OE6XFF  
Die Clubstation des ACF

OE6XFF.jpg (56083 bytes)


Die Entstehung unserer Clubstation:

Anfang der 80er Jahre wurde bei den Clubabenden immer wieder der Wunsch nach einem Clubrufzeichen geäußert, da sich einige Mitglieder intensiv mit Kontestbetrieb befassten. Wir bekamen damals das Call OE6XFG zugeteilt. Nach einigen Jahren übernahm dann ein Mitglied unseres OV`s das Call in Eigen-regie. Mitte der 90er Jahre wurde wieder über eine Clubstation diskutiert, aber diesmal in einem eigenen Raum, womöglich in einem öffentlichen Gebäude, wo wir jederzeit Zutritt haben, Antennen montieren können und  vielleicht wenig oder keine Miete bezahlen müssen. Der erste Gedanke brachte mich zum Katastrophenschutz-Referenten bei der BH in Fürstenfeld. Ich sprach bei ihm vor, unterbreitete ihm unseren Wunsch und wies auf die Notwendigkeit einer Kommunikationsmöglichkeit mit den Landesbehörden im Ernstfall hin, wenn im Falle eines Netzausfalls keine andere Möglichkeit zur Kommunikation mehr besteht. Da er bisher von Amateurfunk sehr wenig gewusst hatte, zeigte er sich sehr interessiert an dieser Möglichkeit der Verständigung, meinte aber, dass im Haus keine Räumlichkeiten für diesen Zweck frei wären. Mir fiel ein, dass das Rote Kreuz ein neues Einsatzzentrum baut, welches kurz vor der Fertigstellung war.

Auf das sprach ich ihn dann an. Er meinte, das trifft sich gut, denn am nächsten Tag ist er dort bei einer Sitzung anwesend, wird diesen Wunsch mit dem Geschäftsführer besprechen und mir danach Bescheid geben. Zwei Tage später rief er mich an und teilte mir mit, ich solle mich beim Geschäftsführer unsere Ortsstelle des RK melden. Ich möchte vorausschicken, dass man bei solchen Gesprächen immer den Katastrophenschutzgedanken voranstellen sollte. Der Erfolg ist dann sicher größer. Nun meldete ich mich beim Ortsstellenleiter des RK. Er wusste leider auch sehr wenig über Amateurfunk und so musste ich auch ihm erläutern, welche Vorteile es ergebe, wenn hier im neuen Einsatzzentrum-Ost eine sichere Kommunikationsmöglichkeit mit den Landesbehörden eingerichtet wäre. Er zeigte mir den Raum, in dem es die Möglichkeit zur Errichtung einer Clubstation gäbe. Ich fand ihn sofort als bestens geeignet. Nun ging es zu den Details. Da es ein ebenerdiger Bau ist, wollte er keinen Beam am Dach, also einigten wir uns auf eine GP für 10-40m. Neben dem Gebäude steht ein 35m Mast, den wir auch benutzen könnten und in der Unterflurgarage wäre noch die Benützung eines Lagerraumes möglich, wo wir unsere Gerätschaften wie Kurbelmast, Zelt, Antennen, Griller,  2 Strom- aggregate und diverses Kleinmaterial für unseren Fieldday lagern könnten und vielleicht der größte Vorteil, das gesamte Gebäude ist an die Notstrom-versorgung des nahegelegenen LKH`s angeschlossen. Also mit einem Wort gesagt, es wäre ein idealer Standort für unsere Clubstation.  

