Bericht über das SDXG-Treffen am 18. Nov. 2000 in Karlsruhe-Stupferich

 

Um 14 Uhr MEZ eröfffnete DJ5JH die Tagung, zu der 25 Mitglieder und Gäste im Nebenzimmer der Gaststätte Akropolis am Sportzentrum in Karlsruhe-Stupferich erschienen waren. Das Tagungslokal fand allgemeine Anerkennung, ein für die Teilnehmerzahl gut bemessener und abtrennbarer, durch eine wintergarten­ähnliche Glasüberdachung hell und freundlich wirkender Nebenraum. Nach Selbstvorstellung der Teilnehmer und Übermittlung der Grüße mehrerer verhinderter Mitglieder, darunter leider auch des vorgesehenen Referenten DK2WH (Namibia), erstattete der Präsident den Bericht über das vergangene Halbjahr.

Zuerst konnte die AMSAT-DL-Crew um OM Dr.Meinzer DJ4ZQ zum vorgestern gelungenen Bilderbuchstart des Phase-3D-Satelliten beglückwünscht werden, der schon auf die Bezeichnung Amsat-Oscar 40 getauft war zur Erinnerung an den ersten Start eines Amateurfunksatelliten vor 40 Jahren. Eine Tagung im nächsten Jahr soll sich mit den Aspekten dieses neuen Satelliten für uns Dxer befassen, wozu ein Referent gesucht wird. Dass Dxpeditionen über das Internet mit zuhause kommunizieren ist schon merkwürdig und veranlaßt die Frage, ob dies nicht durch Benutzung dieses Satelliten ersetzt werden kann.

Sodann etwas von der Ende 1997 begonenen unendlichen EMV-Geschichte: Der Abgabetermin für die Selbsterklärung ist wieder verschoben, diesmal gleich ohne Nennung einer neuen Frist. Das Ganze wird so langsam lächerlich und verschwindet vielleicht unauffällig in der Versenkung, obwohl natürlich die Neulizenzierten wei­terhin ihre Erklärung einreichen müssen. Die Bemühungen des DARC, mit einem Gegengutachten die Anforderungen der Vfg. 306/97 zu entkräften, haben offenbar Erfolg gehabt; der Gelbdruck der geplanten neuen DIN wurde zurückgezogen, wird also nicht Stand der Technik werden. Die im DARC-Gutachten gewonnenen Werte sollen in den nächsten Gelbdruck einfließen und bringen angeblich dreifach günstigere Werte für uns. Damit dürfte die Gefahr dann gebannt und der Spuk vorüber sein.

Das Sonnenfleckenmaximum, in dem wir uns gegenwärtig befinden, hat mit Sonnen­fle­ckenrelativzahlen von über 200 auf den oberen Bändern für ausge­zeich­nete Be­din­gungen gesorgt, wie einige von den Mitgliedern auch auf ihren großen oder kleinen Dxpeditionen feststellen konnten. DL1IAN in Lesotho, DJ4PI und DF3IS aus Thasos/SV8, DJ5JH auf der Peloponnes/SV3 und als J43J im WAEDC-CW und CQWWDX-Phone. Der DARC-DX-Rundspruch von DK0DX konnte von Griechenland aus am 3. Nov. 2000 auf 80 m mitgehört werden! DJ9ZB war mit DJ6SI in J5 Guinea-Bissao, Franz soll angeblich als OP im Februar 2001 nach CE0/Ambrosio Isl. mitfahren.

 

Auf dem Balkan stehen neue DXCC-entities vor der Tür, wenn Serbien und Montenegro sich trennen müssen wohl beide einen neuen Status bekommen, denn man kann Serbien allein kaum als Rest-YU bezeichnen.

Gerade vorbei waren die Aktivitäten von DL7DF und Consorten aus XT2OW, wie immer gut auf allen Bändern zu arbeiten, sowie aus 3B8 in bescheidenerem Rahmen, KH6ND/KH5 und  N6FF/KH5, K5K Kingman Reef mit sehr durchwach­senen Operators, teils schwach teils Spitze. E30TA hat 25 T QSOs geloggt, Midway ist durch NH6D/KH4 auf längere Dauer aktiviert, FO und FK sind DX-peanuts geworden, FR/G war wieder mal aktiv, VU dürfen auf 30m arbeiten, auch der im CQ-DL als Pirat verdächtigte VU2TS dürfte echt sein. Schließlich hat F2CW als ZM8CW Kermadec aktiviert und mit seiner ufb Betriebstechnik auf der most-wanted-Leiter einige Sprossen heruntergearbeitet.

 

Der Bericht über die neue SDXG-PA mußte ausfallen, weil sie sich auf der Reise als defekt herausstellte, was ja doch auch ein Bericht war.

