"Summits on the air" - Gipfel in der Luft? Frei schwebende Gipfel sind nach dem
Petersprinzip (1) Manager in gut klingenden Positionen, denen man die
Personalverantwortung entzogen hat, damit sie im Unternehmen keinen Schaden
mehr anrichten können... Nun, die Gipfel um die es bei SOTA geht, sind fest mit der Erde verbunden, sind
fester Bestandteil der Landschaft, die sie zieren. Diese Gipfel sollen von
Funkamateuren bestiegen werden, um von dort aus QSOs zu fahren. Ob diese
Funkamateure in ihrem Berufsleben „frei schwebende Gipfel“ sind oder waren, ist
keine notwendige Bedingung. Es sind also alle aufgerufen. Das Programm SOTA wurde von John Linford, G3WGV in Anlehnung an das IOTA Programm
entwickelt. Während es bei IOTA um die Aktivierung von Inseln geht, schafft das
SOTA- Programm ein weltweites Wettbewerbsprogramm durch Aktivierung von
Berggipfeln. Der Start des Programms war der 1. März 2002. Das Programm SOTA steckt mit seiner Satzung die Rahmenbedingungen für regionale
Gipfelprogramme ab. Zunächst wird erst einmal definiert, was ein Gipfel ist, bzw. welche Voraussetzungen er
erfüllen muss, damit er für das SOTA-Programm als solcher auch zählt.
Die Anforderungen sind hier nicht sehr hoch,
eine Höhe von 150 m genügt bereits. Wichtig ist, dass sich der Gipfel von seiner
Umgebung markant abzeichnet. Im übrigen hängt die Gipfeldefinition auch von der
Topologie des Gebietes ab. Beim SOTA-Programm bilden die Gebiete (Länder, Rufzeichengebiete oder
landschaftliche Regionen) sogenannte Assoziationen. Jede Assoziation hat einen
Manager, der die durch das Programm SOTA gesetzten Rahmenbedingungen für seine
Gebiet kreativ umsetzt. Er legt die Anzahl der Gipfel und regionale Bedingungen
in einem Assoziationshandbuch nieder. Dieses Handbuch muss vom SOTA-Programmmanagementteam
bestätigt werden. Es gibt Gipfelstürmer, die den Berg aktivieren. Sie wandern oder klettern auf
einen in der SOTA-Liste aufgeführten Berg und fahren von dort aus QSOs. Hierbei
gibt es keine Band- oder Betriebsartenbeschränkung. Die einfachste Ausrüstung
zur Teilnahme als Gipfelstürmer ist somit ein FM-Gerät für das 2-m-Band.
Vorausgesetzt man kann sie tragen, darf auch eine KW-Station mit auf den Gipfel
genommen werden. Und es gibt die Jäger, die zu hause im warmen Shack nach QSOs mit den
Gipfelstürmern Ausschau halten. Nicht zu vergessen die SWL's, die auch
teilnehmen können. Es werden für von einem Gipfel aus getätigte Verbindungen Punkte vergeben. Je
höher der Gipfel ist, um so mehr Punkte gibt es. Dazu werden die Gipfel in
sechs verschiedene Klassen eingeteilt. Für die untere Klasse gibt es einen
Punkt pro QSO, dann zwei , vier, sechs, acht und zehn Punkte erhält derjenige,
der die Mühen der höheren Gipfel auf sich genommen hat. Für jahreszeitlich
bedingte Schwierigkeiten, wie z. B. Kälte, Hitze oder Monsun (je nach Region) können 3 Zusatzpunkte verteilt
werden. Für das Aktivieren eines SOTA-Gipfels sind einige Regeln zu beachten:
Es geht darum, QSO mit Expeditionen auf dem Gipfel zu fahren. Dabei müssen mindestens Rufzeichen und Rapporte ausgetauscht werden. Es zählt nur ein QSO pro Expedition.
