Hallo Ihr
Lieben ARDF-ler
Mein Herz schlug hoch, als ich am Freitag Mittag meine
Arbeit niederlegen konnte, und den Renault Kangoo mit
Taschen und Metallkoffern bepacken konnte, denn die
zahlreichen Jugendherberge in Hochspeyer in der Pfalz
war unser Ziel.
Birgit hatte zuvor alle Dinge von Kleidung bis Körperpflege
in die Taschen verstaut, mit Ausnahme meines ARDF Equipments,
für das ich selber sorgte. Zu meiner grossen Freude, fand sich
im Auto noch genug Platz um mein "Bahnlegungs-Klapprad"
mitzunehmen, daß ich vom Osterhasen (Birgit) geschenkt
bekommen habe. Wenn schon Fahrrad, dann sollte es hinsichtlich
seiner Eignung, für die von Birgit erhoffte beschleunigte Bahnauslegung,
im extremsten Gelände getestet werden. Birgit schüttelte zwar
verständnislos den Kopf, aber das klappbare Gefährt wurde trotzdem mitgenommen.
Nach guten 4 Stunden Fahrt kamen wir in Hochspeyer an, auf der großen Wiese
vor dem Haus sonnten sich meine Schwester Elke mit Baby Felix (7 Monate) und
Ihrem Freund und Papa Jens. Sie waren kurz vor uns aus Gerolstein, ihrem vorherigen
Urlaubsort angereist. Jens ist leidenschaftlicher Fliegenfischer und kam in der
Eifel eine Woche lang voll auf seine Kosten, nun war Elkes Part angesagt,
das "Anfänger- und Ausrichterseminar Hochspeyer".
Ihr Ziel war es, die Peiltechnik im 2 mtr. Band zu verbessern.
Ich finde dies ist ein schönes Bespiel wie sich verschiedene Hobbys miteinander
kombinieren lassen. Birgit hatte die Motivation hinter die Geheimnisse des
Peilempfängers um die Füchse auf 80 mtr. jagen zu können.
Ich für meinen Teil war nun zum dritten Mal hier, und habe einmal als
Anfänger, das letzte mal als Ausrichter agiert, und war diesmal hier, weil es
in Hochspeyer so schön ist und mir eine betriebliche Auszeit ganz gut tat.
So hatte ich genügend Zeit anderweitig nützlich zu sein, und das Feuer meiner
"Peilfreude" auf die anderen Teilnehmer zu zündeln.
So weit so gut, wir bezogen unsere sehr schönen Familienzimmer die mit
eigener Dusche und WC recht komfortabel ausgestattet sind. Nach dem Auspacken
unserer Sachen wurde es schon Zeit für das warme Abend-Essen, das
jugendherbergsüblich um 18:00 Uhr serviert wird.
Nebenbei die Küche ist wirklich excellent und auf die vegetarische Ernährung
meiner Schwester, wurde "leckere" Rücksicht genommen.
Was konnte es nach dem Essen besseres geben, als Bewegung?
Ich habe erst gar nicht lange gefragt, meinen Koffer mit den 6 Minisendern
geschnappt, mich auf das ARDF-Rädchen geschwungen und war im Wald verschwunden.
Nach einer halben Stunde kam ich wieder, und es konnte losgehen.
Birgit und Elke je mit Siegfrieds HPE 2 "bewaffnet", Jens mit Baby
Felix im Kinderwagen, und ich mit Rädchen und leerem Metallkoffer im Gefolge.
Ja ich hatte es geschafft, den Funken überspringen zu lassen, denn mit schnellem
Schritt und rotem Kopf ging es den kleinen "Piepsies" an den Kragen.
Einer nach dem andern wurde aufgespürt und wieder in den Koffer gepackt.
Na wie man sieht, war der erste "Halbtag" doch schon ein guter Anfang.
Mit gemeinsamen "Mensch ärgere dich nicht " Spiel, mit 10 cm großen
Spielfiguren, beschlossen wir den Abend in der schönen JH.
Der Samstagmorgen begrüßete uns mit Sonnenschein, und gab eine Vorahnung auf
einen wunderschönen Tag.
Nach dem wir uns am Frühstücksbüffet im sonnendurchfluteten Gruppenraum
gestärkt hatten, konnte es los gehen. Da wir ja bis 12:00 Uhr, dem
offiziellen Anfang des Seminares noch genug Zeit hatten, gingen wir erst
einmal, in das unter Peilfans bekannte Schuhgeschäft, um zu sehen, ob
geeignetes Schuhwerk für uns dabei war.
