Ham-Meeting Expo2OOO Hannover und  DX EXpedition Guinea-Bissau - J5
 
 

EXP* unter sich :

In Guiné-Bissau :

Baldur Drobnica, DJ6SI und Franz Langners , DJ9ZB
Was lief auf unserer Seite…….

Nach einem 5stündigen Flug von Lissabon erreichen wir am frühen Nachmittag des 17. September Guiné-Bissau.
Die üblichen Einreise-und Zollformalitäten nehmen einige Zeit in Anspruch, bevor wir dann zum Hotel « 24.September » in Bissau fahren. In der Hauptstadt leben zur Zeit ca. 300.000 Einwohner von den insgesamt 1,13 Mio. Einwohner des Landes. Nach dem Aufbau der Stationen und der Installation der Antennen werden wir bereits gegen 1630 UTC (=Ortszeit) als J5X und J5Z QRV.

Am nächsten Tag sprechen wir beim Chef des Protokolls vor und er zeigt sich sehr interessiert, uns einen Gesprächspartner für den Sonntag zu finden. Er bittet uns jedoch, dieses Vorhaben von der deutschen Botschaft schriftlich vorliegen zu haben, bevor er was unternehmen kann. So wurde über einen OM aus Osnabrück und Hamburg die deutsche Generalkonsulin
Frau I.Vögeding für Guiné-Bissau informiert, dass Sie dieses Anliegen per Fax an die Botschaft nach Senegal schickt.

Das OK von der Botschaft lag bald in Bissau vor und Frau Pongura war uns ebenfalls vor Ort behilflich.

Danach waren wir gespannt, wer uns am Sonntag, den 24. September am Tag der Unabhängigkeit für die Übermittlung der Grußbotschaft in die Afrikahalle der EXPO in Hannover abgeordnet wird. Man sagte uns , dass eventuell der Premierminister Herr C. N’tchama oder vielleicht der Außenminister Herr Dr. I. Djaló kommen wird.

Parallel haben wir das EXPO-Büro in Bissau ebenfalls um Unterstützung gebeten, auch hier zeigte man großes Interesse und Hilfsbereitschaft an dem geplanten Vorhaben, am Nationalfeiertag eine Grußbotschaft in die Afrikahalle der EXPO nach Hannover zu senden. Es war alles bestens auf unserer Seite vorbereitet und am Sonntag um 0700 UTC stand bereits Baldur -J5X mit DK2OH in Hannover auf 18 MHz in Verbindung. Unser Signal war in DL gut lesbar und war ausreichend für eine Übertragung. Leider wurde das QRM der auch anrufenden Stationen stärker und veranlasste uns QSY zu machen.
Um 0800 UTC fuhr ein Polizeilastwagen vor, leider ein falsches Signal, denn die Besatzung holte Tische und Bänke für die Feierlichkeiten aus dem Hotel. Nun warteten wir immer noch und die Zeit verging.

Dann endlich kam Herr I. Rodrigues von der Telekom, Baldur begann mit einleitenden Worten und bedankte sich für die erhaltene Gastfreundschaft. Dann drückte Herr Rodrigues die PTT-Taste und begrüßte die vielen Zuhörer in der Afrikahalle in deutscher Sprache. Er brachte auch den Wunsch zum Ausdruck, den Amateurfunkdienst in Guinea-Bissau zu fördern, was wir mit besonderer Freude aufgenommen haben. Den Schluß sprach er dann in portugisischer Landessprache und beendete mit einem "Muito Obridado".

Aufgrund der Verspätung mussten wir sofort mit dem Abbau und Einpacken der Geräte und Antennen beginnen, um noch rechtzeitig zum Flughafen zu kommen. Mit vielen guten Erinnerungen werden wir neben 14550 QSOs im Log diese Funkbrücke von Bissau zur EXPO nach Hannover in guter Erinnerung behalten.

F.Langner ,DJ9ZB (J5Z)
 
 
 
 

Unser Brückenkopf...

-Bericht der Crew aus Hannover

Bereits in der Planungsphase des "Ham Meeting Expo2OOO @ IBM Klub Hannover" war klar: wir werden Grußbotschaften von der Expo aus Hannover in alle Welt übertragen. Dieses Mal war es jedoch anders: der bekannte DX-Expeditionär,

Baldur Drobnica, DJ6SI, meldete sich bei uns mit dem Vorschlag, anläßlich seiner DX-Expedition nach Guinea-Bissau, Grußbotschaften auszutauschen. Dieses sollte am 24.9., dem Nationalfeiertag des kleinen westafrikanischen Staates erfolgen. Baldur Drobnica, DJ6SI, und sein Freund, Franz Langner, DJ9ZB wollten nicht nur Grüße zwischen Funkamateuren austauschen, sondern offizielle Botschaften von der Regierung und der Stand-Delegation auf der Expo. Für uns war die Umsetzung dieses Wunsches selbstverständlich, zumal Guinea-Bissau seit Nov.99 eine Zivil-Regierung hat und in die demokratische Völkergemeinschaft zurückgekehrt ist.

