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PAL - RGB Wandler für TFT-Monitor


0.  Funkamateure arbeiten zusammen!

DL2RCG und ich arbeiteten an einem Multinorm - RGB - Wandler für den Pollin-TFT-Monitor. Der Prototyp läuft seit 1999 in einzigartiger Qualität. Die Stromversorgung erfolgt aus einer einzigen ungeregelten Gleichstromquelle mit ca 12 V. Dazu verwenden wir drei Schaltwandler. Der eigentliche RGB-Wandler ist in modernster Technologie mit µP-Steuerung alles auf einer kleinen Platine verwirklicht.
 
 

1.  Wozu das Ganze?

So etwas?!Nun, aus Industrie-Überbeständen, bzw. aus Überproduktionen von Navigationsdisplays für die Automobilindustrie werden gelegentlich auch auf Flohmärkten recht billige TFTs angeboten, welche dem ATV'lern unseres Hobbys vorteilhafte Dienste erweisen können; nicht zuletzt bei portablem Betrieb. Der notwendigen Wandler, um PAL-Signale, welche grundsätzlich auf einer Signalleitung übertragen werden, darauf (ein TFT benötigt die drei Farbansteuerungssignale RGB und das SYNC-Signal!) darstellen zu können, war Inhalt unseres Bastelprojekts, welches bisher auf große Resonanz gestoßen ist.
 
 

2.  Blockschaltbild
 
 

Das Blockschaltbild

Das Blockschaltbild zum Vergrößern bitte anklicken!





3. Merkmale
 


- Eingangssignal Standard FBAS-Signal PAL 1 Vss
- Ausgangssignale RGB-Steuerspannungen 0.7 Vss
- konsequente Schaltreglertechnik, dadurch hoher Wirkungsgrad, geringste Wärmeentwicklung
- nur eine Betriebsspannung nom. 12V / 460 mA, ermöglicht Portabelbetrieb
- Betriebsspannungsbereich von 11V (490 mA) bis 18V (320 mA)
- neueste Technik der Videosignalverarbeitung (Videofrequenzgang bis 5 MHz)
- Aufbau ohne Abgleich (Feinstkorrektur der Farbe möglich aber nicht notwendig!)
- kein Weißabgleich notwendig!
- Prozessorsteuerung
- Kontrast-, Helligkeits- und Farbeinstellung über Tasten
- Grundwerte für Kontrast, Helligkeit und Farbe abrufbar
- Abspeichern der persönlichen Bildwerte jederzeit beliebig möglich
- bei Power-On automatisches Laden der gespeicherten Werte
- Stromsparmode, Abschaltung der Hintergrundbeleuchtung bei fehlenden Videosignal incl.
   Dunkelsteuerung des Bildschirms

- geringe mechanische Abmessungen
- optimiert zum Anschluss an das TFT-LCD von Sharp LQ4RA34 (Pollin)
 

Prototyp





Das Ansteursignal für das abgebildete Testbild stammt natürlich von "dem" Videotestbildgeber, welcher die Entwicklung des analogen Farbfernsehens begleitet hat, und in keiner  renommierten Videowerkstatt und bei keinem Fernsehsender fehlen darf, der etwas auf sich hält, nämlich dem Rhode&Schwarz SPF2 283.0611. (Leider sind im Laufe der Jahre die Elkos nicht mehr ganz taufrisch und sollten eigentlich ersetzt werden, so dass hier im Testbild  ein leichter Linearitätsfehler im vertikalen Gitter zu sehen ist!)  Als ich endlich an ein Gebrauchtgerät mit vertretbaren Kaufpreis herankam, war ich natürlich gleich so "vermessen", mein Rufzeichen als Senderkennung im E-Prom zu hinterlegen.
 
 
 
 

4. Anwendung
 
 
Das vorliegende Projekt ist speziell für Anschluss an das TFT-LCD von Sharp LQ4RA34 (Industrierestposten der Firma Pollin) entwickelt worden. Es kann im allgemeinen aber auch an andere videotaugliche TFTs oder Monitore, welche ausschließlich für die landesübliche PAL-Norm gedacht sind, angeschlossen werden. 

