Aurora-DX: Ursachen und Erkennung (Eine Information besonders für UKW-Newcomer) Am Anfang einer Aurora steht eine Eruption auf der Sonne. Plasma wird ausgeschleudert und gelangt in das Magnetfeld der Erde. Dieses Plasma konzentriert sich entlang der magnetischen Feldlinien und erreicht nach einer gewissen Zeit unsere Erdatmosphaere. Dort verursacht es eine Ioni sation. Auroraerscheinungen sind nicht nur auf den Nordpol beschraenkt (Aurora borealis) sondern treten auch am Suedpol (Aurora. australis) auf. Diese Erscheinungen am Suedpol sind aber fuer uns in Europa nicht von Bedeutung. Die Haeufigkeit und Intensitaet der Aurora steht auch in einem gewissen Zusammenhang mit dem 11-jaehrigen Sonnenzyklus. Bei starken Auroraerscheinungen ist die Erdmagnetik stark gestoert. Eine Aurora entsteht etwa 100 km ueber der Erdoberflaeche bzw. ist in dieser Hoehe wirksam. Diese Reflexionszentren sind in Bewegung und erfordern ein genaues Nachfuehren der Antenne. Daher ist es hilfreich, neben dem Rapport auch die Antennenrichtung auszutauschen. So kann man recht genau beurteilen wo das Zentrum der Aurora ist. Ausserdem sind Aurorasignale sehr muehsam zu verstehen, weil die Signale sehr stark verbrummt sind. Eine Funkverbindung in CW ist hier wesentlich einfacher zu gestalten. In folgenden Monaten werden verstaerkt Auroraerscheinungen beobachtet: Januar, April, Mai, August, September, Oktober. Zu folgenden Tageszeiten kann Aurora auftreten: 15:00 UTC - 19:00 UTC Ein zweiter Schub erfolgt dann manchmal gegen 23:00 Uhr UTC. Mehrere Faktoren beeinflussen die Dauer einer solchen Öffnung. Die Reflexionszonen befinden sich ungefaehr in einer Hoehe von 100 km. Man geht aber auch von Reflexionen aus, die sich in groesseren Hoehen abspielen. Unter guten meteorologischen Voraussetzungen sowie troposphaerischen Bedingungen koennen Reichweiten bis zu 2000 km ueberbrueckt werden. Als Entfernung gilt hier der direkte Weg zwischen zwei Stationen, nicht der Weg ueber die Reflexionszone. Es gibt einige Hinweise, die auf eine moegliche Aurora schliessen lassen. Aber diese Messdaten sind dem Amateur selten zugaenglich und auch nicht immer optimal fuer eine Prognose geeignet: -Messung des Sonnenrauschens Wenn die Sonne Partikel auswirft, nimmt das Sonnenrauschen ueber kurze oder laengere Zeit stark zu. Innerhalb von 45 Stunden nach einem Anstieg des Sonnenrauschens ist Aurora moeglich, denn diese Partikel brauchen etwa 45 Stunden, um den Weg von der Sonne zur Erde zurueckzulegen. -Moegel-Dellinger Effekt Durch eine Eruption auf der Sonne kommt es zu totalen Ausblendungen auf den Kurzwellenbaendern zwischen 1.6 MHz bis 30 MHz. Die Baender sind "tot" und man meint, der Empfaenger sei defekt bzw. keine Antenne angeschlossen. Diese Erscheinung kann wenige Minuten bis zu einigen Stunden anhalten. Langsam kommen die Signale auf den tieferen Frequenzen dann wieder, und das gesamte KW-Band erholt almaehlich. -Stoerungen der Erdmagnetik Nach dem Ausschleudern von Sonnenteilchen in das Weltall wird ein Teil dieser Partikel von der Erde angezogen und beeinflusst die Erdmagnetik, den sogenannten AK-Wert. -Baken (Aurorawarnbaken) Viele Baken schalten nach einigen Minuten die Antennenrichtung um oder strahlen immer in noerdliche Richtungen. Einige Baken senden oftmals eine zusaetzliche Kennung aus, wenn Aurora auftritt. Das ist von Bake zu Bake unterschiedlich (z.B. SK4MPI, DL0UB, PI7CIS, DL0PR). (aus einem Packet-Beitrag von Ralf, DL8RJ)