Wie aus dem Bericht in CQ-DL Nr. 10 bereits deutlich wird, sind bei allem, was wir auf der Expo2000 organisieren, die Schranken der Bürokratie zu überwinden. Doch es gab immer wieder aktive Helfer. Kollegen des IBM-Klubs, das Büro des hannoverschen Oberbürgermeisters und des Ratsherrn Barkhoff. Sie ermöglichten uns den freien Eintritt auf das Gelände. Während die RegTP Hannover uns völlig unbürokratisch die Erlaubnis zur Übermittlung der Grußbotschaften auf den Amateurfunkbändern erteilte, die Lars Siegmund, DH1OF kruzfristig beantragt hatte,

mußten wir bei zahlreichen unterschiedlichen Stellen der Expo-Gesellschaft um Genehmigung der Nutzung der Show-Bühne und Aufstellung der Antennen in und vor der Afrika-Halle, vorstellig werden.

Den Aufbauarbeiten auf der Show-Bühne gingen generalstabsmäßige Planungen voraus. Den technischen Teil übernahm Andreas Kleiner, DG4OAE, während Johannes Oberreuther, DK2OH den Zeitplan mit dem Bühnenmanagement abstimmte. Auch die Funkverbindung nach Guinea-Bissau wurde im Vorfeld mehrfach geprüft. (technische Abwicklung siehe nebenstehendes Textfeld)

Die Spannung bei allen Beteiligten stieg von Tag zu Tag. Gerd Darsow, DB1AI wurde am Vorabend in die Steuerung der Hallen-Beschallung eingewiesen - schließlich sollten mehr als 5000 Besucher das Live-Ereignis gut miterleben.

Jetzt die heiße Phase am Sonntag, den 24.9.2000:

Treffen um 6.50 Uhr am DARC-Info-Bus. Aufbau und Check des technischen Equipments auf der Show-Bühne - schnell ein Antennenkabel auswechseln - damit waren wir bereit! Nur unser Gesprächspartner, Herr Dr. Manuel C. de Nendonza, der die Grußbotschaft sprechen sollte, war noch nicht anwesend. In letztere Minute wurde er von Lars und Karlo mit dem Expo-Shuttle bis zur Showbühne gelotst. Doch vorher avancierte Karlo Schaper, DD7OI zum perfekten Moderator: nahezu eine Stunde lang moderierte er auf der Bühne und steigerte die Neugier des Publikums, indem er über den Amateurfunk, die Brücke nach Guinea-Bissau und das Land berichtete.

Dann war es soweit: um 10.00 Uhr (Ortszeit) begann Karlo mit : "Good morning, Africa"! Aber leider hatten unsere offiziellen Gesprächspartner in Afrika eine andere Vorstellung von Pünktlichkeit. Von Baldur bekamen wir die Nachricht über Kurzwelle,: "Noch keine offiziellen Gesprächspartner für die Grußbotschaft bereit!". Die Spannung stieg, als nach 10 Minuten Guinea-Bissau meldete: Polizei-Eskorte vorgefahren! Doch kein Regierungsvertreter kam ans Mikrofon. Immer wieder mußte Karlo improvisieren, indem er Gäste vorstellte, wie die 4jährige Desiree de Nendonza. Dann endlich meldete sich Guinea-Bissau mit offizieller Stimme durch Telekom-Minister Rodriges. Seine Botschaft wurde von Herrn Dr. de Nendonza erwidert, der auch unsere besonderen Bemühungen im Anschluß an die Übertragung hervorhob. Auch Frau Honorarkonsul Ingrid Vögeding war voller Lob über die gelungene Verbindung. "Sie haben für Guinea-Bissau eine gute Werbung geleistet" äußerte sie anerkennend. Reaktionen aus dem Publikum zeigten großes Interesse am Amateurfunk und seinen Möglichkeiten. Einige fanden sich nach ihrem Expo-Besuch am DARC-Infobus ein und informierten sich intensiver. Da der gesamte Funkverkehr an der Station von Wilfried Knauer, DG1OWK mitgeschnitten wurde, steht interessierten Funkamateuren eine CD des Ham-Meetings zur Verfügung.
 
Die technischen Daten waren wie folgt: 

In der Africa-Halle 12 der EXPO waren auf 2m (144.965 MHz) und 70 cm (439.9875 MHz) Andreas Kleiner, DG4OAE und Gerd Darsow, DB1AI, die Operator. Sie übertrugen die Aussendungen nach Hemmingen zur Station von Hans Lehnert, DF5OZ. Operatoren hier waren Hans Lehnert, DF5OZ und Johannes Oberreuter, DK2OH. Hier, an der Station von DF5OZ (DK2OH) wurde das UKW-Signal auf Kurzwelle umgesetzt. Die benutzten Frequenzen waren: 18.155 MHz, 18.145 MHz und 18.107 MHz im 17 m Band. Für die Station in Guinea-Bissau war verantwortlich Baldur Drobnica, DJ6SI, Bergheim, der im Rahmen einer DX Expedition in Guinea-Bissau, J5, war. DJ6SI benutzte für unsere Tests das Rufzeichen seiner heimatlichen Klubstation DK0FOC/p. Zur eigentliche Aussendung benutzte er sein in J5 erhaltenes Rufzeichen J5X.Als Station wurde ein YAESU Transceiver FT-890 ATC sowie eine in 10m Höhe aufgehängte Fritzel FD-4 Windom Antenne benutzt.

J5Z arbeitete mit einem YAESU Transceiver FT-900 ATC und einer Cushcraft- Vertikal R-7000.

Bilder: DH1OF; Text : DG1OWK, DD7OI, DB1AI, DK2OH