In der Zwischenzeit war schon Brigitte Drews (DL7AFJ)angereist, und sie
begleitete uns in das Geschäft. Letztendlich hatte jeder von uns etwas
passendes gefunden. Ja Freunde, demnächst werde auch ich mit Laufschuhen
kommen, und kann meine Wanderschuhe auch wieder zweckentsprechend einsetzen.
So gegen 11:30 Uhr tat sich etwas in der JH und die Teilnehmer kamen aus
den verschiedenen Himmelsrichtungen angereist.
Nein nein, ich konnte nicht nur einfach abwarten, sondern schwang mich wieder
auf mein Rad und brachte innerhalb von 20 Minuten, 5 von meinen Minisendern
rund um die JH in Position, sozusagen als Begrüßungsrunde. Dann war es auch
schon 12:00 Uhr und wir für unseren Teil gingen erst einmal zum Mittagessen
während die quirlige Masse ihre Zimmer bezog. Als ich beim
"Wackelpudding" angekommen war, kam Dieter Schwider (DF7XU)
in den Speiseraum und sagte, dass es Arbeit für mich gäbe, denn es seien
auch viele gute Läufern unter den Teilnehmern, und ich solle eine große
schwere Runde auf 80 mtr. auslegen.
Dieter bekam eine Schüssel Götterspeise und ich die Gelegenheit für die
"Dreisamkeit" mit Fahrrädchen meinen 5 Peilsendern und den
Postenschirmen. Mit einer Karte im Gepäck trat ich ins Pedal und in
Windeseile war der 750mtr. Kreis überschritten und der erste Sender
konnte positioniert werden. Und so ging es weiter und das Rad und meine
Muskeln trotzden den Höhen des Pfälzer Waldes. Eine Bahn mit 8,5 Km Länge
(Laufstrecke über alle Füchse) mit min. 150 Hm war dabei entstanden.
Nach 1,5 Stunden war ich wieder an der JH und alle 5 Sender in der Luft,
also konnte es los gehen. In der Zwischenzeit wurden die Minisender von
den Teilnehmern gesucht und Dieter und Ulrich Gödtner(DL8YBR) hatten mit
der 80 mtr Ausbildung begonnen.
Ich erstellte eine Startliste und wenig später gingen die ersten Läufer
auf die Piste. Letztendlich wurden auch die Anfänger auf diese Bahn
geschickt um hier ihr frisch erworbenes Wissen anzuwenden. Rainer Floesser
(DL5NBZ) ging mit seinen Kindern Sonja mit deren Freundin Angela Schubert
und Simon auf die Jagd nach zwei Füchsen. Thomas Denzler (DL3SAK) brachte
mit seiner Tochter Kim sogar alle 5 Sender zur Strecke, wobei er die
Zeitvorgabe von 120 min bis auf 6 Minuten aufbrauchte.
Unter den weiteren "Schülern" waren Jörg Klinkhart (DG0OKS),
Andreas Weber, Fritz Weber(DF6ZV), Aaron Stenner-Probst,Bernhard Probst
(DO1YBP), Michael Gutmann, Peter Gutmann (DK1SK), Claus Pranter (DK6TE),
Marcus Pranter (DB2MP),Schlafke Jens (DH3VY), und Elke Smit. Mitgelaufen
sind unsere erfahrenen Läufer Brigitte Drews (DL7AFJ), und Claus-Dieter
Wittek (DJ8QJ) und auch Horst Schüler (DL1ZBR) durfte nicht fehlen.
Nachdem der letzte Läufer wieder wohlbehalten im Ziel angekommen war,
konnten die Sender eingesammelt werden. Dieter Schwider half mir dabei
und sammelte die drei Sender die in der Nähe der Straße lagen ein und
mein ARDF-Rad brachte mich und die anderen zwei Sender wieder gut zurück.
Es war 18:15 Uhr als ich den Speiseraum betrat und die "Meute" war
mit denieren beschäftigt. In der Zwischenzeit war auch Brigittes Mann Christian
(DL7APD) vom Distriktlauf aus den neuen Bundesländern zu uns gestossen und
stärke sich am Abendbuffet. Nach dem Abendbrot legte ich noch eine kurze
Foxoring-Strecke aus (2 Km) die von den meisten Teilnehmern als
Verdauungsspaziergang genutzt wurde.
Um 21:00 Uhr berichtete Rainer im Seminarraum über verschiedene Bahnlegungen
im gleichen Gelände unter Berücksichtigung der erwarteten Zielgruppe.
So gegen 23:30 Uhr hörte ich dann den "Rückholer" unter meinem Bett
ich konnte nicht anders, und musste ihm folgen.
