Bericht über die SDXG-Frühjahrstagung am 15.4.2000

 

 

Am 15. April 2000 um 14.00 Uhr trafen sich die Mitglieder der SDXG zur turnusgemäßen Frühjahrsversammlung der Süddeutschen DX-Gruppe im Clubheim des OV Lampertheim. Der Präsident Wolff DJ5JH begrüßte die erschienen ca. 25 Mitglieder und Gäste, bedankte sich beim gast­gebenden OV Lampertheim für die wiederum gewährte Gast­freund­schaft in diesem für einen DX-Club so zünftigen OV-Heim unter dem ein­drucks­vol­len Antennenwald von DL0WW.

Er gedachte der verstorbenen Mitglieder Peter Bobek DJ8WL und Otto Blankenhorn DJ1TC.

Hardy DL8NU erhielt zum Dank für seine 30-jährige Redaktion und Aus­strah­lung des wöchentlichen SDXG-Rundspruchs über DK0SD auf 3745 Khz eine Plakette verliehen.

Die Kassenführung wurde nach Prüfung einstimmig gebilligt und Entlastung ausgesprochen.

 

Sodann erstattete DJ5JH den Bericht über das zurückliegende Jahr:

 

Das EMV-Treffen in der FH Karlsruhe am 13.11.1999 war eine gelungene Veranstaltung, auf der SDXG-Mitglied Fridhelm DF1IC, EMV-Referent das Distrikts Baden, einen ausgezeichneten Überblick über die anstehenden Pro­bleme der EMV-Selbsterklärung gab und das Windows-Programm WATT32 unter Benutzung der FH-eigenen ausgezeichneten Demonstrationsmög­lich­kei­ten vorführte. Wichtig ist für uns alle, daß im Nahbereich bis 0,159 Lambda auf jeden Fall eine Messung erfolgen muß, weil das Programm hier notwendi­ger­weise versagt. Durch die Verlängerung der Abgabefrist bis 31.12.2000 ha­ben wir Zeit gewonnen. Die Gerüchte verdichten sich dass die Herzschritt­ma­chergrenzwerte in Kürze ganz wegfallen. Ein weiterer Grund mit der Abga­be der Erklärung bis zuletzt zuzuwarten.

Die SDXG hat sich ins Internet begeben. Es führt nichts dran vorbei, wer nicht im WEB ist, existiert nicht! Der Sekretär Harry DK2GZ hat dankenswerter Weise eine Homepage (www.qsl.net/sdxg/) ge­schaffen. Sie enthält außer den verwal­tungsmäßigen Daten der Gruppe auch viele interes­san­te links zu ande­ren Websei­ten, vor allem die Radio modifications sind bemer­kens­wert, die zu zahlreichen Mo­dellen von kommerziellen KW- oder UKW- Transceivern die ver­öffentlichten Modifikationen enthal­ten, aber auch links zu den vielen Log­buch­programmen, die im Inter­net zum downloaden bereit ste­hen, sei es free­ware oder shareware. Vor allem LOGGER von ex-9K2ZZ kann empfohlen wer­den. Disketten dieses als freeware herunterzuladenden Programms (link befin­det sich auf der SDXG-Homepage) konnten einigen Teilnehmern zur Verfü­gung gestellt werden.

Wer darauf Wert legt, daß er nicht in der Mitgliederliste genannt wird, möge dies bitte dem Sekretär mitteilen (Datenschutz!).

An DX-Aktivitäten der Mitglieder gibt es aus dem vergangenen Jahr wieder einmal ganz Außerordentliches zu berichten. Norbert DF6FK hat Palmyra Island besucht, das war sicher weltweit die größte Rarität, die aktiviert wurde.

Franz DJ9ZB hat gemeinsam mit DJ6SI 5U7X Niger aktiviert.

DK2WH u.a. sind gegenwärtig noch in Namibia V5.

Neue Länder sind entstanden, Ost Timor, wo die anarchischen Zustände nur durch Schutztruppen der UNO beherrscht werden, bei denen sich so mancher OM befindet, der für seine dienstlichen Mühen und Gefahren wenigstens damit belohnt wird, daß er am besseren Ende des Pile-ups sitzen darf.

