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Seit bereits 1997 ist auf dem Bergbaumuseum Bad Grund eine postalisch zugelassene und genehmigte Amateurfunk-Museumsstation aktiv. Unter dem zugeteilten Sonder-Rufzeichen DFØERZ wird auf Kurzwelle und auch auf UKW Funkbetrieb durchgeführt. Betreut wird die Station von Mitgliedern des Ortsverbandes Osterode im Deutschen-Amateur-Radio-Club.
Der gesetzlich anerkannte Amateurfunk ist im internationalen Fernmeldevertrag als "Funkdienst für die eigenen Ausbildung, für den Verkehr der Funkamateure untereinander und für technische Studien" festgelegt. Dieser Funkdienst dient der Allgemeinheit und praktiziert Völkerverständigung im ureigensten Sinne des Wortes. Anders als im "Internet" werden im Amateurfunkdienst durch den Äther ohne Kabel und Gebührenzähler direkt Kontakte geknüpft, die zudem für jedermann (soweit er einen Kurzwellenempfänger besitzt) weltweit live mithörbar sind. Neben den klassischen Funkbetriebsarten Morsen und Sprechfunk werden auch von den hiesigen Amateurfunkern bereits seit Jahrzehnten Funkfernschreiben, Satellitenfunk und auch schon lange weltweit ein Internet-ähnlicher computergestützter Datenaustausch (sog. Paket-Radio) eingesetzt.
Neben anderen weltweiten Verbindungen werden vom Bergbaumuseum aus auch gezielt Funkkontakte zu anderen Museumsstationen wie z.B. regelmäßig mit dem Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim (Rufzeichen DFØLTA) durchgeführt. Der Amateurfunk bietet somit einen zusätzlichen Weg des Kennenlernens und des Erstkontaktes zu anderen Museen und Kollegen. DFØERZ ist zudem eine der Sonderstationen der sog. IGARAG-Runde, einer Interessengemeinschaft Amateurfunk von Bergbauangehörigen, die vor einigen Jahren von Ruhrkohle-Kumpeln gegründet wurde. Der Kontakt unter den nunmehr über 250 Mitgliedern, die auch aus dem Bereich des Erzgebirges, der Helmstedter Braunkohle und mittlerweile europaweit anderer Bergbaureviere kommen, ist sehr eng. Einmal wöchentlich trifft sich die Runde auf Kurzwelle unter der Leitstation DLØRAG aus Dortmund, zudem werden häufig persönliche Treffen durchgeführt. Ein Funkspruch genügte, und auch die kostenfreie Beschaffung von dringend benötigten Ausbaumaterialien für den Knesebeck von der RAG ging reibungslos über die Bühne ....
Bei überregionalen Sonderveranstaltungen, an denen sich das Bergbaumuseum beteiligt, ist die Museumssonderstation ebenfalls in der Luft. Für dieses Jahr sind dies u.a. der Internationale Museumstag am 16.Mai und der Tag des offenen Denkmals im September. Hierbei hat die Erfahrung des "Tages des offenen Denkmals" in den letzten Jahren gezeigt, daß zu diesen besonderen Terminen viele Museumsstationen aktiv sind, z.B. das Grenzmuseum in Helmstedt, das Feuerschiff Deutsche Bucht und die Museumsschiffe im Hamburger Hafen, ferner Amateurfunkstationen auf vielen Leuchttürmen, vor allem in England. Das Rufzeichen der hiesigen Museumsstation wird zudem häufig bei Funkwettbewerben, bei denen in kurzer Zeit mit vielen Stationen Kontakt aufgenommen wird, eingesetzt, so 1998 beim sog. Niedersachsen-Wettbewerb, den der Ortsverein Osterode gewann, oder selbstverständlich bei den im Dezember stattfindenden St-.Barbara-Kontesten der IGARAG. 1999 feierte der DARC-Ortsverein Osterode sein 50-jähriges Bestehen. Zu den Sonderveranstaltungen wurde auch die Museumsstation unter dem Sonder-DOK 50- OHA aktiviert.
Amateurfunk von einem Museum heißt auch Besucherwerbung: Bei jeder Funkverbindung wird auf das Museum und Bad Grund hingewiesen, zudem ist die sog. QSL-Karte, die nach allen Erstkontakten an die Gegenstation verschickte Funkbestätigungskarte, ein Aushängeschild für den Ort. Neben den Angaben zur Funkverbindung sind auf der Karte von DFØERZ auf der Rückseite auch alle wichtigen Tourist-Informationen über Bad Grund in deutsch und englisch aufgedruckt. Diese Karten werden seit Inbetriebnahme der Station überwiegend an deutsche Gesprächspartner, aber auch an Gegenstationen in aller Welt verschickt. Umgekehrt treffen regelmäßig auch die QSLs der anderen Stationen in Bad Grund ein, so bereits sogar von einem Atoll im Zentralpazifik und von einer Forschungsstation in der Antarktis.
Im EXPO-Jahr 2000 war das Museum gemeinsam mit den anderen Oberharzer Bergbaumuseen als Baustein an das EXPO-Projekt „EXPO on the ROCKS" angebunden. Die Crew von DFØERZ nahm die Gelegenheit wahr und war unter dem Sonder-DOK ERZ2000 ganzjährig auf allen Bändern von 160m bis Sat2/70 qrv. Insgesamt wurden über 6500 QSOs gefahren, über 100 DXCC-Länder wurden erreicht, viele Karten kamen direkt. Neben dem Verteilen des DOKs wurden auch Kontest-Aktivitäten gezeigt. So die Teilnahme am CW-Fieldday vom Ottiliae-Schacht in Clausthal-Zellerfeld (Außenstelle des Oberharzer Bergwerksmuseums / Technisches Denkmal).
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