Mittwoch, 28.04.2004                                           

Angemeldet als "roty" 

 



zur Startseite
Home Newsletter E-Mail Siteindex
 News
Bad Aibling
Chiemgau
Kolbermoor
Mühldorf
Neumarkt-Sankt Veit
Rosenheim Stadt
Rosenheim Land
Waldkraiburg
Wasserburg
Polizei
Fotoserien Polizei
Kultur
Leserbriefe
Interviews
Fotoserien Vermischtes
 Sport
 Marktplatz
 Freizeit
 Region
 Interaktiv
 Meine Zeitung



News > Regionales > Bad Aibling

Karte bestätigt Gespräch mit MIR

  Artikel
     drucken
     versenden
     Leserbrief
Bad Aibling (man) - Im Rahmen der Veranstaltungen zur 1200-Jahr-Feier der Stadt Bad Aibling hat der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC), Ortsverband Mangfalltal C31 (Bad Aibling) in den Sitzungssälen des Rathauses in einer zweitägigen Ausstellung

Amateurfunk live demonstriert und historisches Gerät gezeigt. Vereinsmitglieder standen den Besuchern dabei mit Auskünften zur Verfügung.

Angefangen hat Ausstellungsleiterin und stellvertretender Distriktvorsitzenden Ilse von Wedelstaedt zufolge alles mit der Morsetelegrafie. 1835 hatte Samuel Morse einen Prototypen seines ersten Telegraphen entwickelt. Dieser benutzte Magnete als Sender und Empfänger und war somit in der Lage, Signale über längere Strecken zu übertragen. Er entwickelte eine eigene Sprache: Das Morsealphabet -- eine Folge von Punkten und Strichen, die jeweils einen Buchstaben oder eine Zahl des Alphabetes beschrieben. Jetzt benötigte man noch ein Netzwerk von Telegraphendrähten, um Nachrichten (Telegrafie) über große Entfernungen übertragen zu können.

Als Marconi es 1901 schließlich gelang, mittels Sendeantennen drahtlose Signale über den Atlantik zu schicken, kam der große Durchbruch. Heute können mit der Telegrafie weltweit alle Funkamateure miteinander kommunizieren, auch wenn die Sprache des Funkpartners nicht bekannt ist.

«Amateurfunk verbindet», «Funkkontakte fördern die Freundschaft zwischen den Nationen» und «Weltweit treffen sich Menschen aller Sprachen, Religionen und jeden Alters auf den Amateurfunkbändern», mit solchen Hinweisen auf Plakaten wurden die Besucher auf die Ausstellung hingewiesen.

Der «Förderverein Amateurfunkmuseum» mit Sitz in Grafing hatte Wedelstaedt zufolge die historischen Ausstellungsgeräte zur Verfügung gestellt. Im Deutschen Museum in München gibt es zum Thema «Amateurfunk» auch eine Dauerausstellung.

Der Amateurfunk ist international geregelt. Viele Funkamateure, von denen es in Deutschland etwa 80 000 gibt (weltweit über zwei Millionen), legen den Schwerpunkt ihrer Bemühungen auf die Kontaktaufnahme mit möglichst weit entfernten Stationen und sammeln mit Begeisterung QSL-Karten (bunte Bestätigungskarten) von Funkamateuren aus aller Herren Län-der.

Weltweiter Austausch von QSL-Karten

Die Karten informieren unter anderem über Empfangsdatum, Weltuhrzeit, Betriebsart (Morse oder Telefonie) und Frequenz. Für den gesamten Amateurfunk gibt es international zugewiesene Frequenzbereiche, innerhalb derer die Sende- und Empfangsfrequenzen frei gewählt werden dürfen.

Zahlreich waren auch die ausgestellten QSL-Karten. Neben allen europäischen Ländern wurden Karten aus der ganzen Welt gezeigt, so aus den USA, Peru, Brasilien, Afrika, Japan und Australien. Eine QSL-Karte «Manned German Space Flight» bestätigte sogar ein Gespräch mit der Raumstation MIR, das am 11. September 2003, 19.36 Uhr, ge-führt wurde. Jeder Amateurfunker hat ein Rufzeichen, das aus dem Länderkenner und der persönlichen Kennung besteht. Untereinander reden sie sich nur mit Vornamen und Rufzeichen an.

Ein Amateurfunker hat Ortsverbands-Vorstand Udo Elstner aus FeldkirchenWesterham zufolge die Möglichkeit, entweder einen gezielten Funkkontakt herzustellen, oder einen «Anruf für alle» zu machen, um herauszufinden, wer von wo antwortet. Die am meisten verbreitete Umgangssprache beim Amateurfunk (Sprech-funk) ist laut Elstner Englisch. Wer das nicht kann, hat die Möglichkeit auf die Morsetelegrafie und einen internationalen Kodeschlüssel auszuweichen. Staatlich geprüfte Funkamateure dürfen sogar Fernsehversuchssendungen ausstrahlen.

Für Funkamateure gibt es von Wedelstaedt zufolge Jahrbücher, die neben den gesetzlichen Bestimmungen, Länderkenner, Abkürzungen im Funkverkehr auch alle Kodes enthalten. Beim Amateurfunk ist die Welt in Zonen eingeteilt. Die «The Radio Amateur's World Map» zeigt zum Beispiel eine komplette Übersicht der Landeskenner.

Elstner selbst hat mit einer Leistung von 100 Watt (darf in Deutschland bis zu 750 Watt betragen) das auf der Weltkarte mit VP8 (Länderkenner) gekennzeichnete Gebiet in der Antarktis erreicht: Eine deutsche Forschungsstation. Die langen Strecken werden nach Elstner nur über den Kurzwellenbereich erreicht. Je nach Entfernung laufe der Funkverkehr auch über Relais-Stationen. Von den Funkamateuren zur Nachrichten- und Datenübermittlung werden auch weltweit entwickelte Amateurfunksatelliten (OSCAR) und zeitweise bemannte Raumstationen genutzt.

Die Ausbildung zum Funkamateur und der Erwerb der Amateurfunklizenz fördert laut der DARC (Baunatal) aktiv das technische Interesse junger Menschen. Für viele sei der Amateurfunk zudem eine Unterstützung bei der Berufsfindung.



27.04.2004 00:00 Uhr

Artikel drucken  |  versenden  |  Leserbrief neuere | zurück | ältere

Niedriglöhne bereits in 670 Berufen
Rau warnt bei Israel-Kritik vor Antisemitismus
Stichwahl in Mazedonien
Jugendforscher: Handel soll für betrunkene Kinder haften
Gewalt auf indonesischer Insel Ambon: 28 Tote

Vater wollte für 10-jährigen Sohn Sex-Gespielin
Rentner stürzt mit gestohlenem Fahrrad
Pkw erfasst zwei Fußgänger - Frau tot
Brand im Kälberstall
Betrunken vom Mofa gefallen






Newsletter

Dieses Onlineangebot ist IVW-geprüft! zur Startseite