Die
Funkwerk Köpenick
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Das VEB Funkwerk Köpenick

- gab es zwischen 1950 (Gründung) und 1989 (Abwicklung, Aufspaltung in den Bereich DeTeWe-Funkwerk Köpenick und die Funkwerk-Betreibergesellschaft,
  später hat auch Rohde&Schwarz einen weiteren Teil übernommen)
- hat in diesem Zeitraum wirklich alles produziert, was irgendwie mit Funksende- und Empfangsanlagen oder vor 1960 auch mit Schiffselektronik zu tun hatte
- hatte mich mal, als es noch existierte, als Entwicklungsingenieur beschäftigt (was ihm aber auch nicht mehr geholfen hat, hi)
- trug als Ergänzung das Kürzel RFT, was für "Radio Fernseh Technik" steht und einen ganzen Industriezweig kennzeichnete
- war die Mutter in einem Firmenverbund, der sich auschließlich mit dem Bau von kommerzieller Nachrichtenübertragungstechnik befaßt hat.
  Genau hieß das : Stammbetrieb im VEB Kombinat Nachrichtenelektronik (VEB steht für Volkseigener Betrieb)
- Zu diesem Kombinat gehörten einmal :

- liegt im südöstlichen Stadtteil Köpenick
- hier kann man sich 2 Luftbilder vom FWK ansehen: von 1964 und von 1989 .


Was macht denn nun den Reiz der FWK-Geräte aus ?

Der erste Eindruck, den die Geräte vermitteln, ist unübersehbare Robustheit und Einsatzfähigkeit auch bei rauhen Umgebungsbedingungen. Der Preis dafür sind öfter ein größeres Gewicht und größere Ausmaße. Mit heutiger Technik kann man sie auch wegen des zeitlosen Designs nicht vergleichen.
Gegenüber kurzlebigen und design-optimierten, demnächst implantierbaren GSM-Handies sind sie natürlich wahre Schwergewichte. Noch größer und schwerer waren nur noch Geräte links und rechts vom Ural.
Die Geräte aus dem FWK sind allerdings durchweg sehr solide gebaut, verzichten auf unnötige Zusatzfunktionen und erreichen dadurch eine gute Zuverlässigkeit. Die weit verbreiteten UKW-Funkstationen der Typen UFS 7xx aus der Serie U700 besitzen sogar eine ausgezeichnete Klimaschutzklasse (IP 54), wer die Geräte in ein unbeheiztes Shack mit Wettereinfluß einbaut, wird bei keinem Wetter Überraschungen oder Ausfälle erleben müssen.
Weiterhin sind die Sendegeräte aus dem FWK in aller Regel unter Vollast dauersendefest, eine Eigenschaft, die vielen heutigen Amateurfunk-Geräten fehlt.
Bei denen gab es über die letzten Jahre trotz umfangreicher Funktionserweiterungen enorme Größenreduzierungen, die nun mal trotz Wirkungsgradverbesserung eine kleinere thermische Abstrahlfläche haben. Daher haben heutige Gerätegenerationen fast aller marktbekannten Hersteller so nette Eigenschaften wie Leistungszurückregelung, Sendezeitbegrenzung und eingeengte Einsatztemperaturbereiche.

Das Geräte-Sortiment des FWK deckt viele Bereiche und gängige Betriebsarten für Funkamateure ab, wer also ein wenig sucht, findet sehr schnell für wenig Geld ein passendes Gerät (wem´s gefällt : Nostalgie gibts gratis).
Und mehr als Funken können teurere Geräte auch nicht.

Jedoch das Wichtigste :
Sie haben ein sehr überschaubares und grundehrliches Schaltungskonzept. Es ist möglich, die Geräte noch selbst mit dem Lötkolben zu bearbeiten und ist auch nicht auf teure oder schwer beschaffbare Spezialteile bzw. spezielle Software angewiesen.
Eine Halbleiter-Ersatztypenliste von damals verwendeten Bauteilen findet man weiter unten.


Das Funkwerk Köpenick hat sehr viele Geräte gebaut, die auch heute noch für den Amateur interessant sind.
Im Buch gibt es ausführliche Steckbriefe, hier nur eine kleine Auswahl mit minimalem Text :

Kurzwellenempfänger

Langwellen-, Mittelwellen- und Kurzwellensender Kurzwellentransceiver UKW-Transceiver Antennen

Es gab einen eigenen Betriebsteil des FWK in Berlin-Müggelheim, in dem die Antennen montiert und elektrisch vermessen wurden.
Weiterhin befand sich auf einem Turm, dem höchsten Punkt des FWK, eine ausgebaute Dachfläche, die Freifeldmessungen an Antennen ermöglichte.
Einige Antennen-Highlights :

                                
Links ein frühes Modell,         mitte die Antenne heute in natura,         rechts das HF-"Kabel" (koaxiale Rohrleitung)


und vieles mehr :


Umfangreiches Schaltplan-Archiv :
Es liegen von mehr als 550 FWK-Geräten zurück bis zum Jahr 1956
Bei Anfragen bitte das eigene Rufzeichen nicht vergessen.
Versand auf personalisiertem Datenträger möglich.




Modifikationen für einige Geräte aus dem Funkwerk Köpenick
(komplett von mir ausgedacht, ausprobiert und hin und wieder verbessert)

- UFS721: 2m-Transceiver bequarzt
- UFS722: mit 800 Kanälen, 12,5kHz-Raster, Reversabfrage, Power-Umschaltung u.a.
- UFS772: mit 800 Kanälen, 12,5kHz-Raster, Reversabfrage, Power-Umschaltung u.a.
- UET720: 2m-Empfänger
- UML7-1 : Klangverbesserung am "Faustkeil"-Mikrofon für Stationärgeräte
- UBT70 : Klangverbesserung am "Faustkeil"-Mikrofon für Portabelgeräte
- UFT420/422
- PR35 : 2m-Mini-Funkgerät für den geheimen oder "verdeckten" Überwachungs-Einsatz




Das System  aus dem 
 

Diese Liste umfaßt vorab in wenigen Auszügen das umfangreiche Sortiment zum System U700 (UKW-Funk).
Ist gedacht als Hilfsmittel zur Einordnung eines Gerätes anhand der (alphabetisch geordneten)
Typenbezeichnung mit einer ungefähren Auskunft über die technischen Daten
(z.B. bei Erbeutung von Geräten nach einem Flohmarktbesuch).
Sie umfaßt :
- Funkgeräte (stat./mobil/tragbar)
- Bedienteile,
- Stromversorgungen,
- Zubehör,
- Schallwandler,
- stationäre Technik, Auswerte-, Steuer- und Überwachungstechnik,
- UKW-Antennen
u.a. Technik, die mit UKW-Funk irgendwie zu tun hat (teils auch U 600).



Russische Digital-IC-Vergleichstabelle


Viele dieser ICs sind in diversen Geräten aus dem Funkwerk Köpenick verbaut worden.
Was macht man heute (außer wegschmeißen), falls man auf die Klassifizierung oder den Ersatz eines defekten russischen ICs angewiesen ist ?
Diese Liste hilft beim Übersetzen in heute gebräuchliche Typen.
 


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