        

Nun kommt aber das Aber. Da die gesamte Inneneinrichtung von einer örtlichen Designtischlerei gefertigt wird, müssten wir einen angemessenen Beitrag zur Raumgestaltung leisten und der war nicht ohne ! Da unser OV und der Amateurfunk-Club-Fürstenfeld über diese Mittel nicht verfügten, sprach ich bei unserem damaligen OE6-Notfunkreferenten (der auch gleichzeitig der Verbindungsmann zur Katastrophenschutzbehörde in der Landesregierung war) vor, ob es möglich wäre, vom Katastrophenschutzreferat eine zusätzliche Landes-förderung zu bekommen. Wir verfassten gleich ein dementsprechendes Ansuchen, welches positiv behandelt wurde. Auch bei unserem Landesverband stellten wir einen Unterstützungsantrag, der auch einstimmig angenommen wurde. Somit war die finanzielle Lage geklärt und ich konnte dem Ortsstellen- Leiter des RK-Fürstenfeld unseren Beitrag zusagen. Nun wurde gleich unser Wunschrufzeichen OE6XFF bei der Fernmeldebehörde beantragt, welches innerhalb von 14 Tagen im Jahr 1997 lizenziert wurde. Jetzt orderten wir noch die Antennen,  Kabel, Stecker, Erdungsschellen und div. Kleinmaterial. Da der Gittermast eine konische Form hat, mussten wir eigene Ausleger für unsere UKW Antennen konstruieren. Ich schnitt das Material zu, ein OM aus unserem OV verschweißte die Teile und dann wurde alles in Gratkorn feuerverzinkt. Nun lag das nächste Problem vor uns. Wie bringen wir die Antennen und Kabel auf eine Höhe von  28 Meter ?

 

Die Feuerwehr muß helfen, denn die hat eine sehr lange Leiter mit Korb. Ich besuchte den Kommandanten (ein Freund von mir)und trug ihm unsere Bitte vor, mit dem Hinweis, dass wir uns keine teure Aktion leisten können und unser Vorhaben doch auch der Allgemeinheit diene. Seine Antwort war: “Dann deklarieren wir es einfach als Übung und es kostet euch nichts“! Nach 14 Tagen hatten wir alle Antennen und Kabel mit Montagematerial zur Verfügung und konnten mit Hilfe der Feuerwehr und vier OM`s die Montage am Mast durchführen. Auch ein Aufhängepunkt für einen 2 Banddipol wurde vorgesehen und die Antenne gleich fixiert. Die Antennenkabel wurden durch einen Siphon am Mastfuß in das Innere der Unterflurgarage geführt, dort wieder mit Erdungsschellen versehen und über eine Kabeltrasse direkt unter unser Shack verlegt. Jetzt musste nur noch ein 10cm Loch in die 50cm dicke Stahlbetondecke gefräst werden um die Kabel unter den Stationstisch zu bringen. Auch das gelang mit einer Bohrglocke. Ein Dachdecker musste noch kommen, um das Eternitdach über dem Shack zu öffnen, damit ich die Kurzwellen-GP montieren konnte, was aber kein Problem war. Die Antennenanlage umfasst die Kurzwellenbänder von 10m bis 80m und auf UKW die Bänder 2m, 70cm und 23cm. Jetzt wurde noch die Stromversorgung installiert, die Geräte aufgebaut, eine Weltkarte an die Wand gehängt, der Kasten eingeräumt und an der Tür ein Schild mit unserem Club-Call  OE 6 XFF montiert.

 

Der Ortsstellenleiter des Einsatzzentrum-Ost vom Roten Kreuz in Fürstenfeld war nun überzeugt, dass die Errichtung dieser Anlage doch eine sinnvolle Ergänzung für sein Haus ist. Es kam sehr oft vor, dass er sich zu mir setzte, wenn ich Funkbetrieb machte und gespannt zuhörte, mit wem ich gerade spreche. Das hat ihm gefallen und so haben wir unsere Position immer weiter gefestigt.
Abschließend möchte ich mich bei allen OM`s bedanken, die zum Gelingen dieses Projektes- in welcher Form auch immer- beigetragen haben. Es war nicht ganz einfach, aber der Einsatz hat sich gelohnt !

                                                                                           Günter – OE 6 TVG     
   

 

 


Back to: OE 6m Pages