Unglaubliche Ergebnisse beim NorCal40
Von Peter Zenker, DL2FI
Ich nahm den 40A in Betreib und war überrascht von dem phantastischen Signal/Rausch -Abstand während des Tages; doch abends bekam ich Probleme durch Übersteuerung der Eingangsstufe. Zur Erklärung von welchen Problemen ich spreche: Meine Antenne ist ein 73 m langer endgespeister Dipol (Stromsummenantenne); dazu eine wirklich symmetische Matchbox ohne Balun. Während des Tages messe ich ca. 5mV an 50 Ohm hinter der Antennenanpassung. Nach 20.00 Uhr steigt die Summenspannung am 50-Ohm-Punkt bereits auf > 150 mV (300 mV ohne Anpassung). Nach Rücksprache mit Wayne (Wayne Burdick, N6KR - der Konstrukteur) versuchte ich ein Cohn-Filter im Eingang.
Das Ergebnis ist großartig.
Ich arbeite jetzt mit dem NorCal40 gänzlich ohne Anschwächer. Und das
Rausch/Signal-Verhältnis ist genauso gut wie am Tage. Ehrlich gesagt genau
so gut wie mein teurer Yaesu FT-1000.
Das ist unglaublich: ich muß hier tatsächlich die kaskadierbaren 250 Hz-Filter
dazuschalten, um mit dem FT-100 ein besseres S/N zu haben.
In seinen "Technical Topics" schrieb Pat Hawker, G3VA etwas über
verschiedene verlustfreie Filter.
Das Januar-Heft (1997) der RadCom enthielt eine sehr gute Beschreibung eines
von PA0SE entwickelten Cohn-Eingangsfilters. Ich probierte es nach einigen
kleinen änderungen aus und es ist großartig mit nur ca.
4 dB Dämpfung. Diese kann man auf 40 m praktisch kaum messen. Es ist
jedenfalls möglich abends ohne Anschwäch-Poti Betrieb zu machen.
Was machte ich nun?
Ich entfernte C1, L1, T2, C2, C5 und koppelte das neue Filterboard über 4.7 pf
an RX ANT (Antenneseite von C1) an; den Ausgang des Filters schloß ich
über 4.7 pf mit R2 (am Punkt, wo vorher L1 mit R2 verbunden war) an. Von R2
koppeln 47nf das Empfangssignel auf Pin 1 des Mischers U1.

Schaltbild Cohnfilter für NorCal40A nach DL2FI
Die Spulen L1 bis L4 haben alle 5.72 myH. Ich nahm Amidon-Ringkerne T50-6
und wickelte darauf 35 Windungen mit 0.5 mm Kupferlackdraht (der gleiche Wert wie
im Bausatz geliefert, nur ein bischen dicker, denn ich hatte nicht No 26 in
meiner Bastelkiste:-)
Werte C1/C4: je 87.5 pF + Triimer C2/C3: je 86.0 pF + Trimmer.
Ich nahm jeweils 80 pF (33p +47p) keramische C's mit einem Parallel-Trimmer;
alles hübsch - häßlich auf einer 1-seitigen Platine; die beiden
Verbindungs-C's 4p7 möglichst kurz zwischen Filter und dem Anschluß auf
dem Transceiverboard verbunden.
Das neue Filterboard montierte ich senkrecht auf der linken Gehäuseseite,
nahe dem Punkt wo vorher C1 gesessen hatte.
Der Filterabgleich ist einfach, wenn man die Minimum-Maximum-Methode
anwendet, die auch in RadCom beschrieben wurde:
HF-Meßspitze ans heiße Ende von L1 und...
Masse nach dem ersten Koppel-C: Trimmer C1auf maximale HF ziehen;
Masse nach dem zweiten Koppel-C: Trimmer C2 auf minimale HF ziehen;
Masse nach dem dritten Koppel-C: Trimmer C3 auf maximale HF ziehen.
Danach Trimmer C3 auf minimale HF ziehen.
Bei Meßspitzen mit
merklicher Eigenkapazität wird C1 mit einem sehr schwachen Signal
nachgeglichen.