Fette - Sache - Törn (Pfingsten 2001)

Fette Sache: Das heißt fetter Wind, fettes Essen und fette - sorry - nette Leute. Ein rundherum gelungenes Abenteuer, bei dem in Sachen Seemannschaft, Backschaft (für Landratten: Essen usw.), Wetter und soziales Klima neue Standards für das neue Jahrtausend gesetzt worden sind. Dabei kamen über 280 sm zusammen, ohne jegliche kostenpflichtige Hafenübernachtungen.


Von Port Grimaud über Agay und den Îles d' Hyères bis in den Canyon westlich Cassis und zurück.

A propos Backschaft und um es gleich vorweg zu nehmen: Keiner hat rückwärts gegessen, obwohl Seegang und Wind manchmal dazu einluden...

Toi! Toi! Toi!

Die heroische Crew:

Von links nach rechts:
Gabriele (Frühaufsteherin und beste Früstücksköchin), Angelika (beste Köchin, außer für Frühstück! und ehrgeizige Seglerin), Ich (Mike von hinten, von mir stammt diese Homepage, angeregt durch Ideen und Taten von Ralf), Ingrid (SWR-Redakteurin, noch nie gesegelt, ebenfalls lukullisch unwahrscheinlich gut drauf). Bilder von Ralf unserem Skipper kommen später. Er war noch ganz unfotogen vor lauter Begeisterung über Gabrieles bisher verkanntes Talent Charteryachten zu übernehmen. Als Fotograf recht selten im Bild war noch Axel (Maschinenbauer aus Ulm) mit von der Partie. Weiter unten ist er in Pose beim Rudergehen zu sehen!

Port Grimaud hinter uns lassend, rauschen wir nach Agay!


Neptun empfing uns standesgemäß: "Den Landratten blase ich erst mal etwas Gischt ins Gesicht, nett kombiniert mit ein paar Wellen!" Ein zünftgiger Einstieg am ersten Tag. Aber dafür bei schönstem Sonnenschein. Und Segeln ist ja sowieso extrem ungemütlich oder extrem langweilig! Übernachtet wurde in der Bucht von Agay vor Anker. Natürlich ganz kostenlos! Teile der Crew gingen noch mit dem Dinghi an Land einen Trinken. Natürlich nicht ganz kostenlos!

Übrigens, der Typ im gelben Jäckchen und dem blauen Käppi das ist er: Unser Skipper Ralf!

Ja wo sind sie denn die hysterischen Inseln ???


Ratlosigkeit bezüglich der Navigation darf niemals mit Ungeduld bezüglich des Erreichens des Zieles verwechselt werden! Besonders der Laie könnte beim Anblick dieses Fotos diesem Trugschluß unterliegen...
Skipper Ralf ist übrigens kein Araber! Den Turban hat er nur weil sein Käppi bei einer Bö am ersten Tag über Bord gegangen war. Selbstlos und um die Crew nicht zu überforden, sah er von einem Käppi-über-Bord-Manöver ab.

Wichtige Dinge am Ende eines Segeltages:

In genau dieser Reihenfolge sind folgende Arbeitsgänge durchzuführen:
Schnorcheln, tauchen, baden, waschen (im Meer natürlich, duschen ist dekadent und erinnert an daheim!) und... jetzt kommt das Wichtigste:
Dem Sonnenuntergang mit einem Sundowner auf die Sprünge helfen !!!

Mal gemütlich, mal sportlich!

Eben etwas langweilig oder ungemütlich! Als sehr ungemütlich empfanden wir auch das Reißen fast aller Mastrutscher in einer kräftigen Bö an einem Kap. Skipper Ralf meinte geschockt beim Anblich des fast losen im Wind wehenden Groß: "Ähh, ich glaube, wir verlieren das Segel!" Es dauerte unverhältnismäßig lange, bis Teile der Crew auf die Idee kamen, die Großfall kontrolliert zu fieren und das Segel zu bergen, was schließlich gelang.

Der Canyon westlich Cassis

bot ideale Voraussetzungen einmal sicher und ruhig zwischen senkrecht aufsteigenden Felswänden vor Anker zu liegen. Auch die gebrochenen Mastrutscher, die Verbindungsglieder zwischen Großsegel und Mast, wurden hier durch Einknüpfen kleiner Bändsel mit Bordmitteln repariert.

Alles in allem:

Dieser Törn war eine fette Sache!