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-Anleitung
zum Entstören von TV-, HiFi- und Telefonanlagen
Allgemein
Amateurfunkstationen
verursachen meistens Störungen in moderner
Unterhaltungselektronik wenn sie im unmittelbaren Nahfeld
betrieben werden. Starke Bild- und Tonstörungen sind die Folge.
Es kann sogar passieren dass Geräte sich abschalten oder kaputt
gehen.
Die Gründe
dafür sind u.a. Einstrahlungen durch mangelnde Abschirmung oder
Verdrosselung von
Zuleitungen.
Ich
betreibe eine Kurzwellenfunkstation in einem berliner Wohnhaus
(Altbau 3.OG). Die Antennen befinden sich unter dem Dach (5.OG),
alles gleichmässig auf dem Dachboden verteilt (40m
Ganzwellenschleife, Dipole für 15m und 20m, kleine GP für 10m.
Mit 100 Watt Sendeleistung ist es möglich so ca. 200 dxcc Länder
zu arbeiten).
Die
von mir verursachten Störungen in meiner und den beiden darüber
liegenden Wohnungen konnten zur allgemeinen Zufriedenheit meiner
Familie und den Nachbarn (und der Post) beseitigt werden ohne
dass ich die Antennen oder die Sendeleistung ändern musste.
Hier
möchte ich auf diesem speziellen Gebiet meine Erfahrungen
weiter geben.
Das
Grundprinzip besteht darin die Zuleitungen der gestörten Geräte
mit Ferrit-Ringkernen zu verdrosseln.
Es können 2- und 3polige Netzzuleitungen, Telefonleitungen, NF-
Stereo Leitungen mit Cinch-Steckern, Lautsprecherkabel oder
Koaxkabel von Radio und TV verdrosselt werden.
Die Leitung wird mehrmals dicht um den Ferrit gewickelt
und dann mit Kabelbindern befestigt. Windungszahl und
Ringkerntyp beeinflussen den Frequenzgang. Es sollte möglichst
dicht am gestörten Gerät erfolgen (Geräteseite).
Weitere
Hinweise zur Funkentstörung und Baumaterialien finden Sie bei
Amidon.
Prüfen
Sie mit Ihrem Sender (mit dem Nachbar gleichzeitig per Telefon)
nach jedem der folgenden Schritte wie wirksam die Entstörung
war.
STROMNETZ
Da
man die 2poligen Euro-Netzstecker schlecht durch die Ringkernlöcher
bekommt, der Nachbar böse guckt wenn man von seinem Fernseher
den Stecker abschneidet, die Gerätezuleitung ist dann auch
meist nach dem Bewickeln zu kurz... bietet sich der Umbau einer
5-fach Tisch-Steckdose mit Ferrit-Ringkern an.
Beim
Kauf einer geeigneten Tisch-Steckdose muß darauf geachtet
werden, daß diese sich mit Schrauben öffnen läßt. Sie darf
nicht vernietet oder geklebt sein. Es gibt solche, die einen
vorgesehenen Platz für einen Netzschalter haben, den Platz aber
frei lassen. Dort kommt der Ringkern eingebaut.
Die
Zuleitung der Steckdose wird abgebaut und auf ca. 50cm
abisoliert, dann so oft es geht um den Rinkern gewickelt. Dabei
ist darauf zu achten, daß die Isolierung der 3 Adern nicht
beschädigt wird! Zur besseren Isolierung kann man, vor dem
Bewickeln, den Ringkern mit Papierklebeband (Maler-Krepp)
bekleben.
Der
Ringkern wird in die Dose eingebaut, das Kabel wieder
angeschlossen.
Das
Teil bewirkt eine ausreichende Verdrosselung für den Strom von
220V/6 Ampere im Abstand von 2 Metern zum Funkgerät und kann
bei allen Geräten Verwendung finden.
TV , VIDEO, SAT
Störungsursachen
sind oftmals schlecht geschirmte oder defekte Koaxialkabel an TV
und Videogeräten. Die Funktechniker der RegTP empfehlen
Kabeltypen mit einem Schirmmass von mehr als 80 DB ! Diese Kabel
gibt es im Fachhandel nicht fertig zu kaufen
Für
die von mir verwedeten 75 Ohm Koaxkabel gibt der Hersteller ein
Schirmmass von 90DB an. Für Fernsehgeräte konfektioniert man
dieses Kabel mit gelöteten Steckern in den Längen 1m bis 5m.
