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SY MOMO

 

Route 2011

 

Mimose am Wegrand

Von Faro aus starten wir diesmal gleich Richtung Norden: wir wollen auf der Heimfahrt etwas vom Landesinneren von Portugal sehen und nehmen uns dafür ein paar Tage Zeit.
Wir fahren an vielen mit reifen Früchten übervollen Orangenbäumen vorbei, die Mandelbäume blühen hier schon seit einigen Tagen, viele Wiesen und sogar die Straßengräben an der sonst eher trockenen Algarve sind üppig grün.
In der Provinz Alentejo besuchen wir die am Rio Guadiana liegende alte Stadt Mertola.
Etwa 70km vom Meer entfernt ist hier der, sogar noch von den Gezeiten beeinflusste, letzte per Schiff erreichbare Hafen des insgesamt gut 700km langen Flusses.
Phönizer, Römer, Araber und Christen: alle herrschten von hier und nutzten dieses Hafen, um von hier Waren ins Landesinnere zu bringen, sowie die in der Nähe abgebaute Erze zu verschiffen.
Die Altstadt, überragt von einer mächtigen Festung und ringsherum von einer nahezu uneinnehmbaren, zinnenbegrenzten Mauer geschützt, liegt auf einem steilen Bergrücken direkt am Fluß.
Durch viele Ausgrabungen ist die Wichtigkeit und Geschichte gut belegt, in den Museen der Stadt werden alle Epochen anschaulich dargestellt.

Mertola

Pulo do Lobo

Nördlich von Mertola werden der Fluß und seine nähere Umgebung durch den Naturpark "Vale do Guadiana" möglichst naturnah erhalten. Viele seltene Pflanzen und Tiere, an Land wie im Wasser, findet man hier noch. Ebenso nutzen viele Zugvögel die Flußlandschaft für eine Rast.
Ein Stück flußaufwärts fließt der Guadiana durch eine über viele Jahrtausende tief ins Schiefergestein gefressene Schlucht.
über kleine Straßen und schlammige Feldwege gelangen wir zum "Pulo do Lobo" und bestaunen dort, wie das Wasser, an einer Engstelle, mit viel Lärm etwa 15m in die Tiefe fällt.

Alentejo-Landschaft

Der Alentejo, was in etwa "jenseits des Tejo" bedeutet, ist die größte, aber auch am dünnsten besiedelte Provinz von Portugal.
In der flachen, mit leichten Hügeln durchzogenen Landschaft fahren wir an Getreidefeldern und Weinbergen sowie unzähligen Weiden mit Schafen, Kühen und Schweinen vorbei. Die liebliche Landschaft wird aufgelockert durch die oft vereinzelt stehenden Steineichen oder knorrige Korkeichen.

Wein im Alentejo

Typisch für den Alentejo sind die viele Olivenhaine: in den älteren stehen die Bäume eher unregelmäßig und hier müssen die Oliven arbeitsintensiv per Hand geerntet werden.
Die moderneren Plantagen kann man an den gleichmäßig verteilten Bäumen erkennen, die im Erntemaschinen-freundlichem Abstand gepflanzt wurden.
Mehrmals fahren wir hinter Lastwägen her, deren Ladeflächen voll mit frisch geernteten Oliven sind: es ist gerade Haupternetezeit.

Olivenhain

In dem Ort Moura, der heimlichen Hauptstadt des Portugiesischen Olivenöls, besuchen wir zuerst ein kleines Museum zu dem Thema und hier sehen hier die früher übliche Art der Pressung.
Danach, auf dem Geländer der großen Olivenmühle im Ort, sehen wir die moderne Art der Ölgewinnung mittels Zentrifugen.
Beim Rundgang durch die Stadt laufen wir durch das Maurische Viertel, besuchen die Burgruine und haben einen schönen Ausblick über die Gegend vom hoch gelegenen Stadtpark, in dem sogar eine Thermalquelle sprudelt.

Olivenöl-Herstellung

Alqueva-Staumauer

Nach 40 Jahren Hin und Her ob der Notwendigkeit wurde 1995 endgültig mit dem Bau des gut 450m langen Alqueva Staudammes begonnen. Ab 2002 wurde der Rio Guadiana zum größten Stausee der EU aufgestaut: hinter der knapp 100m hohen Staumauer erstrecken sich nun über 85km Länge 250qkm Wasserfläche mit etwa 1200km Küstenlinie.
Das umstrittene Projekt sollte neben Stromerzeugung vor allem mehr Produktivität in der Landwirtschaft bringen, da während der regenarmen Sommer die Bewässerung gewährleistet werden kann.
Viel wichtiger für die Gegend ist inzwischen das durch den riesigen See neu entstandene, und noch zu erschließende, Tourismusgebiet.


Größere Kartenansicht

Alqueva-Stausee von oben

An manchen Uferabschnitten sieht man noch sehr deutlich, daß der See recht jung ist:
viele alte Eichen stehen nun mit ihren verwachsenen Stämmen direkt am Ufer oder sogar im Wasser. Immer wieder verschwinden, markiert von Verkehrsschildern, Straßen im Wasser und tauchen auf der anderen Uferseite wieder auf.
Von dem mittelalterlichen Ort Monsaraz, der auf einem Hügel am Westufer des "Grande Lago" liegt, haben wir einen tollen Blick in die Ferne und können uns von hier ein gutes Bild der neuen Landschaft machen.

Monsaraz

Sicher hat die Lage am Fluß Einfluß auf die Geschichte gehabt: megalithische Funde, also einzeln stehende Menhire oder mehrere zu Steinkreisen angelegt, belegen eine Besiedelung schon zur Steinzeit.

An der Stadt Monsaraz selbst kann man durch die intakte Stadtmauer mit vier Toren, etliche große Kirchen, viele, weiß gekalkte Häuser an den enge Kopfsteinpflaster-Gassen sowie die Nähe zur Grenze nach Spanien die einst wichtige strategische Position der ganzen Umgebung erkennen.
Nach der Überquerung der Fluß Tejo ändert sich auch die Landschaft:
in den "Beiras", wie die Provinzen hier heißen, fahren wir an den höchsten Bergen von Festland-Portugal vorbei: der Serra de Estrella. Hier gibt es sogar ein Skigebiet!
Hier in den Bergen spüren wir dann auch, daß es Winter ist: in der Nacht herrschen draußen etliche Minusgrade und ein eisiger Wind rüttelt am Auto.
Wir "biegen" nun wieder Richtung Spanien ab und treffen bei Salamanca auf die uns schon bekannte Strecke.

Übernachtungsplatz in den Bergen

Paß am Jakobsweg

Statt durchs Baskenland fahren wir diesmal einen anderen Weg über die Pyrenäen: von Pamplona aus geht es in der Provinz Navarra hinauf in die Berge.
Der Paß "Puerto de Ibaneta" wird seit vielen Jahrhunderten zur Überquerung der Pyrenäen genutzt.
Er ist mit gut 1000m über Meereshöhe auch einer der "Höhepunkte" des etwa 800km langen Jakobsweges, also dem Pilgerweg zur Grabstätte des Apostel Jakobus im spanischen Santiago de Compostela in der Atlantikprovinz Galicien.
 
 
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Last change / letzte Änderung 15. März 2011 ©
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