TechniClub am 16. und 17. April 2004

Mittelwellen RX auf Reißzwecken
 

Im Rahmen der TechniClub Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche der Ortsverbände AØ5, ZØ6 und dem Verein deutscher Ingenieure, Ju+Tec Schwarzwald wurde am 16. und 17. April wieder kräftig gewerkelt und gelötet . In den letzen TechniClub-Veranstaltungen bauten die 12-14 jährigen Teilnehmer kleinere Projekte aus dem Bereich Technik und Elektronik zusammen. Für den April war ein etwas größeres „Schmankerl“ vorgesehen.

Nach Durchsicht diverser Unterlagen und Testen einiger Bauvorschläge, entschloss sich das Organisationsteam nun einen Mittelwellen RX anzubieten. Wichtig war, dass ein Bezug zum Amateurfunk vorhanden sein sollte. Weiterhin mussten die Nachbauer wichtige Komponenten selbst erstellen und diese in das Projekt integrieren. Bewusst wurde auf die Verwendung eines hochintegrierten Bausteines, der „alles selber“ macht verzichtet. Stattdessen sollten handwerkliche Arbeiten nicht zu kurz kommen. Schließlich sollte der Empfänger auch etwas für das Auge darstellen und einen Ehrenplatz im Kinderzimmer erhalten.

Da es sich um eine größere Aufgabe handelte, wurden dafür gleich 2 Tage eingeplant, die auch gebraucht wurden. So trafen sich 13 Kinder und 4 Betreuer am Freitag , den 16.April um 10.00 Uhr im Freiburger Clubheim. Nach der Vorstellung und Präsentation des Mustergerätes durch Uwe, DK5GN, konnte man die Kinder kaum halten. Bevor es aber an die Arbeit ging, erklärte Rolf, DL4GAI die Grundlagen des Empfängers, Unterschied AM zu FM, sowie die Funktion der Bauteile. Aber endlich konnte es losgehen.

Anhand einer vorbereiten Präsentation zeigte Uwe, DK5GN, Schritt für Schritt den Zusammenbau. Schnell wurden die 65 vorverzinnten Reißzwecken in das Holzbrett genagelt. Um die eventuelle Fehlersuche einfacher zu gestalten, musste zuerst der NF-Teil aufgebaut und getestet werden. Die Augen aller Kinder leuchteten, als aus dem Lautsprecher das eingespeiste NF Signal verstärkt erklang. Nachdem der eine oder andere kleiner Fehler beseitigt wurde, konnte mit der Vorbereitung der HF Komponenten begonnen werden. Es mussten 120 Windungen Kupferlitze fein säuberlich auf eine leere Toilettenpapierrolle gewickelt werden, was nicht ganz so einfach war, aber doch alle schafften. Hier war Teamarbeit gefordert.

Nach der Fertigstellung und der Fixierung der Windungen wurde anhand der selbst gebauten Spule und des Drehkondensators die Funktion des Schwingkreises erklärt und gezeigt, dass dieser das Herz des Empfängers darstellt. Nach einem kräftigen Mittagessen konnten die mechanischen Arbeiten, wie befestigen des Lautsprechers, Einbau des Drehkondensators und das Verschrauben der Frontplatte mit der Grundplatte vorgenommen werden. So wurde auch gelernt, dass zum Bau von Geräten nicht nur der Lötkolben, sondern auch Hammer, Bohrmaschine und Schraubendreher gehören. Schnell wurde der Lötkolben noch einmal geschwungen und die Verbindungen zwischen Frontplatte und den dazu gehörenden Reißzwecken hergestellt.

Nach dem Anschluss der Batterie konnte fast gleichzeitig aus 8 Empfängern der Regionalsender gehört werden. Bei den anderen 5 Geräten wurden noch kleine Vertauschungen und Berührungen beseitigt, so dass um 15:00 Uhr alle Empfänger liefen. Natürlich kam die Frage auf, warum tagsüber so wenig Sender gehört werden konnten. Dies war ein guter Aufhänger für Uwe, die Wellenausbreitung zu erklären und zu vertiefen.

Nach dieser abschließenden Theorie konnten die Teilnehmer ihre Projekte in die zuvor organisierten Schuhkartons stellen und mit ihnen den Heimweg antreten. Von einem Vater erfuhr ich, dass seine Tochter und sein Sohn bis spät in die Nacht „BC-DXing“ gemacht haben . Na, wenn da kein Grundstein für den einen oder anderen zukünftigen Funkamateur gelegt wurde?

Besonderen Dank gilt den Helfern , ohne die auch diese TechniClub Veranstaltung nicht möglich war. Auch hier zeigt sich dass die Fördermittel des DARC, VFDB und des Verein deutscher Ingenieure sinnvoll genutzt werden. Weitere Hinweise zu künftigen TechniClub Veranstaltungen sind unter www.techniclub.de nachzulesen.

Uwe Burzlaff, DK5GN

 


 

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