Eine neue Entwicklung auf dem QSL-Sektor hat begonnen: Nicht nur daß einige Op begonnen haben, ihre QSL als email-Anhang sofort dem QSO-Partner zuzuleiten (z.B. KL7QR), es hat sich vielmehr ein Internet-QSL-Vermittlungssystem gebildet (N5UP,eQSLcc). Dorthin gelangt man über www.qslcard.com/qslcard, muß sich registrieren lassen in 2 Schritten, die durch eine email bestätigt und abgesichert werden. Dann gibt man sein log im ADIF-Format ein, was mit dem J43J-Log schon gemacht habe, sucht sich eines der zahlreich gesstellten QSL-Motive aus, kann auch ein eigenes Bild verwenden, das kostet aber 5 $, die man über ein kompliziertes Be­zah­lungssystem Pay-Pal bezahlen muß. Dann kann jeder, der das Datum seines QSOs mit J43J und das Band weiß, eine QSL-Karte mit den QSO-Daten herun­terladen. Man kann auch danach suchen, ob irgend eines der anderen Logs QSOs enthält, diese Rufzeichen werden dann angezeigt, und man muß nur das Datum des QSO und das Band wissen, um eine QSL zu bekommen.

Selbstverständlich kann man wählen, ob man jeden Eingang einer QSL per email gemeldet haben will oder nicht.

Auch der nicht registrierte Einlogger kann sich die für ihn in den mittlerweile 750 T Logeinträgen aus 140 Ländern enthaltenen QSO anzeigen und bestätigen lassen, wenn er Datum und Band des QSOs angibt.

Dieses System wurde von den Teilnehmere verschieden bewertet, teils wegen der Befürchtungen von Manipulationen an den heruntergeladenen QSL, teils wegen des Verlustes der Identität des Ausstellers, aber seit dem Aufkommen des QSL-Managers ist die QSL-Karte seltener Stationen oft nicht mehr am Ort des QSO ausgestellt, hat also nicht mehr den originalen Wüstenstaub oder Eiseshauch an sich.

 Die Möglichkeiten eines Internet-email-Zugangs vom Urlaubsort durch WINLINK2000 bzw. Airmail2.15 wurden diskutiert, in DL rechtlich zweifelhaft, andernorts z.B. USA ohne weiteres zulässig. Etwa 20 Stationen stehen weltweit in PACTOR bereit, den Zugang zum eigenen Internet-email-Briefkasten zu ermöglichen. Für den Urlauber eine Möglichkeit, seine emails anzuschauen, auch wenn kein Internetcafe in der Nähe ist.

Schließlich wurde auch kurz PSK31 angesprochen und soll zum Gegenstand eines Referats im nächsten Jahr gemacht werden. Wir müssen unbedingt diese neuen DX-Betriebsarten einbeziehen, wenn wir den Kontakt zur Wirklichkeit nicht verlieren wollen!

Einige interessante freeware-Programme für Amateurfunkzwecke wie Logger, Logconvert, C2A, BV6-QSL-Druck von DF3CB oder Irfanview, ein kleiner idealer Bildbetrachter für alle existierenden Bildformate, konnten von den Teilnehmern mitgenommen werden.

Zuletzt kam auch die Frage nach einer Erhöhung des Mitgliedsbeitrags auf Tapet. Der Präsident ist mit dem Kassier der Ansicht, daß eine Erhöhung in Anbetracht der Kassenlage nach den großen Anschaffungen der letzten beiden Jahre unumgänglich und in Anbetracht der gesteigerten Aktivität der SDXG auch vertretbar ist. Die Frage soll auf der Frühjahrstagung entschieden werden.

Dann stellte der Sekretär DK2GZ, der sogar einen Beamer mitgebracht hatte, die Website der SDXG vor, die von ihm immer weiter ausgebaut wird und neben den aktuellen Daten der SDXG auch zahlreiche Links zu weiteren interessanten Webseiten enthält.

Außerdem erstattete er einen längeren Bericht über das Mammut-Contest-Unternehmen des BCC namens CN8WW, das an Logistik und Aufwand, z.B. wurde ein eigener LKW zum Transport nach Marokko angeschafft, wohl alles in den dunkelsten Schatten stellt, was selbst die Amerikaner an derartigem in der Karibik aufgezogen haben. Der Erfolg gab dem ungeheuren Aufwand Recht, Multi/Multi Weltrekorde. DK2GZ gehört selbst zum diesjährigen CW-Team bei CN8WW. Alle SDXG-Mitglieder sind aufgerufen, die Mannschaft durch QSO auf allen Bändern zu unterstützen.

Zum Schluß kam der Höhepunkt des Treffens, ein lebhafter Bericht von Markus DL1IAN über die Dxpedition nach Lesotho 7P8AA im Juli 2000. Ein gebirgiges Hochland vollständig umschlossen von Südafrika, das von seinem Wasserreichtum lebt und vor allem für die USA zu den besonders gesuchten, weil schwer erreichbaren Ländern zählt. Mit ca. 500 kg Ausrüstung waren die meist aus dem Ruhrgebiet stammenden Teilnehmer von einem recht luxuriösem QTH aus qrv und wickelten 27T QSO ab. Ihre Erfahrungen mit der Disziplin im Pile-up widersprechen dem oft geäußerten Vorwurf: Die Italiener waren disziplinierter als die DL oder auch die sonst hoch gelobten JA, was zu denken gibt. Die schönen Dias zeigten aber auch, daß der Besuch der Sehenswürdikgeiten dieses an Naturschönheiten reichen Landes, der Schweiz Südafrikas, nicht vergessen wurde.

Zum Abschluß der Tagung um 18.30 Uhr dankte der Präsident den Referenten und Teilnehmern, konnte  DL6IAK Michael aus Karlsuhe als spontan beigetretenes neues Mitglied begrüßen und lud zum nächsten Treffen im April 2001 nach Lampertheim zu DL0WW.