Als im Jahr 1924 in Paris die IRAU (
Internationale Amateur-Radio-Union)
gegründet wurde, war das für eine Gruppe von
technisch interessierten Österreichern ein nicht zu
übersehendes Signal. Sie beriefen eine
konstituierende Versammlung ins Hotel de France in
Wien ein und gründeten am 23.Oktober 1925 den "
Österreichischen Versuchssenderverband" (
ÖVSV) Treibende Kraft war Oberst Ing. Franz Anderle.
Auf dessen Initiative hin wurde parallel dazu auch
gleich die " Österreichische
Amateursendeverordnung"entworfen und
ausgearbeitet. Im April 1927 erfolgte die
behördliche Anerkennung des ÖVSV, der
österreichischen Sektion der IRAU wurde. Die
österr. Fernmeldebehörde hütete ihr scheinbar
geheiligtes Nachrichten- und Fernmeldemonopol und
dachte vorerst nicht daran, Sendelizenzen zu
erteilen. So blieb den Amateuren nichts übrig, als
"schwarz" zu senden.
Vorerst wurde das von der IRAU empfohlene Präfix
OE verwendet, später das auf der
Weltnachrichtenkonferenz Österreich zugeteilte A.
Wiederum später wurde auf der
Funkverwaltungskonferenz in Madrid den Österreichern
das Präfix UO zugeteilt. Parallel zu sehr aktive
Schwarzsendetätigkeit der Mitglieder, war deren
Präsident Anderle unermüdlich bestrebt, den von ihm
1925 eingereichten Entwurf der Amateursendeverordnung
bei den Behörden durchzubringen. Nach 4jährigen
Ringen hat er es dann geschafft, sie trat am 1.
Jannuar 1929 in Kraft. Eine Leistung, die
nur durch größte Zähigkeit und
Durchstehungsvermögen erbracht werden konnte. Nun
begann eine schöne und ungebundene Zeit der freien
Arbeit auf allen Bändern, sowohl in Telegrefie als
auch in Telefonie, die bis 1938 dauerte. * Im März
1938 erfolgte der Anschluß der Ostmark an das
Deutsche Reich, in dessen Folge der ÖVSV liquidiert
wurde und dessen Mitglieder nunmehr Mitglieder des
DASD wurden. Die Sendelizenzen wurden eingezogen,
lediglich einige Kriegsfunklizenzen wurden erteilt.
Sofern sie nicht ihren Wehrdienst leisten mußten,
hatten die Amateure nunmehr andere Sorgen. *
Am 9, Mai 1945 war der Krieg mit der totalen
Kapitulation offiziel zu Ende. Österreich entstand
als eigener Staat, war jedoch vorerst von vier
Besatzungsmächten besetzt. Bereits im August 1945
beschlossen die OM`s Blaschek, Heitler, Martin,
Polacek, Safka und Strunz die Wiederergründung des
ÖVSV. * Bei einer relativ geringen Mitgliederzahl
wurde der Verband vorerst zentralistisch geführt, in
den Bundesländern bestanden Orts- oder
Bezirksstellen, die vom jeweiligen Landesleiter
geführt wurden. Die Bemühungen um die Legalisierung
der Sendetätigkeit waren vorerst aussichtslos. Der
Alliierte Kontrollrat als Vollzugsorgan der
Besatzungsmächte blockierte nähmlich alle
diesbezüglichen Bemühungen. Die Folge war, daß
sich, vorerst zögernd, in den westlichen
Bundesländern Schwarzsender etablierten, während es
in der russischen Besatzungszone nur wenige oder
überhaupt keine Schwarzsender gab. In den westlichen
Bundesländern wollten die Besatzungsmächte zwar
wissen, wer sich der Sendetätigkeit widmete,
verlangten aber nur, daß sich die Amateure strikt an
die IRAU- Regeln hielten. Für den ÖVSV war diese
Tatsache unangenehm, da er die Schwarzsender in den
eigenen Reihen nicht gut offiziell decken konnte und
in seinen Bemühungen um die Erwirkung einer
Sendeerlaubnis gehemmt war. * Mit der
Amateurfunkverordnung, verööentlicht im BGBI Nr 30
vom 13. Februar 1954 endete die Begründung einer
Schwarzsendetätigkeit. Nach neun Jahren hat es der
ÖVSV geschafft, die legale Grundlagen zu stellen.
Am 24. April 1954 wurden die ersten
Sendelizenzen erteilt, der Chronist bemerkt dazu,
daß auch zu dieser Zeit einige Prüflinge wegen CW
auf der Strecke geblieben sind. Die Rufzeichenliste
vom 5. Juli 1954 umfaßte knapp über 100
österreichische Amateure. * Die wachsende
Mitgliederzahl war einerseits sehr erfreulich,
andererseits bewirkt sie jedoch eine gewisse
Entfremdung der Mitglieder zur Verbandsleitung des
ÖVSV, die naturgemäß in Wien sein mußte. Auch der
Verwaltungsaufwand ließ sich nicht mehr zentral ohne
Ansatzpunkte zu Reibungen durchführen. Obwohl
etliche Funktionäre des ÖVSV in Wien immense und
vorzügliche Arbeit leisteten, kam es so um 1960 zu
Abspaltungsbestreben, die letztlich zur Gründung der
Landesverbände und zur Umstrukturierung des ÖVSV in
einen Dachverband führten. Am 29. Oktober 1961 fand
in der Burg Kapfenberg die Gründungsversammlung der
Landesverbandes Steiermark des ÖVSV statt. Ab nun
ist der Landesverband Steiermark Mitglied des
Dachverbandes"