Chesterfield Island, die DXpedition TX0DX war gerade vorbei und es war schwer, ihr auszu­wei­chen und nicht auf mehreren Bändern ins Log zu geraten.

 

Die Gesamtzahl aktiver Länder liegt jetzt bei 334, die Gesamtzahl aller jemals exis­tie­renden bei 392. Es gibt weltweit niemanden mehr, der alle 392 gearbei­tet hat.

Wenn man dem Bericht des OPDX-Bulletins glauben darf, herrscht Götter­däm­me­rung am DX-Himmel: OH2BH und JA1BK haben verlauten lassen, dass sie keine Chance mehr sehen, ein neues Land zu finden, m.a.W. die Welt ist auf­geteilt und nichts mehr übrig. Der Weltraum wartet, oder liegt P5 vielleicht doch näher...

 

Danach berichtete DK2GZ über den Contest-Pokal der SDXG für das Jahr 1998. Sieger in CW wurde DJ5PA, in SSB DJ5JH. In RTTY nahm kein Mit­glied teil.

Der angeschaffte EMV-Meßkoffer wurde unter den Antennen von DL0WW vorgeführt und mit dem selbstgebauten Pegelmesser nach DL7AV verglichen.

Er steht den Mitgliedern auf Wunsch für jeweils 2 Wochenenden zur Verfü­gung und kann bei Michael DF3IS angefordert werden.

Die SDXG hat eine leichtgewichtige KW-Transistor-Endstufe für Expe­di­tions­zwecke herstellen lassen, die vorgestellt wurde und allgemeine Bewunderung fand.

Zusammen mit den übrigen Anschaffungen gibt der Kassenstand Anlaß zu Spenden aufzurufen. Vor allem soll zur Portoersparnis der Schriftverkehr mit den Mitgliedern vollständig auf elektronische mails umgestellt werden. Wer über keinen Internet-email-Anschluß verfügt oder kein Packet Radio MYBBS hat, wird über die Aktivitäten der SDXG bald nicht mehr unterrichtet werden.

Die an DL8NU verliehene Plakette fand in ihrer Gestaltung allgemein Anklang und es erhob sich der Wunsch zur Anfertigung der darauf befestigten kerami­schen Kachel mit SDXG-Emblem und Rufzeichen für die Mitglieder. Wer In­ter­esse hat möge sich umgehend mit Emil DJ4PI in Verbindung setzen, der noch den Preis ermitteln wird.

Eine finanzielle Unterstützung der DXpedition von Markus DL1IAN nach Lesotho 7P wurde eben­so einhellig beschlossen wie eine für die ab 1. Mai bevorstehende umfangreiche A5-Aktivität.

Der Vorschlag einiger anwesender Mitglieder der German DX Foundation zur Bündelung aller finanziellen Beiträge aus DL in einer Hand, worunter natür­lich die der GDXF verstanden werden sollte, fand keine Zu­stim­mung. Es machte auch wenig Sinn, da die kleineren Verbände dadurch von der Szene ver­­drängt würden. Auch im Ausland ist die lokal begrenzte Unterstüt­zung die Re­gel. Abgesehen davon steht nicht einmal zu erwarten, daß dies im Ergebnis zu einem höheren Zuschuß aus DL führen würde, wie Roland DK3GI anmerkte. Mehrere Davids leisten mehr als ein Goliath!

Sodann entführte Norbert DF6FK die Versammlung mit einem Lichbildervor­trag über seine letztjährige große Dxpedition nach KH5 in die entlegene Insel­welt des Pazifik und zeigte die skurrile Symbiose zwischen Überresten von Welt­kriegsbunkern, Flugzeugwracks und wuchernder Tropenvegetation auf Palmyra Island, einem der unzugänglichsten DX-Länder auf der Liste.

Danach führte Franz DJ9ZB die Lichbilder von seiner gemeinsam mit DJ6SI durchgeführten DXpedition nach Niamey/Niger 5U vor. Im Gegensatz zur ein­sa­men Insel im Pazifik hier die Eindrücke einer lebendigen afrikanischen Großstadt voller Leben und Farben.

Mit dem Beschluß die Herbsttagung im November in der Gegend von Pforzheim/Mühlacker abzuhalten wurde die Versammlung gegen 18 Uhr geschlossen.