Bericht über die Frühjahrstagung der SDXG am 5. Mai 2001 Am 5. Mai 2001 um 13.30 Uhr trafen sich die Mitglieder der SDXG zur turnusgemäßen Frühjahrsversammlung der Süddeutschen DX-Gruppe im Clubheim des OV Lampertheim (DL0WW). Der Präsident Wolff DJ5JH begrüßte die erschienen ca. 20 Mitglieder und Gäste, bedankte sich beim gastgebenden OV Lampertheim für die wiederum gewährte Gastfreund- schaft in diesem für einen DX-Club so zünftigen OV-Heim unter dem eindrucksvollen Antennenwald von DL0WW. Entschuldigt hatten sich einige Mitglieder, darunter leider auch der als Referent über PSK31 vorgesehene plötzlich erkrankte Michael DL6IAK. Nach Selbstvorstellung der Anwesenden wurden Protokollführer und Kassenprüfer bestellt. Sodann erstattete DJ5JH den Bericht über das zurückliegende DX-Jahr: Der in Erinnerung an unser verstorbenes Mitglied Peter Bobek DJ8WL gestiftete Transatlantic Challenge Cup für das erste transatlantische 137 Khz-QSO wurde an G3AQC und VA3LK vergeben, die für dieses QRSS-QSO 2 Wochen brauchten. Ein hervorragendes DX-Jahr liegt hinter uns, wenn auch die Sonnenflecken- relativzahlen auf und ab gingen wie die Börsenkurse. Dxpeditionen in nie gekannter Anzahl, dem DX-Rundspruch von DK0DX reichte manchmal die Zeit nicht aus, alle Meldungen zu verbreiten, auch OPDX mußte jüngst passen und konnte nicht mehr alle Meldungen bringen. Wir befinden uns auf dem Höhepunkt des Sonnenflecken- maximums, und das wird weltweit gut genutzt. Die DXpedition nach ZK3 wurde von den Hams um ZL2HU abgesagt, weil zu viel Aktivität weltweit zu verzeichnen sei. Öffnungen in den Pazifik auf 12 und 10 m bis in die Nacht hinein brachten sicher vielen neue Bandpunkte auf den oberen Bändern. Ein neues DXCC-Land könnte entstehen, Ducie Atoll bei Pitcairn, wohin JA1BK und ZL3CW wollen, wenn es anerkannt ist, was wiederum davon abhängen soll, ob Pitcairn eine eigene IARU-Mitgliedschaft erlangt. 3Y0C Astronaut Chuck Brady von Bouvet war ein Highlight ebenso wie die ersten Einheimischen in Bhutan wie A51AA, der häufig auf 15 m SSB mit gutem Signal zu hören ist, aber auch die ein oder andere DXpedition wie A52CD. D68C hat mit 168.000 QSO neuen Weltrekord für Dxpeditionen aufgestellt und den alten Rekord von 3Y0PI mit 92.000 weit übertroffen, wofür immer das auch gut sein soll. FO/DL1AWI und /DL5XU waren in Tahiti und auf dem Marquesas, auf 10 m aber öfter im Cluster gemeldet als wirklich auf dem Band zu hören. Conway Reef durch YT1AD als 3D2CI alle Bänder mit guten Signalen und guter Betriebstechnik. DK7YY und Consorten wieder sehr gut als 3G0Y Osterinsel alle Bänder/Betriebsarten leicht zu erreichen. BQ9P war wieder mal auf Pratas, hoffentlich kommen die QSL schneller von KU9C als beim letzten Mal, DK8AN als T30AN in SSB/CW, aber nur wenig aktiv. ZL1AMO war auf seiner Abschiedstour in H40RW. Eine DXU (= University) wurde in USA gegründet, um die hohe Kunst des Dxpeditioning und des „energetic Radio Amateurs“ zu lehren. Vor allem das Hören im pile up soll geschult werden Die Fakultät sollte die Bezeichnung Radioerasitech- nologie bekommen. Einige Mitglieder der SDXG wären als Professoren durchaus geeignet, man denke an DJ9ZB, DF6FK oder DJ4LK u.a. Der DX-Cluster ist eine feine Sache: Früher hat man viele DX-stns nicht arbeiten können, weil es noch keinen Cluster gab; heute ist alles viel besser, man kann sie nicht arbeiten, weil es einen Cluster gibt... In unvorstellbarer Weise haben die bösartigen Störungen auf den Frequenzen der DX-stns zugenommen, das ist eindeutig auf den Cluster zurück zu führen, die Frequenzen wo man die anderen am meisten ärgern kann werden frei Haus geliefert, das Störschwein muß nicht mal mehr selbst suchen. Absolute Zurückhaltung bei der Meldung wirklich rarer Stationen auf den unteren Bändern ist sicherlich das Gebot der Stunde. Es macht wohl auch keinen Sinn, die Cluster in einem so großen geographischen Raum zu verknüpfen. Z.Z. kommen Meldungen von Finnland bis Marokko, von KP2 bis UA0, auch W, VE und JA und PY haben schon spots eingegeben. Das ist