Tropo-DX-Bedingungen (Teil 1) (eine Information besonders für Newcomer) Folgende Ursachen für troposphärische Überreichweiten sind möglich: -Ein heranziehendes Hochdruckgebiet -Zwischenhocheinfluss -Troposphaerische Überreichweiten durch Temperaturumkehrung (Inversionswetterlagen) -Hoeheninversionen -Bodeninversionen -Advektionsinversionen -Absinkinversionen Wie kann man diese Überreichweiten erkennen? Es lohnt es sich in jedem Fall, die Funkwetterberichte in den diversen Rundspruechen abzuhoeren. Hier werden sehr oft Hinweise auf gute Ausbreitungsbedingungen gegeben (z.B. Nordrhein-Ruhrgebiet-News). Wetterkarten bei der Wettervorhersage im Fernsehen sind leider nicht so genau und geben nur einen allgemeinen Überblick. Fallen hier allerdings die Begriffe Temperaturumkehrung oder Inversionswetterlage, sollte das Band und die Baken beobachtet werden. Oftmals wird auch der Begriff austauscharme Wetterlage benutzt. Ein weiteres Indiz fuer Tropo-Bedingungen ist, wenn von hoeheren Temperaturen auf Berggipfeln gesprochen wird und die Temperaturen in Tallagen dagegen niedriger sind. Auch wenn im Fernsehen eine Einblendung erfolgt, dass der Empfang wegen Überreichweiten auf Grund der Wetterlage beeintraechtigt werden kann, sollte man das Funkgeraet einschalten und auf die Aktivitaeten achten. Wenn eine solche Meldung erfolgt, sind die Bedingungen mit grosser Sicherheit gut. Wir Funkamateure freuen uns ueber die Überreichweiten und die kommerziellen Anbieter haben Probleme mit ihren Systemen. Wetterkarten und Isobaren Oftmals verlaufen diese Isobaren von Westdeutschland bis hinueber nach England und weiter nach Irland. Je gradliniger sie verlaufen, desto groesser sind Chancen auf gute Bedingungen. Auf einem Barometer kann man dann den langsam ansteigenden Luftdruck beobachten. Die Bedingungen nehmen ab, wenn das Hoch herangezogen ist und der Luftdruck nicht weiter steigt. Diese Überreichweiten halten meistens laenger an (1 Tag und laenger), und Verbindungen ueber 500 km und mehr sind auch mit kleiner Sendeleistung durchaus moeglich. Ursache fuer diese guten Bedingungen sind troposphaerische Überreichweiten. Wenn sich zwischen zwei grossen Tiefdruckgebieten ein Zwischenhoch bildet, kommt es ebenfalls oftmals zu sehr guten Ausbreitungsbedingungen. Diese Ausbreitungsbedingungen sind zwar oft sehr gut, halten aber meistens nur fuer einige Stunden an, weil diese Hochdruckgebiete nicht von langer Dauer sind. Sie bauen sich sehr schnell wieder ab. Auch hier sind die Bedingungen nur in bestimmte Richtungen ausgepraegt. Hinter einem abziehendem Tiefdruckgebiet kommt es besonders im UHF-Bereich entlang der abziehenden Front kurzfristig zu sehr guten Bedingungen. Diese halten meistens nur fuer sehr kurze Zeit an. Manchmal normalisieren sich die Bedingungen schon nach kurzer Zeit. Die Signale sind oft mit starkem QSB behaftet. Bei ausgepraegten Inversionen sind die Signale der DX-Stationen mit einem sehr schnellen Faiding behaftet. Sie werden daher von erfahrenen DXern schnell als Signale von DX-Stationen erkannt, weil diese Signale eine Charakteristik haben, die typisch ist, wenn starke Bandoeffnungen auftreten. Hoeheninversionen Hoeheninversionen koennen manchmal mehrere Tage anhalten, weil sie oft sehr stark ausgepraegt sind. Die Troposphaere erstreckt sich von 0 - 10 km Hoehe. Das ist der Bereich, in dem unser Wetter stattfindet, in dem also Wolken, Regen, Wind, Hoch- und Tiefdruckgebiete vorhanden sind. Hoeheninversionen sind oftmals nur durch Bandbeobachtung zu erkennen. Bei diesen Bedingungen kommt es in einer Hoehe von etwa 800-2000 Metern zu einer Temperaturumkehrung. Normalerweise nimmt ja mit aufsteigender Hoehe die Temperatur ab. Wenn sich nun eine warme Luftschicht ueber eine kalte Luftschicht legt, spricht man von einer Temperaturumkehrung, die besonders bei Windstille sehr lange anhalten kann (austauscharme Wetterlage). Je hoeher diese Inversion liegt, desto groessere Reichweiten werden durch die Reflexion der Funkwellen, an diesen Schichten, erzielt. Langanhaltende Inversionswetterlagen bilden sich sehr oft waehrend des Winterhalbjahres und treten verstaerkt in topographischen Muldenlagen auf. Die Dicke einer solchen Schicht betraegt etwa 100-500 Meter. Von einem hohen Standort sind sie manchmal mit dem blossen Auge zu erkennen.Merkmale sind hier ausgepraegte Nebelfelder oder Dunstschichten in Bodennaehe, darueber strahlender Sonnenschein mit angenehmer Temperatur in hoeheren Lagen im Vergleich zur Talsohle. Die Inversionsschicht ist zwischen diesen beiden Schichten manchmal als schwarzer Strich zu erkennen, der aussieht, als wenn er mit einem Lineal gezogen waere. Man sieht dann deutlich eine sehr scharfe Abgrenzung dieser beiden unterschiedlichen Luftschichten. (Ende Teil 1).