So endete der ereignisreiche Samstag in den warmen weichen Federn.
Bereits morgens um 5:30 Uhr wurde ich wach und vom Tatendrang getrieben
ging es nach dem synchronisiern der Sender hinaus in die frische Luft.
Leider habe ich Birgit durch mein kramen in den Koffern
geweckt, doch als ich ihr ins Ohr flüsterte, dass sie noch Zeit habe,
drehte sie sich wieder um und setzte den Erholungsschlaf fort. Nachdem
ich mich aus der JH herausgestohlen hatte , ging es daran eine 2 mtr. Bahn
auszulegen. Diesmal ging es in den Wald um den Humberg und Sindels Berg.
Nach einer guten Stunde war die Bahn ausgelegt und die Sender warteten auf
den Ablauf der Zeitverzögerung. Diese Bahn hatte eine Länge (Laufstrecke über
alle Sender) von gut 5,5Km wobei ebenfalls mindestens 150 HM überwunden
werden mussten. Nach dem Frühstück um 8:00 UHR hatten die "Schüler"
Ausbildung auf dem 2 mtr. Band auf dem Sportplatz während die mutigen Läufer
bereits ihr Jagdglück ausprobierten. Schließlich absolvierten auch auf
diesem Parcours alle Teilnehmer ihr Können oder ihr Üben, und brachten
von 2 bis zu allen Sendern zur Strecke.
In der Zwischenzeit legten Rainer und Uli eine neue 2 mtr Bahn ausgelegt,
die nach dem Mittagessen angegangen werden sollte. Hierbei hatte ich nun
auch die Gelegenheit meine Technik zu verbessern. Nachdem ich meine 2 mtr
Sender wieder eingesammelt hatte gab es auch schon Mittagessen. Wie schnell
die Zeit vergeht, und ehe man so richtig müde wurde, fand man sich auch
schon im Wald wieder, und suchte die schön versteckten Füchse.
An diesem Abend hatte Rainer auf unseren Wunsch hin, die Problematik des
2 mtr. Peilens anhand des Overhead-Projektors und schnell ausgeschnittenen
Schablonen sehr gut und anschaulich erklärt. Ebenso sprachen wir über die
Taktik von uns Läufern auf seiner, mit Ulli ausgelegten 2 mtr. Bahn.
Auch Charlies Kultfilm " Ein Tag im Mai" durfte an diesem Abend
nicht fehlen. Es wurde auch heute Abend recht spät, ehe wir unsere Betten
sahen.
Der Montag erwachte und auch dieser Tag sollte uns mit Sonne verwöhnen.
Nach dem Frühstück legen Rainer und Uli eine Bahn aus, diesmal auf dem
80 mtr. Band, die auch der Abschluß der Aktivitäten bedeutete. Die
Besonderheit war der getrennte Start und Zielort.
In der Zwischenzeit nutzen die Teilnehmer die Gelegenheit die Zimmer zu
räumen und die Dinge in die Autos zu packen. Alle Teilnehmer und auch
ein noch zu uns gestossener Gastläufer gingen dieses Abenteuer an,
und kamen allesamt wieder wohlbehalten aus dem Wald zurück.
Nach dem Mittagessen und dem Abschlussgespräch hies es Abschiednehmen
und so zerstreuten sich die Peilsportler wieder in alle Himmelsrichtungen.
Birgit und ich hatten Glück, denn wir durften noch einen Tag länger hier
im schönen Hochspeyer bleiben.
Die Quintessenz dieses Seminares 25 Teilnehmer, von denen nur einer
an dem Ausrichterlehrgang interessiert war, der dann jedoch mangels Masse
nicht abgehalten wurde, dafür gab es entsprechende Informationen für
alle Teilnehmer in den "Abendrunden".
Die anderen Aktivitäten im Überblick:
zwei Läufe auf dem 2 mtr. Band
zwei Läufe auf dem 80 mtr. Band
ein Foxoring Lauf
ein Mini Lauf rund um die Jugendherberge
Was die technische Ausbildung der "Anfänger" betrifft vermag
ich nichts zu berichten, da ich zu diesen Zeiten mit den Bahnlegungen
im Wald beschäftigt war.
Für mich war es eine sehr schöne und trotz der vielseitigen Aktivitäten
eine recht erholsame Zeit mit euch ARDF-lern in Hochspeyer.
Was macht Ihr eingentlich im nächsten Jahr um diese Zeit?
Alles Liebe und Gute
Euer Distriktpeilreferent Ruhrgebiet L Dirk Smit DH1YHU
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