Das anzusteuernde Display muss das Zeit- und Impulsverhalten des CCIR- und CCITT-Standards für PAL mit 25/50 Hz Bildwiederholfrequenz und 312,5/625 Zeilen verarbeiten können. Grundlageninformationen finden sich dazu in der R&S Informationsschrift "Fernseh-Standardars nach CCIR und FCC", R&S-Literatur: Info 756.6981.11

Ob ein spezielles RGB-Display PAL-tauglich ist, kann im sog. Schwar-Weiß-Modus getestet werden. Wird ein normgerechtes PAL-FBAS-Signal gemeinsam sowohl auf die RGB-Eingänge und gleichzeitig auf den SYNC-Eingang eingespeist, muss der Bildschirm korrekt und vollständig mit dem adäquaten farblosen Bild ausgesteuert werden. Natürlich sibd nach Datenblatt  Stromversorgung und Mode-Selekt-Ansteuerung richtig zu wählen!

Alle Anwendungen, welche nach dem NTSC-Verfahren oder dem VGA-Standard der PC-Industrie entsprechen sind in keiner Weise adaptierbar. Eine diesbezügliche, anderweitige Anpassung ist weder von uns beabsichtigt noch technisch problemlos realisierbar. LCD- oder- TFT-Displays der Computerindustrie benötigen dafür in der Regel eine gänzlich andere Signalaufbereitung; außer diese sind ausdrücklich auch für Video spezifiziert oder derart multisync-tauglich, dass sie den o.g. CCITT-Video-Standard wirklich verarbeiten können. Auch der automatische Pixelabgleich funktioniert naturgemäß nicht bei Videoanwendung, was auch das deutlich schlechtere Videobild bei sog. Beamerprojektionen erklärt. 
Wer mit seinem PC-TFT unbedingt in hoher Qualität fernsehen möchte, dem bleibt eigentlich nur der Umweg über eine TV-Karte und der dahintersteckenden Rechnerleistung zur Normenwandlung.

Anfragen in diese Richtung an die Entwickler erübrigen sich also deshalb; andere Entwicklungen und spezielle Kundenaufträge sind momentan nicht beabsichtigt. Der interessierte Elektroniker möge sich also damit selber auseinandersetzen. Weitere Infos darüber finden sich bei http://home.t-online.de/home/j.redelfs/sync.htm und bei http://www.thorstenshomepage.de/seiten/rgbvga.htm.

Wer jedoch überhaupt keinen Ahnung von Videosignalverarbeitung hat, sollte sich lieber nicht an die Ansteuerung eines gänzlich unbekannten TFTs wagen sondern eine fertige - wenngleich auch etwas kostspieligere - Lösung wählen.


 
 
 

5. Funktion
 
 
 
Das Palsignal im Detail
Der PAL-RGB-Wandler
Die Norm-Farbtreppe
Detaillierte Infos durch Anklicken der Bilder!