Tauschen
Sie dann nur die Koaxkabel am TV aus und die Bildstörungen sind
weg.
Entfernen
Sie die vorhandene Mehrfachsteckdose und tauschen Sie diese
gegen die von mir oben beschriebenen Tisch-Steckdose mit
Netzfilter.
Binden
Sie zu lange Kabel mit Kabelbindern dicht zusammen.
Sollte
die Störung auch vom Sat-Kabel kommen, wickeln Sie 4 bis 8 mal
das Kabel um einen T 157-2 Ringkern direkt am Receiver. Fixieren
Sie mit einem Kabelbinder.
Sollte
die Störung vom Scart-Kabel kommen überprüfen Sie dort die
Kabeleigene Masseverbindung der Stecker.
TELEFON
Bei
gestörten Telefonen und Anrufbeantwortern muss als erstes ein
kleiner Ringkern in die Telefondose TAE eingebaut werden.
Öffnen sie die Dose mit einem kleinen Schraubedreher. Notieren
Sie sich die Reihenfolge der dort angeschlossenen Adern. Diese
haben Strich-Markierungen oder sind Farbig.
Lösen
Sie die Dräte von ihren Plätzen und bewickeln einen T80-2
Ringkern so viel wie möglich. Ziehen Sie kräftig an den Adern
damit diese gut anliegen. Schliessen
Sie die Adern wider an und prüfen Sie auf Freizeichen.
Binden
Sie zu lange Telefonleitungen mit Kabelbinder ordentlich
zusammen.
Für
sehr lange, nicht fest verlegte Telefonleitungen eignet sich ein
roter T80-2 Ringkern. Ziehen Sie den Western-Stecker aus dem
Telefon und bewickeln den Ringkern 3 bis 4 mal auf der
Telefonseite (das braucht etwas Geduld).
Um
die Steckernetzteile für Telefon und Anrufbeantworter
abzublocken entfernen Sie die vorhandene Mehrfachsteckdose und
tauschen Sie diese gegen den von mir oben beschriebenen
Tisch-Steckdose mit Netzfilter.
Binden
Sie zu lange Zuleitungen mit Kabelbinder ordentlich zusammen.
HI FI
Die
Störungsbeseitigung an Stereoanlagen ist am aufwändigsten. In
der Regel besteht eine solche Anlage aus einzelnen Komponenten.
Verbinden
Sie mit mehreren kurzen Kabeln alle Gehäuse der Stereoanlage,
wenn möglich an der Rückseite, miteinander. Lösen Sie dazu
die Schrauben und befestigen dann die Drähte darunter. Mit dem
Ohmmeter ist zu Prüfen ob die Gehäuse dann Verbindung haben.
Zu
lange Lautsprecherleitungen, Zweidrahtleitungen ohne Schirm,
wirken wie Antennen. Leitungslängen von 5 m sind beliebt und
bei 2 Lautsprechern ergibt das einen guten Dipol für 14MHz.
Verdrosseln Sie die Lautsprecherleitungen an der Verstärkerseite
mit den Ringkernen T 106-2. Wickeln Sie 3 bis 8 Windungen des
vorhandenen Lautsprecherkabels dicht auf den Kern. Fixieren Sie
die Drossel mit dem Kabelbinder.
Entfernen
Sie die vorhandene Mehrfachsteckdose und tauschen Sie diese
gegen den von mir oben beschriebene 5-fach Tisch-Steckdose mit
Netzfilter. Binden Sie zu lange Kabel zusammen.
Liegt
jetzt immer noch eine Störung vor, sollten Sie systematisch
vorgehen.
Sollte
die Störung vom Antennenkabel der externen Rundfunk-Antenne
kommen, wickeln Sie das Kabel 3 bis 8 mal um einen Ringkern
direkt am Tuner. Fixieren Sie mit einem Kabelbinder.
Prüfen
Sie durch Stecken der Cinch-Verbindungen am Verstärker welches
Teil am meisten gestört ist.
Warscheinlich
ist es der Plattenspieler. Überprüfen Sie nochmals die
Masseverbindung von Plattenspieler zu Verstärker. Verwenden Sie
dann einen selbst angefertigten Adapter mit Ringkern mit angelöteten
Cinch-Steckern und Kupplungen.
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