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Route 2007

 

viel Welle im Hafen

Nun geht es entlang der Westküste von Neufundland wieder nach Süden.
Wir segeln jetzt wieder längere Tagesetappen, denn es gibt entlang der relativ geraden Küste nicht sehr viele geschützte Häfen.
Für einen aufkommenden Sturm "verkriechen" wir uns in einem Hafen, der aber sehr unruhig wird:
die Wellen außen, zusammen mit dem Hochwasser der Gezeiten, erreichen fast die Oberkante der Hafenmole! So schaukeln wir zwei Tage und nutzen den vielen Wind, um mit dem Strom aus unserem Windgenerator neuen Polsterbezüge zu nähen.

bunte Steine am Strand

Als wir bei Niedrigwasser am Strand spazieren gehen, sehen wir viel angeschwemmtes Strandgut:
Reste von Netzen und Leinen, ausgewaschene Äste und viele bunte Steine.

Wir befinden uns jetzt in Cow Head schon am nördlichen Ende des "Gros Morne National Parks", ein UNESCO Weltkulturdenkmal und unser Hauptziel hier an der Küste.
Gut 800 Meter erheben sich hier die "Long Range Mountains", das nördlichste Stück der Appalachen, die sich entlang der ganzen Ostküste Nordamerikas ziehen.
Per Schiff kann man gut die tiefen Fjorde erkunden, es gibt einige Zeltplätze und viele, gut markierte Wanderwege.
Zusammen mit einigen Fischern (ist gerade Makrelenzeit, da fallen auch ein paar für uns ab!) liegen wir einige Tage in Woody Point: von der Funkantenne im Ort "magisch" angezogen, verbringen wir einige schöne Tage mit Wayne und Marilyn, die selbst viel wandern und die Natur hier auch genießen.

Long Range Mountains unter dicken Wolken

Bonne Bay

In den zwei Besucherzentren bekommen wir viele wissenswerte Informationen über den Park und die ganze Region: in Schautafeln, Filmen und an Modellen erläutern sie die Geologie, aber natürlich auch die Fauna und Flora. Von den Bären, Elchen, Karibus, Ottern und Biber, die es hier gibt, sehen wir leider nichts, doch dafür viele Vögel.
Häufig sieht man an den Bergkanten ziemlich kleine, windschiefe Bäume (hier "Tuckamore" genannt): in den kurzen Vegetationsperioden wachsen sie jedes Jahr nur wenige Millimeter im Durchmesser und vom nahezu ständigen Wind werden sie am gerade Wachsen gehindert.

vom Berg über den Gros Morne Park

Beim Wandern läuft man durch dichte, grüne Fichtenwäldern mit viele Blumen an den Lichtungen.
Auf den Freiflächen wachsen Moose, Farne und Beerensträucher, die den steinigen Untergrund mit einer dicken Matte überziehen. Dazwischen findet man immer wieder Wasserläufe, Moore und Sümpfe.

So läuft man auf Teilen von einigen Wanderwegen über lange Holzstege:
hier kommt man gut (und trocken) voran und zerstört so auch weniger die empfindliche Natur.

geführte Tour in die Tabellands

Ein Teil der "Long Range Mountains", die aus dem ältesten Gestein der Erde bestehen, wurde durch Gletscher der letzten Eiszeit freigelegt.
Die unfruchtbaren "Tabellands" bestehen aus einem normalerweise nur 16km tief im Erdmantel vorkommenden Gestein (Periodit).
Diese Entdeckung liefert somit den Beweis, daß die Urkontinente von Amerika und Europa/Asien hier einst kollidierten und dann wieder auseinander drifteten, eine Erklärung der sogenannten Plattentektonik.

links: Tabellands - rechts: normale Berge

Bei einer von der Parkverwaltung organisierten Wanderung bekommen wir von einem Geologen diese Besonderheit anschaulich erklärt: in dem Tal sieht man die mit grüner Vegetation bewachsenen "normalen" Böden (rechte Seite) und gegenüber die kahlen, braunen Hänge, da das Periodit-Gestein unfruchtbar ist (giftig, voller Schwermetalle).
Einige Pflanzen können trotzdem hier überleben: einige Moose und auch die "Landespflanze", die Rote Schlauchpflanze, eine aus der nahezu bodenunabhängigen, fleischfressenden Kategorie!
Nach soviel Natur kam nun als Kontrastprogramm ein Stop in der zweitgrößten Stadt Neufundlands, in Corner Brook:
dichte Wälder im Hinterland, ein breiter Fluß, der Humber, als Transportmittel für die Stämme sowie für die Stromerzeugung und den Wasserbedarf, sowie ein guter und geschützter Hafen waren die Voraussetzung für die einst größte Papiermühle von Nordamerika.
Nach einigen organisatorischen Mühen konnten wir sie sogar ansehen: von den Stämmen im Schredder, weiter zu den "Breimassen" und den fertigen Papierrollen, die vor allem für Zeitungen verwandt werden.

Papierfabrik in Corner Brook

 
 
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Jutta Richter und Heiko Sauber
Hier sind wir zu erreichen

SCH: Segelclub Hersbruck e.V.
Clubhaus: Seepromenade 1, 91230 Happurg

Last change / letzte Änderung 15. März 2011 ©
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