Der Amateurfunkempfänger AFE12 mit zweitem, schmalen Filter für ZF

Einleitung
Der AFE12 ist ein Einfachsuper für die Bänder 160 m und 80 m mit einer Zwischenfrequenz von 200 kHz. Der AFE12 wurde 1986 im VEB Messelektronik der ehemaligen DDR als sogenanntes Konsumgut entwickelt und an interessierte Funkamateure und Kurzwellenhörer in beiden deutschen Staaten vertrieben. Eine Weiterentwicklung der ASE12 / ASE1302 war ein kompletter QRP-Transceiver, der nur in der damaligen BRD vertrieben wurde. Die OM's im Osten haben den AFE12 auch zum Transceiver umgebaut, wie der TRX Jena 88 beweist. Die wichtigsten Teile (mechanisches Filter und 200 kHz-Quarz) waren im Bausatz enthalten.

Modifikation von Y23AM (jetzt DL2LUX)
Der Amaeurfunkempfäger AFE12 wurde mit einem mechanischen Filter (200 kHz) und einer Bandbreite von ca. 2,7 kHz ausgeliefert. Speziell um den Telegrafieempfang zu verbessern wurde ein zweites mechanisches Filter (im Plan mit * gekennzeichnet) mit einer Bandbreite von 500 Hz ein den AFE12 integriert. Die Umschaltung zwischen beiden Filtern erfolgt mit Relais (K1,K2). Über einen zusätzlichen rastenden Taster (S1) an der Frontplatte kann zwischen beiden Filtern umgeschaltet werden. Die Schaltung ist in Bild (1) dargestellt.

Bild (1) Bandbreitenumschaltung für AFE12

Bild (1): Das breite Filter (unten dargestellt) trägt die Bezeichnung MF200+E-235, das schmale CW-Filter (oben dargestellt) die Bezeichnung MF200.850-0050.

Praktischer Aufbau
Für den Aufbau wurde eine zusätzliche Leiterplatte entwurfen, auf der beide Filter nebeneinander angeordnet sind, sowie die beiden zur Umschaltung notwendigen Relais. Diese neue Leiterplatte wurde mittels zweier Distanzstücken (12 mm) oberhalb der ZF-Platine montiert. Das Layout wurde so gewählt, daß sich die Anschlüsse der geschalteten Filter genau über den Bestückungslöchern für das einzelne (ehemalige) Filter befinden. Damit wird erreicht, daß sich die Anschlüsse nur unwesentlich verlängern und ein Übersprechen der ZF-Signale verhindert wird.

Der AFE12 wird nicht mehr hergestellt, sondern ist vielleicht noch gebraucht oder aus Restbeständen zu erhalten. Das Prinzip mit der zweiten Huckepack-Leiterplatte läßt sich aber auf andere Geräte übertragen.


Weitere Literatur zum AFE12 findet man im FUNKAMATEUR:

(1) Bläsing, K.-H.: Der Bausatz "Amateurfunkempfänger AFE12"

FUNKAMATEUR 32 (1983) Heft 11 Seite 549

(2) Bläsing, K.-H.: Der Amateurfunkempfänger "AFE12" im Detail
FUNKAMATEUR 33 (1984) Heft 4 Seite 193

(3) Seifert, K.-H., Y25VJ; Hermann, T., Y32VJ: "Jena85" ein zum 1,8 MHz/3,5MHz erweiterter "AFE12"
FUNKAMATEUR 34 (1985) Heft 8 Seite 389 und Heft 9 Seite 441

(4) Tauer, S.G.:SWL-Erfahrungen mit dem "AFE12"
FUNKAMATEUR 35 (1986) Heft 10 Seite 496

(5) Jahnke, W., Y37LO: Umbau des "AFE12" zu einem Transceiver
FUNKAMATEUR 37 (1988) Heft 3 Seite 144

(6) Weizmann, W., Y79QL: Mit dem "AFE12" auf 7 MHz QRV
FUNKAMATEUR 37 (1988) Heft 8 Seite 401 und Heft 12 Seite 608

(7) Ballerstein, D., Y57-23-H: Dreiband-Konverter für den "AFE12"
FUNKAMATEUR 38 (1989) Heft 10 Seite 507


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Copyright© Andreas Bilsing, DL2LUX, last upload 07. Feb. 2000