Bericht über das Herbsttreffen der SDXG in Lampertheim am 16. Nov. 2002

 

Um 13.45 Uhr begrüßte der Präsident DJ5JH die im zünftigen Clubhaus unter dem beein­druckenden Antennenwald des ARC Lampertheim erschienen 30 Referenten, Mitglieder und Gäste sowie 7 XYLs/YLs. Letztere machten sich sofort in Begleitung von Klaus DL3ZA zum Besuch des Luisenparks in Mannheim auf den Weg.

Es folgte ein kurzer Bericht von DJ5JH über Neuigkeiten aus der SDXG:

Frank DL2CC wurde mit DL6FBL bei WRTC in Finnland unter den Weltbesten großartiger Dritter als OJ3V, ein einzigartiger herausragender Erfolg.

DK3GI mit DL1IAO als immerhin noch 10. dieses Wettbewerbs sind zwar keine Mitglieder, aber uns auch nicht unbekannt.

Unser Sekretär Harry DK2GZ hat P5/4L4FN in RTTY und damit full house im DXCC mixed er­reicht, ohne je einen Beam besessen zuhaben. Nur in CW ist so etwas heute möglich. Dieter DL1SDN hat die größten Sprünge in der HR gemacht. Näheres auf der SDXG-Home­page.

Gesponsort wurden im vergangenen halben Jahr Baldur als 3DA8DX mit Logo der SDXG  und DJ9ZB für XR0X.

Ein Verkauf des EMV-Meßkoffers wurde in Anbetracht des bevorstehenden EMV-Melde­schlusses noch zurückgestellt.

Sodann erhielt Fridhelm DF1IC das Wort zur Fortsetzung der "unendlichen Geschichte" EMV-, Herzschrittmacherwerte und PLC. Die gerade in Kraft getretene neue VO mit der Anmelde­frist auf 31.12.2002 hätte Veranlassung gegeben, tiefer einzusteigen. Da dieses Thema aber von der SDXG vor zwei Jahren in Karlsruhe ganz ausgiebig einen ganzen Nachmittag lang diskutiert worden war, mußten zu Gunsten der weiteren Tagesordnung einige wenige, aber trotzdem wertvolle Hinweise von Fridhelm ausreichen.

Sodann erhielt unser Michael DL6IAK das Wort für seinen Vortrag "Keyboard statt Lötkol­ben", mit dem er die Möglichkeiten der digitalen Signalverarbeitung im Amateurfunk auf­zeigte. In einem mit zahlreichen audiovisuellen Beispielen unter­legten, meist mit selbst ge­schriebenen Programmen verwirklichten lehrreichen Kreuz­zug durch die Welt der DSP zeigte er die jeweiligen Vorzüge bzw. Nachteile von analoger und digitaler Signalverarbei­tung. Zahlreiche Filterfunktionen konnten angehört und gleichzeitig visuell beurteilt werden. Bei Vorführung seines Programms zur Unterdrückung von Prasselstörungen (QRN, Netzstörungen etc.) blieb den Zuhörern förmlich die Spucke weg, wie das fast bis zur Unle­serlichkeit gestörte Signal plötzlich klar und völlig störungsfrei im Raume stand. Auf seiner Homepage (siehe link bei www.sdxg.net) können dieses und andere Prgramme herunterge­laden werden. Mit großem Beifall dankten die Zuhörer für diesen informativen technischen Beitrag. Es ist gut einen Professor vom Fach unter den Mitgliedern zu haben!

Nach der Kaffeepause berichtete Frank DL2CC über seine Beteiligung an der WRTC in Finnland, wo er mit DL6FBL einen großartigen 3. Platz belegt hat. Der extreme finanzielle und zeitliche Aufwand der OMs in OH um OH2BH, man spricht von mehreren Hunderttau­send EURO Veranstaltungskosten, ließ uns ahnen, dass derartiges in DL wohl nicht auf die Beine zu stellen sein wird. Unser Kassier Wolf-Dieter DK4IO winkte jedenfalls dankend ab, die Kasse der SDXG sei zwar gut beieinander, aber derartigem doch kaum gewachsen. Hätten wir doch den Jahresbeitrag zur SDXG gleich auf 20 EUR angehoben! Die Bilder, die uns Frank zeigte, ermöglichten uns einen Eindruck von der Veranstaltung zu gewinnen, von der Lage und Unterbringung der einzelnen Stationen der ca. 60 Wettbewerber in privaten Sommerhäusern in der wunderschönen finnischen Seenlandschaft und von den Teilneh­mern, bei denen es sich in der Regel um wohlbekannte Rufzeichen der DX-Szene handelte. Die akribische Auswertung der Ergebnisse bis hin zum in den Schaubildern deutlich nachweisbaren allmählichen Leistungsabfall bei den Kettenrauchern ON4TT und ON4WW, die in einem Nicht­raucherhäuschen untergebracht auf ihre stärkende Zigarette verzichten mußten, erlaubten einen Blick hinter die Kulissen, mit welchem Aufwand die Veranstalter hier gearbeitet haben.

Gegen 17 Uhr waren die XYLs/YLs zurückgekommen und Franz DJ9ZB begann seinen Lichtbildervortrag über die DXpedition im Frühjahr 2002 nach San Felix Island  XR0X, wie alles an diesem Nachmittag natürlich mittels Beamer projiziert und mit Power Point präsen­tiert, Diaprojektoren sind offensichtlich völlig out. Mit Hilfe der chilenischen Marine wurde die im Vorjahr am desolaten Zustand des damals angemieteten Fischerboots schon einmal ge­scheiterte Reise nach der 1000 km von Valparaiso entfernten Insel angetreten. Container­weise mitgebrachtes Material bis hin zu 2 Fahrrädern und zum DX-erprobten US-Kleintraktor wurde teils in drei­stündigem Hubschrauber­transport, teils mühselig per Beiboot vom Schiff auf die Insel verfrachtet und dort zu drei getrennten Funk­stationen aufgebaut. Die von einer kleinen Marinetruppe besetzte, mit 2 km Landebahn ausgestattete Insel vulkani­schen Ursprungs bot weder Bade­möglichkeiten noch nennenswerten Pflanzenbewuchs noch andere Sehenswür­dig­keiten, so dass die OMs sich ganz auf die Funkerei in den drei Zelten konzentrieren mußten und 69 Kilo QSOs an Land zogen. Die wunderschönen Fotos, die Franz dort geschossen  hat, waren wieder einmal bestens dazu geeignet, unser Fernweh wenigstens vorübergehend zu stillen.

Gegen 18.15 Uhr wurde der offizielle Teil der Tagesordnung geschlossen und die Merhzahl der Teilnehmer begab sich ins nahegelegende Schützenhaus, wo die Veranstaltung mit ei­nem Gedankenaustausch beim griechischen Abendessen endete. Den OMs vom ARC Lam­pertheim schuldet die SDXG wieder einmal Dank für die hervorragende Organisation und Bewirtung.