Webseite findet man unter: www.qsl.net/ti2hmg/ Auf Funkurlaub klicken.

Nach meiner Rückkehr warteten bereits 100 Karten, auf Bill sogar mehr. Ich verstehe nicht, weshalb das Motto  "frankierter und adressierter Rückumschlag" oder Umschlag mit IRC so schwer zu verstehen ist. Ich weiss dass ich gegen die Wand predige, da keiner von uns von einem DX Operator verlangen würde, das Rückporto zu zahlen, dennoch soll es erneut gesagt sein!!!

Unsere Gesamt - QSO´s betrugen 10,193 plus etwa 270 Dopplern in 11 Tagen.

Hier die Details: 

TOTAL-QSOs

Band SSB RTTY PSK31 MFSK
80 0 7 0 0
40 14 63 4 0
20 2653 1391 175 24
17 999 6 0 0
15 408 1135 170 1
12 1069 99 0 0
10 1191 645 139 0
Total 6334 3346 488 25
Gran total 10.193

Die Flughafensicherheit war sehr streng, wie wir bereits erwarteten. Ich hatte keine Probleme damit, Radio und Zubehör an Bord zu bringen. Das einzige das ich nicht aus Costa Rica bringen konnte, waren die Batterien in meiner Taschenlampe. Verboten ausser im Laptop!
 
Ein wundervolles Erlebnis für uns alle. Sorry Kathy, es gibt KEINEN Wal-Mart in Costa Rica... Al, KI7WO

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