Wenn ich mir die täglichen Nachrichten anschaue, wenn ich mir die Erfahrungen aus unserer jüngeren Vergangenheit vergegenwärtige, freue ich mich, aktiver Funkamateur zu sein.
Mit meinem Hobby leiste ich täglich Widerstand
gegen ausländerfeindliche Hetze und Propaganda. Zunehmende Ausländerfeindlichkeit
in unserer Gesellschaft macht Funkamateure misstrauisch. Wir haben schon
einmal erlebt, wie sich aus den Anfängen von Fremdenfeindlichkeit
ein Regime entwickelte, das auch in unseren Reihen seine Opfer forderte.
Funkamateure kommunizieren weltweit, wir kennen weder Fremde noch Ausländer,
sondern nur Freunde.
Das stimmt selbst dann, wenn es auf einigen Relais
ausländerfeindliche und rechtsradikale Äußerungen einzelner
Funkamateure oder gar nur vermeintlicher Funkamateure gibt. Die Funkamateure
dort haben sich zur Wehr gesetzt, mit immer besseren Mitteln und immer
häufiger erfolgreich.
Funkamateure sind kommunikative Menschen. Dass die Welt vorwiegend ausländisch ist, wissen sie seit 100 Jahren aus eigenem täglichen Erleben. Dazu mussten nicht erst Ausländer mit Green Card vor ihnen stehen. Funkamateure haben nie schizophren unterschieden in "gute" Ausländer, wie den Inder, der sein Computerwissen nach Deutschland mitbringt, und "schlechte" wie Flüchtlinge aus Krisenländern.
Aus vielen Amateurfunkverbindungen ist lebendiges,
gelebtes Zusammenleben von Menschen verschiedenster Kulturen und
Nationalitäten geworden. Das wird so bleiben,
weil es einen anderen Amateurfunk nicht gibt. Funkamateure sind transnationale
Demokraten. In diesem Sinne beantworte ich die
Frage nach meiner Nationalität am liebsten mit: "Ich bin Funkamateur,
und Funkamateure sind
Weltbürger! Und nirgends Ausländer."