nicht sachdienlich. Der neue Satellit AO-40 hat leider schnell schlapp gemacht, nachdem er einen Bilderbuchstart hingelegt hatte. Hoffen wir das Beste, dass doch noch etwas aus ihm wird, wenn auch die ehemalige Mode B nicht funktionieren wird, weil der 2m-Sender oder die Antenne im Satelliten kaputt zu sein scheinen. Damit wird es ein Satellit fürs S-Band oder Packet, also nicht so gut für uns Dxer wie ehemals AO-13 oder auch der nach 18 Jahren noch immer wenigstens eingeschränkt aktive AO-10. Die neue Betriebsart PSK31 breitet sich wie ein Buschfeuer aus. Auch werden die ersten Dxpeditionen in dieser Betriebsart qrv, 3B6RF zB. Leider mußte der darüber heute vorgesehene Vortrag von DL6IAK wegen dessen Erkrankung verschoben werden. Zur Lage der SDXG: Mitgliederstand gegenwärtig ca. 60, ein Anstieg. Mit der Beteiligung an unseren Treffen können wir zufrieden sein, es kommt über die Hälfte aller Mitglieder mehr oder weniger regelmäßig. Die SDXG steht in keiner Konkurrenz zu einer anderen Vereinigung, sie ist kompatibel zu allen und allem. Der wöchentliche Rundspruch wird weiterhin montags auf 3742 Khz durch DL8NU Hardy ausgestrahlt, wofür ihm gedankt wurde. Die SDXG-Homepage macht Fortschritte dank Harry DK2GZ, der sie Schritt für Schritt verbessert und viele gute links aufgeführt hat. Erste auf Überlastung hindeu- tende Schwierigkeiten beim Erreichen der Website bei www.qsl.net wurden beobachtet. Die Kassenlage der SDXG hat sich dank sparsamem Wirtschaften und Abbau vor allem der Portokosten durch die Verwendung von emails leicht verbessert, erlaúbt aber gegenwärtig keine großen Sprünge. Mit dem Dank an die Vorstandskollegen DK2GZ und DJ4PI endete dieser Teil des Nachmittags. In Anerkennung seiner Verdienste um die SDXG und seiner langjährigen Mitarbeit im Vorstand erhielt der als Kassier ausscheidende Emil DJ4PI eine besondere Auszeichnung, die bisher nur einem, DL8NU, zu Teil geworden war, in der Form der SDXG-Ehrenplakette. Bei den anschließenden Wahlen ergab sich folgender Vorstand für die nächsten 2 Jahre: Präsident : Wolff DJ5JH Sekretär: Harry DK2GZ Kassier: Wolf-Dieter DK4IO Michael DF3IS bleibt Gerätewart, DK2GZ Contestmanager. Bei der anschließenden Aussprache wurde eine Änderung der Ausschreibung für das SDXG-Diplom angeregt, das nicht mehr zeitgemäß ist. Finanzielle Unterstützungen für die DXpeditionen nach Malpelo von HK3JJH/HK0M, nach J5X durch u.a. Markus DL1IAN sowie für D68C wurden beschlossen. Sodann erstattete Fridhelm DF1IC einen Bericht zur Lage an der EMV-Front, die aber vor allem dank der ihrer Rechtskraft entgegengehenden neuen, für uns wesentlich günstigeren DIN in ihrem Bedrohungspotential für unser Hobby schon zurücktritt hinter der PLC-Front, wo die jüngsten Beschlüsse der Politik Störwerte zulassen, die jeden DX-Betrieb unmöglich machen werden. Breite Störsignale von S 9 + 20 dB auf 80 m bis S 5 auf 10 m bedeuten das Ende für jede betroffene Amateurfunkstation, in deren Straße auch nur ein PLC-Anschluß erfolgt, weil dann die Störungen unvermeidlich zu allen am gleichen 230/380V-Abzweig liegenden Haushalten gelangen werden. Andiskutiert wurde die Frage einer Beitragserhöhung, die aber erst im nächsten Jahr kommen soll und auf der Herbsttagung festgesetzt werden wird. Sodann berichtete Harry DK2GZ Beamer-gestützt über seine Teilnahme am WWDX-CW- Contest bei CN8WW im November 2000, ein logistisches und erfolggekröntes Meisterstück des Bavarían Contest Clubs mit DL6FBL als spiritus rector, bevor Gunter DK2WH zum Abschluß der Tagung den lang erwarteten Dia-Vortrag über seine letztjährige Gelände- wagenreise ins Kaokoveld nach Namibia hielt, der mit großartigen Aufnahmen von Mensch und Natur in diesem entlegenen Berg- und Wüstengebiet so manchen zu einer Reise dorthin animieren könnte. Das nächste Treffen soll etwa im November 2001 entweder wieder in Stupferich oder in der Gegend von Mühlacker stattfinden. Damit endete die Tagung um 18.40 Uhr, zahlreiche Teilnehmer gingen noch gemeinsam ins nahegelegene Schützenhaus zum Abendessen.