Die MINI-mob:

Die Historie
Die Idee zu der MINI-mob Antenne kam aus dem Wunsch heraus, auf KW "fahrmobil" qrv zu sein, ohne zu
sehr "aufzufallen". Nachdem ich schon jahrelang erfolgreich mit der "Hustler" qrv war, und dabei feststellte,
daß bei der Montage auf dem Wagendach die Strahlungsleistung der Antenne um 10dB höher war als bei
Montage an der Stoßstange, sollte nun etwas "kleines", aber mindestens genau so effizientes her.

Die Idee
Nachdem ich beim portabel Betrieb mit den Micro-vert Antennen nach DL7PE sehr gute Erfahrungen
gemacht hatte, sollte meiner Meinung nach der Betrieb mit diesem Antennenkonzept auch direkt auf
dem Autodach ohne resonantem Gegengewicht möglich sein.

Die Antenne
Die Funktion der MINI-mob ist generell als Serienresonzkreis zu sehen. Die Kapazität "OBEN" ist der
Strahler und die Spule "UNTEN" bringt das Ganze zur Serienresonanz. Die Schwierigkeit war nun zu
erkennen, ob es irgendwelche
Zusammenhänge zwischen dem Schlankheitsgrad des Strahlers und / oder
des L / C Verhältnisses auf den Wirkungsgrad der Antenne gibt. Nach vielen Versuchen ist jetzt die
"Effizienz"
der MINI-mob gleich oder sogar besser als die der Hustler Antennen, ohne jedoch noch
"Ungetüme" auf dem Wagendach spazieren fahren zu müssen.
Wie man aus dieser Beschreibung sicherlich sofort erkennen kann, ist die MINI-mob eine Monoband Antenne.

Die Entwicklung
Insgesamt habe ich bisher zehn Antennen gebaut und vermessen, drei für 40 m und vier für 20 m und je eine
für 17m, 15m und 10m.
Dabei habe ich folgende Erkenntnisse gewonnen:

1.  so viel wie möglich Kapazität in die Luft bringen, d.h. je dicker das Rohr ist, um so größer ist die
      Kapazität und um so höher ist die Feldstärke.
 2.  Einen möglichst großen Abstand zwischen Strahler und Autodach einhalten, damit die Kapazität
    
 zwischen Strahler und Dach möglichst klein ist (Stichwort Totkapazität), d.h. die Spule möglichst
      lang machen. Dabei sollten aber die Spulenverluste möglichst klein halten werden.
3.  Eine Mindestlänge des Strahlers sollte nicht unterschritten werden, um das Verhältnis von Kapazität zu
     Totkapazität möglichst groß zu halten.
4. Das L / C Verhältnis sollte möglichst klein sein, denn je kleiner dieses Verhältnis ist, um so höher ist die
    nutzbare Bandbreite.
Wie man also leicht aus den Erfahrungen erkennen kann, sollte die ideale Antenne möglichst lang,
möglichst dick und möglichst hoch über dem Autodach sein. Das bedeutet, man muß also Kompromisse machen.

Die Ausführung

Nachfolgend nun einige Daten und Bilder zu den Antennen. Wer sich für detailierte Informationen interessiert,
der kann sich hier ein EXEL-Sheet oder ein PDF-File mit den gesamten Meßergebnissen auch anderer
Mobil-Antennen anschauen.
Die Antennen werden am unteren Ende der Spule über einen 1:6 UnUn mit 50 Ohm eingespeist, da bei
bei den Antennen der Widerstand am Einspeisepunkt reell ca. 8 - 9 Ohm beträgt. Die Abstimmung auf die
genaue Resonanzfrequenz erfolgt durch einen Abstimmstab mit 10 mm Durchmesser und 20 cm Länge an
der Spitze der Antenne.

Einige Erfahrungen habe ich inzwischen auch mit der Anpassung gesammelt. Die erste Anpassung waren 9 Windungen
mit Cul-Draht 1,5mm Durchmesser. Die Anzapfung war bei 3,5 Windungen. Das SWR war so einigermassen zufriedenstellend
und die QSO´s begeisternd. Die Ernüchterung kam dann, als ich dann mit meinem FA-Netzwerktester dann konkrete Daten
hatte: Eine Katestrophe!!! Nach vielen Experimenten und Messungen habe ich jetzt eine Anpassung gefunden, die einiges
verspricht, die Praxis wird es zeigen! Die neuen Daten sind 5 Wdg mit 2x2,5mm², Anzapfung bei 2 Wdg. Details sind unten
ersichtlich und die Messdaten in das Exelsheet eingearbeitet.
Die neuen Feldstärkemessungen werden im Sommer nachgeholt.

20 Meter Antenne
Abmessungen

Strahler: ............... Alurohr
Durchmesser:....... 22 mm
Länge:.................... 53 cm
Spule:............... PVC-Rohr
Durchmesser:........ 25 mm
Länge:................. 26 cm
Windungen: ..................61
Draht:............. 1,5mm CuL

40 Meter Antenne
Abmessungen

Strahler: ............... Alurohr
Durchmesser:....... 22 mm
Länge:.................... 76 cm
Spule:.............. PVC-Rohr
Durchmesser:....... 32 mm
Länge:.................... 35 cm
Windungen:.................108
Draht:............. 1,5mm CuL

Die Anpassung
Un-Un als Spartrafo
Kern:......FT 140-43
Windungen:.........5
Anzapfung bei:.....2
Draht:......... 2x2,5mm²
zusätzliche Alufolie unter den Gummi
geklebt und mit dem Fuß verbunden
erbrachte eine deutliche Verringerung
der Erdungsverluste.

Die Messungen
Die Vergleichsmessungen
wurden mit einem logarithmischen
Feldstärkemesser vorgenommen,
entweder aus 10 m Entfernung
in 2 m Höhe, oder aus 20 m in 5 m Höhe
Das Autodach wurde, wenn notwendig,
mit Karnickeldraht nachgebildet.

Wer jetzt Lust bekommen hat, die Antenne selbst zu bauen, und evtl. sie auch für weitere Bänder
berechnen und bauen will, für den stelle ich hier ein EXCEL-Sheet zum Download zur Verfügung.

MINI-mob.rar

MINI-mob.xls

Nun viel Spass und viel Erfolg beim Nachbauen.
73 es 55 es gd dx beim "Fahr-mobil"!

de DL2MHW Harald