Von Faultieren und BergziegenEs gibt ein Diplomprogramm für Gipfelstürmer, hier auch als Bergziegen (Mountain Goat) bezeichnet und diejenigen, die zu hause im warmen Shack sitzen (SWL’s und Jäger) und deshalb liebevoll Faultiere (Shack Sloth) genannt werden. In beiden Klassen sind 1000 Punkte die magische Zahl, die es zu erreichen gilt, damit ein Diplom die Wand im Shack zieren kann. Sticker gibt es für jeweils weiter 200 Punkte.
Ohne QSL’sSOTA arbeitet ohne den Austausch von QSL- Karten. Das wird durch die Nutzung des Internet möglich. Es muss nach jeder Expedition ein Log per E-Mail an SOTA- Hauptquartier geschickt werden. Dort werden die QSO’s ausgewertet und den Teilnehmern nur dann Punkte zuerkannt, wenn beide OM’s die Verbindung im Log haben. Auch SWL’s nehmen auf diese Weise am Diplomprogramm teil. Damit ist eine absolut genaue Kontrolle der erbrachten Leistungen möglich, jedoch ohne die langen Laufzeiten von QSL-Karten. Es ist jedoch nicht verboten trotzdem QSL’s auszutauschen.
InternetDas Programm SOTA wird im Internet betrieben, unter Verwendung von Web-Seiten, E-Mail und E-Mail- Reflektoren, um die Kosten auf einem absolutem Minimum zu halten. Das Programm finanziert sich selbst durch die Beiträge von Urkunden, Diplomen usw.
Die weltweite SOTA Web- Seite ist www.sota.org.uk. Eine Diskussionsgruppe ist verfügbar zur Benachrichtigung, Bekanntmachung von Expeditionen und anderen zum Programm gehörenden Themen gibt es unter http://groups.yahoo.com/groups/summits.
Von Mountains, Munros und MarilynsWill man ein Assoziationshandbuch erarbeiten, dann stellt sich folgendes Problem: Man benötigt eine möglichst vollständige Liste aller Gipfel im Revier. In Deutschland ist eine solche Liste nicht einfach verfügbar. Nicht so im Heimatland der SOTA, Großbritannien. Dort gibt es Mountains, Munros und Marilyns. Schottlands Berge mit einer Höhe größer 1000 Meter wurden von Sir Hugh Munro katalogisiert, der sogenannten Munro-Liste. Später wurde diese Liste auf die gesamte Großbritannien erweitert. Dann senkte man die erforderliche Mindesthöhe auf nur noch 150 Meter und nannte diese deutlich kleineren Gipfel Marilyns. Die aktuelle Marilyn- Liste zählt 1542 Gipfel.Diese Liste bildete die Grundlage für das SOTA- Programm.
Flugblätter und HandzettelMan kann fest davon ausgehen, dass Gipfelstürmer der SOTA bei ihren Aktivitäten auf dem Berg auch mit Menschen zusammentreffen, die nicht das große Glück haben, eine Amateurfunkgenehmigung zu besitzen, ja nicht einmal wissen, dass es Amateurfunk gibt. Für diesen Fall stellt die SOTA auf ihrer Web-Seite die Druckvorlage für Informationsmaterial, sowohl über Amateurfunk im Allgemeinen als auch SOTA im Besonderen zur Verfügung. Sie enthalten auch die Kontaktadressen vom RSGB und die Anschrift des eigenen Clubs kann eingefügt werden. Diese Flugblätter und Handzettel kann der Gipfelfunker immer mit dabei haben, um interessiert Mitmenschen zu erreichen. Eine gute Idee für den Amateurfunk zu werben und etwas gegen die Überalterung der Mitgliedstruktur in den Amateurfunkvereinen zu tun.
Aktueller StandZum heutigen Zeitpunkt (August 2003) gibt es die SOTA-Programme von England, Wales, Schottland, Isle of Man, Nordirland, Irland und Südafrika. Griechenland und Deutschland starteten gemeinsam am 1. August 2003.
Weitere Infos zu SOTA in deutscher Sprache gibt es bei (3).
Die deutschsprachige Fassung der Allgemeinen Regeln des SOTA- Referenzhandbuches kann man sich hier (4) abholen. Das Assoziationshandbuch DL gibt es bei (5).