 
Um das System der PAL-Farbildübertragung grundlegend verstehen zu können, betrachten wir zunächst einmal nur ein ganz einfaches Farbbild, nämlich eine sog. Farbtreppe. Wie sieht nun dazu das zugehörige Video-Oszillogramm aus? Diese Oszillogramm zeigt eine Zeile, welche alle 64µS neu geschrieben wird. Jede dieser 625 Zeilen beginnt mit der Austastlücke, welche zur Synchronisation verwendet wird. Der anschließend folgende, kurze Burst - das ist das typische Kennzeichen für ein PAL-Signal -  synchronisiert phasenstarr den Farbträgeroszillator im PAL-Dekoder auf genau 4,43361875 MHz. Übrigens wäre das auch ein Ansatz für ein Frequenznormal, was an anderer Stelle meiner Homepage beschrieben ist, wenn nur der Frequenzwert nicht so arg "krumm" wäre! Diese Frequenz wurde eben so gewählt, um Störmuster im Bild zu vermeiden (fFarbe = 283,75 * fZeile + 25 Hz). Das Luminanzsignal Y  wird nun, je nach Farbe mit genau der selben Frequenz amplitudenmoduliert. Der Pegel gibt dabei die Farbsättigung an und die Phasenlage zum Burst beinhaltet die eigentliche Farbinformation. Damit aber Phasenfehler bei der Übertragung keinen Einfluss mehr haben, hat sich der Erfinder des PAL-Systems im Jahre 1963, ehemaliger Lehrbeauftragten der Universität Hannover, Professor Walter Bruch, damals für die Firma Telefunken arbeitend, einen simplen Trick einfallen lassen: Jede zweite Zeile wird einfach gegenphasen übertragen. Die Bezeichnung PAL erklärt also das Farbfernsehsystem „Phase Alternating Line“ mit seiner zeilenweisen Fehlerkorrektur. Der PAL-Dekoder ermittelt einfach nur die Phasenlage und vergleicht sie mit der vorausgehenden, gespeicherten Zeile (aus der 64µS-PAL-Verzögerungsleitung !). Abweichungen können so ganz leicht korrigiert werden; allerdings auf Kosten der Farbsättigung. Früher verwendte man zur Verzögerung Glaskeramikresonatoren; heute erledigen das viel präziser und eleganter digital-elektronische Schieberegister vom Typ TDA4665.
Dass die Farbinformation, der sog. Chrominanzanteil, sich nun aus nur zwei zu übertragenden Signalen (und nicht aus drei, nämlich ROT, GRÜN und BLAU, dem allseits bekannten RGB-Signal) zusammsetzt, braucht hier nicht Thema der Erörterung zu sein. Es sollte reichen, dass zwischen den drei Grundfarben eine mathematische Beziehung besteht. In einer Widerstandsmatrix lässt sich senderseitig das Y-Signal genau aus 0,3R, 059G und 0,11B zusammenfügen. Nach etwas Gehirnakrobatik wird klar, dass eben zwei Farb-Signalgrößen zur Übertragung reichen. Das Gemisch aus diesen phasenmodulierten, skalaren Größen U=0,493(B-Y) und V=0,877(R-Y) wird schließlich mit dem Amplitudenwert Y und den eingefügten Synchronisationsimpulsen auf nur einer 75-Ohm Leitung übertragen. Sehr ausführlich und verständlich ist die FBAS-Signalaufbereitung bei: http://www.weblearn.hs-bremen.de/risse/AWI/PC_EYE/PC_EYE.HTM  beschrieben. 
Im Empfänger beschreitet der PAL-Dekoder letztendlich den umgekehrten Weg. Die Ansteuersignale für das TFT werden zurückgewonnen und einzeln als ROT, GRÜN und BLAU sowie das SYNC-Signal herausgeführt. Damit die Signalausgänge des VideoprozessorsSTV2118B korrekt arbeiten, benötigt man noch den sog. Sandcastle-Impuls. Diesen generiert ein µP AT89C2051 zeitsynchron neben der Erzeugung von Steuersignalen für Helligkeit, Kontrast und Farbsättigung; sowie natürlich der Initialisierung des Videoprozessors. Für verlustfreien, wirschaftlichen Energiehaushalt sorgen drei recht robuste Schaltregler MC34063.
Was hier so kompliziert klingt, meistert eben unsere "kleine" Schaltung  mit Bravour. Die eigentliche Farbmischung aus dem rekonstruierten RGB-Signal macht dann das TFT.
Das ist alles; einfach, oder nicht?
 

 
Das Ausgangssignal ROT
Das Ausgangssignal GRUEN
Das Ausgangssignal BLAU

 

6.  Auch anders herum!
 

Und wer RGB nach PAL konvertieren möchte (das geht noch viel einfacher), der schaut bei http://pwp.netcabo.pt/pscoelho/vgatv/hardware-MC1377.html, http://www.hut.fi/Misc/Electronics/circuits/vga2tv/psergio_circuit.html oder  http://www.thorstenshomepage.de/seiten/mc1377.htm rein. Dort findet sich neben vielen anderen interessanten Videoanwendungen auch der passende Schaltungsvorschlag.  Seit kurem ist die Seite: http://pe1pwb.pi6atv.com/ aktiv. Dazu noch weitere tolle Anwendung, allerdings in holländisch: ein Video-Rufzeichengenerator. Das Datenblatt zum MC1377P findet sich u.a. hier.

Eine äußerst interessante Seite ist auch: http://www.epanorama.net/links/videocircuits.html. Dort findet sich alles, was mit Video zu tun hat!
 
 

7.  Das TFT am PC?

Das verwendete TFT hat derart gute Bildqualität, dass es auch zur Not als Bildschirm für einen PC dienen könnte; mit gewissen Abstrichen versteht sich: Feine Pixelraster sind damit natürlich nicht mehr darstellbar; und die verwendete Grafikkarte muss den CCITT-Video-Zeitstandard erzeugen können. Die Bildauflösung ist dabei naturgemäß recht gering. Technische Information dazu finden sich hier.
 
 

8.  Dienst an der Menschheit

Bausätze zum hier von mir veröffentlichen Projekt sind bei DL2RCG erhältlich! Haben Sie Bedarf oder daran Interesse? Dann lesen Sie hier eingeblendet den gesamten, ausführlichen Beitrag zu diesem Projekt von:

oder Sie besuchen Sie einfach die Homepage von: DL2RCG

Für informative Fragen stehe ich Ihnen ebenfalls durch  zur Verfügung ... aber bitte NICHT so: Aber bitte nicht so!... da sonst naturgemäß nix kommt!


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(C) by DK6RX, Norbert Friedrich 1999, 2000, 2001, 2002, 2003
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last Update: 2003-06-16