Im Vergleich steht der Kleine meinem betagten FT707 im großen und ganzen nicht nach. Es wäre jedoch interessant, einmal solch einen Vergleich an einer großen Antenne und gegen einen modernen großen Stations-TRX durchzuführen.
Also lötete ich einen einfachen Halbwellendipol für das 40m-Band zusammen. 2 x 10,15m flexibler Draht 0,5 qmm in der Mitte mit einem PVC-Stück als Einspeisepunkt. Das RG58 Antennenkabel wurde schlicht an die Drahtenden gelötet, also ohne BalUn.
Den Funkkoffer mit dem eingebauten FT817 und dem Zubehör baute ich so, wie es unter "Kleiner schwarzer Koffer mit FT817" beschrieben ist.
Damit fuhren wir an die Ostsee.
Das Urlaubs-QTH war am Ortsrand und am Rande einer Feriensiedlung. Deshalb gab es keine Schwierigkeiten, den Fiberglasmast aufzustellen.
Wiedereinmal überraschte es mich, wie wenig QRM durch städtische Störungen hier auf dem 40m-Band zu hören war.
So gelangen in dieser einen Woche ca. 60 QSO's (es sollte schließlich ein Urlaub mit der XYL sein und kein Funk-Urlaub ;-).
Mit der Anzahl der DXCC-Länder usw. möchte ich hier garnicht trommeln.
Mit der Ausbeute meiner Funkaktivitäten bin ich vollends zufrieden.
Nun zum FT817
Als Stromversorgung können bereits 8 extra zu beschaffende Mignonzellen dienen. Diese finden im Batteriefach des Gerätes Platz.
Mit eingelegten Mignon-Akkus (hier 1700 mAh) ist Empfangbetrieb über mehrere Stunden möglich.
Im Empfangsbetrieb nimmt der FT817 bei mittlerer Lautstärke etwa einen Strom von 350 mA auf.
Natürlich ist auch TX-Betrieb mit den eingelegten Akkus/Batterien möglich. Man muß aber bedenken, das nun maximal nur noch 2,5W möglich sind. Dann nimmt der FT817 aber noch einen Strom von etwa 1,55 A auf (bei Dauerstrich!). Mit einem Watt sind es noch ca. 1,14 A, bei 0,5 Watt immerhin noch ca. 0,96 A.
D.h. 5W sind nur mit externer Stromversorgung möglich, die dann schon mindestens 12 V betragen sollte.
Die eingebaute Technik muß ja schließlich auch versorgt werden, daher der höhere Strombedarf.
Das Ausschalten der Display-Beleuchtung ist natürlich auch automatisch möglich, bringt aber keine wesentliche Energieeinsparung.
Das Mikrofon und eine Gummiwendelantenne für die Bänder 6m, 2m und 70cm gehören zum Lieferumfang. Damit bleiben für den Betrieb kaum Wünsche offen.
Die eingebaute CW-Keyer-Elektronik, das SWR-Meter, ein Spannungsmesser für die Versorgungsspannung, und ein Leistungsmesser sind nur einige Einrichtungen, die man sonst als einzelne Geräte mitnimmt.
Auf die erzielbaren Entfernungen mit QRP brauche ich hier nicht weiter einzugehen. Im praktischen Betrieb erweist sich der FT817 als ausgewachsener Transceiver. Allerdings habe ich das 500 Hz CW-Filter eingebaut, welches als Zubehör erhältlich ist und für CW-Betrieb beinahe unerlässlich ist. Da in dem kleinen Gerät nur ein Filtersteckplatz vorhanden ist, muß man sich für das CW- oder SSB-Filter entscheiden. Andernfalls muß man die Filter umstecken. Dafür sind sie aber nicht vorgesehen.
Der eingebaute Empfangs-Vorverstärker (mit "IPO" ein/auszuschalten) und der Empfangs-Abschwächer (mit "ATT" ein/auszuschalten) machen den Empfangsbetrieb sehr angenehm.
Ein wenig Übung und Gedächtnistraining verlangen einem die 2 Menueebenen ab, mit denen das Gerät "parametriert" wird. Wie auch bei anderen Geräten, bringt man auch dieses zuerst nach eigenem Geschmack in Grundstellung. Dann verbleiben nur noch wenige Funktionen, wie CW-Geschwindigkeit, CW-Filter, RIT und ZF-Shift zum Verstellen während des Betriebes.
Ansonsten sind die Funktionsabkürzungen recht sinnfällig, so das man sich mit ein wenig Übung gut zurechtfindet. Allerdings empfehle ich auf jeden Fall, vor Inbetriebnahme des Gerätes, die (bei mir deutsche) Bedienungsanleitung zu lesen. Es gibt einige Funktionen, die einem schon Kopfzerbrechen bereiten können, wenn man sie nicht kennt ;-).
Auf der Rückseite des FT817 befindet sich eine "PS/2"-Buchse für digitale Betriebsarten, wie PR, PSK31 usw. Desweiteren gibt es dort eine zweite "PS/2"-ähnliche Buchse für den Anschluß z.B. einer PA. Hier steht u.A. ein Signal zur Verfügung, mit dem man Antennen bandabhängig umschalten kann. Zwischenzeitlich gibt es schon einige Schaltungsbeschreibungen dafür.
Die rückseitige SO239-Buchse und die frontseitige BNC-Buchse sind per Menü umschaltbar. Eine VHF-, UHF- oder KW-Antenne kann wahlweise umschaltbar angeschlossen werden. VHF- und UHF-Antenne über SO239 Buchse ist jedoch nicht so empfehlenswert.
Ansonsten hat mir der Urlaubsbetrieb mit dem Kleinen sehr viel Spaß gemacht. Ich denke, der FT817 braucht sich nicht zu verstecken. Das Preis/Leistungsverhälnis stimmt meiner Meinung nach ebenfalls.